Review: The Fanatic (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "The Fanatic" (© Koch Films)

Das Blu-ray-Cover von “The Fanatic” (© Koch Films)

Inhalt: Der herzensgute, geistig zurückgebliebene Moose (John Travolta, „Gotti“) lebt in L.A. und liebt Horrorfilme. Als er von einer Autogrammstunde seines absoluten Helden Hunter Dunbar (Devon Sawa, „The Philly Kid“) erfährt, ist er komplett aus dem Häuschen. Doch leider entpuppt sich Dunbar als ziemlich fieser Kerl, der Moose demütigt und ihn ohne Autogramm zurücklässt. Der enttäuschte Fan reagiert, indem er sich Dunbars Adresse besorgt und vor seiner Tür wartet. Als sich die Situation immer weiter hochschaukelt und Moose bei seinem Idol einbricht, ist ein schlimmes Ende vorprogrammiert.

 

Kritik: Fred Durst dürfte bei einem Großteil der Leute als Frontmann der Nu-Metal-Kombo Limp Bizkit bekannt sein. Nachdem er regelmäßig die Musikvideos seiner Band inszenierte und in den 2000ern bereits bei zwei Spielfilmen hinter der Kamera stand, entschloss er sich vor etwa zehn Jahren, eigene Erfahrungen mit einem Stalker als Grundlage für seinen nächsten Spielfilm zu nehmen. Das jetzt endlich fertig gestellte Ergebnis dürfte aber vermutlich kaum den Erwartungen entsprechen, die Durst, der neben der Regie als Co-Autor und Produzent an „The Fanatic“ arbeitete, sicherlich im Kopf hatte. Viel mehr ist einer dieser raren Filme entstanden, bei denen jeder Beteiligte mit Herzblut dabei war, aber die Umsetzung dennoch ziemlich krachend gescheitert ist.

Moose hat sich Ärger eingehandelt (© Koch Films)

Moose hat sich Ärger eingehandelt (© Koch Films)

Nach der Einleitung durch eine vollkommen überflüssige Off-Erzählerin, gibt John Travoltas Moose mit seinen ersten Zeilen „Habe keine Zeit. Muss kacken.“ schon eine ungefähre Vorstellung, in welche qualitative Richtung sich der Film bewegen wird. In ziemlich ziellosen 45 Minuten zwischen verzweifelten Autogrammjagden, Arbeitseinsätzen als Straßen-Schauspieler im britischen Polizisten-Outfit (Travoltas Akzent im Original ist urkomisch) und Versuchen, die beste Freundin Leah (Ana Golja) in die Dunbar-Autogrammjagd einzuspannen, sorgt eigentlich nur die Hauptfigur für Unterhaltungswert. Das ändert sich in der zweiten Hälfte, in der die Situation auf absurde Weise immer mehr eskaliert und mit zahllosen Referenzen an bekannte Horrorfilme jede Ernsthaftigkeit über Bord wirft. Eine Szene, in der Dunbar über die Musik von Limp Bizkit schwärmt, sticht in puncto Albernheit noch einmal besonders hervor.

Auch wenn er gnadenlos überzieht und ihn das Material im Stich lässt, steckt John Travolta merklich seine ganze Energie in die Rolle des geistig behinderten Stalkers. Wenn der Film einmal emotional aufrichtig funktioniert, liegt das hauptsächlich an seinen zweifellos vorhandenen Qualitäten als Schauspieler. Devon Sawa (der in jungen Jahren im Musikvideo „Stan“ von Eminem selbst einen Stalker verkörpert hatte) gibt hier einen derart unsympathischen Hollywood-Schnösel, dass man dem verwirrten, kriminellen Moose bei seinen Taten fast die Daumen drückt. Nach einem erstaunlich brutalen Schlussakt und einem lächerlichen Abschlussgag rollt der Film seinem Abspann entgegen.

Es ist nicht wirklich erkennbar,was Fred Durst und sein Team mit „The Fanatic“ erreichen wollten, da die Erzählweise und der Ton des Films unheimlich konfus sind. Dennoch sorgen ein wie aufgezogen spielender Travolta und eine vollkommen abgedrehte zweite Hälfte dafür, dass diese missglückte Stalker-Geschichte unterhaltsam genug ist, um sich für Neugierige zu rentieren.

Hunter Dunbars Leben wird zur Hölle (© Koch Films)

Hunter Dunbars Leben wird zur Hölle (© Koch Films)

Der Film ist ab dem 17.09.2020 auf DVD und Blu-ray sowie ab dem 03.09.2020 digital erhältlich.

2 von 5 Punkten

 

Bild: Optisch ist die Blu-ray sehr ordentlich ausgefallen. Schärfe und Detaildarstellung sind gut, bauen nur in dunkleren Szenen etwas ab. Die Farben wirken sauber und natürlich. Kontraste und Schwarzwert sind ebenfalls ordentlich eingestellt. Bis auf eine Körnung in schwach beleuchteten Szenen sind keine großen Unsauberkeiten ins Auge gefallen.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton haben nicht viele Besonderheiten zu bieten, bleiben aber verlustlos. Die Hintergrundatmosphäre auf den Straßen und die Musik sorgen für ein wenig räumliche Aktivität. Bei der Dialogverständlichkeit gibt es keine Probleme. Nennenswerte Effekte existieren nicht.

3,5 von 5 Punkten

 

Extras: Ein Featurette (10 Minuten), eine Bildergalerie und ein paar Trailer komplettieren die Blu-ray.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten


Quelle: Rapid Trailer, YouTube

The Fanatic

Originaltitel:The Fanatic
Regie:Fred Durst
Darsteller:John Travolta, Devon Sawa, James Paxton
Genre:Thriller, Drama
Produktionsland/-jahr:USA, 2019
Verleih:Koch Films
Länge:89 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Koch Media

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 17.09.2020
Review: The Fanatic (Blu-ray)

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