Review: Pandemie (Kino)

Das Kinoplakat von "Pandemie" (© Busch Media Group)

Das Kinoplakat von „Pandemie“ (© Busch Media Group)

Inhalt: Nachdem sich ein krimineller Schleuser mit einer schweren Krankheit angesteckt hat, kehrt er in seine Heimatstadt Bundang in der Nähe von Seoul zurück. Obwohl er sehr bald stirbt, hat er bereits zahlreiche Personen angesteckt. Es dauert nicht lange, bis die Regierung eine strenge Quarantäne verordnet, um eine Ausbreitung über die Stadtgrenzen zu vermeiden. Ohne Gnade werden die Einwohner in einem Behelfs-Camp unter militärischer Überwachung eingepfercht. Unter den Personen im Lager befinden sich auch Virologin In-hye (Soo Ae) und Rettungshelfer Ji-goo (Hyuk Jang), die eine Ausreise aus der Stadt knapp verpasst haben. In-hye hat schnell eine Theorie, wie sie ein Gegenmittel entwickeln könnte. Doch reicht die Zeit, bis die Regierung noch drastischere Methoden einleitet?

 

Kritik: Bereits im Jahr 2013 inszenierte der südkoreanische Filmemacher Sung-su Kim Unter dem Titel „Gamgi“ dieses Thriller-Drama über den Ausbruch einer Pandemie. Sieben Jahre später hat die aktuelle Realität dafür Sorge getragen, dass der Film nun auch in Deutschland zu sehen ist. Rein inhaltlich zeigt das Werk einige Punkte, die das Publikum inzwischen kennenlernen musste: Strikte Ausgangsbeschränkungen, Abstandsregelungen, Isolation möglicher Infizierter, aber auch überforderte Expertenräte und kuriose Gegenstimmen (bzw. Verschwörungstheoretiker). Es wird offensichtlich, dass sich die Macher mit der Thematik befasst haben und nicht nur auf reine Katastrophenunterhaltung abzielen. Diese Herangehensweise erweist sich als gute Basis für einen Film, der trotz seiner etwas ausufernden 122 Minuten Spielzeit immer eine gewisse Grundspannung hält.

Die Regierung ist überfordert (© Busch Media Group)

Die Regierung ist überfordert (© Busch Media Group)

So gibt es Phasen, in denen „Pandemie“ ein wirklich packender und guter Film ist. Natürlich ist das Gezeigte – gemessen an der Corona-Wirklichkeit – deutlich überspitzt, was der Effektivität aber selten einen Abbruch tut. Störender ist da der Hang zur Melodramatik, die an vielen Stellen einen Platz in der vorderen Reihe des Geschehens einnimmt. Arg konstruierte und emotional unverdient manipulative Drehbuchmomente stehen in einem ziemlich Missverhältnis zu der ansonsten gut recherchierten Ausgangslage des Films. Darstellerisch werden sehr ordentliche Leistungen geboten. Hyuk Jang als selbstloser, etwas zu schnell verliebter Rettungssanitäter und Soo Ae, die eine etwas sonderbare, aber emotional verständliche Ärztin spielt, nutzen das gebotene Material gut aus. Tatsächlich ragt aber die damals gerade 6 Jahre alte Park Min-ha heraus, die in einem erstaunlich authentischen Auftritt ihr großes Talent erkennen lässt.

Trotz vorhandener Drehbuchschwächen ist der Film eine durchaus lohnende (der Situation geschuldet späte) Entdeckung. Abgesehen von ein paar Problemen bezüglich Ton und Tempo bleibt „Pandemie“ ein spannender Katastrophen-Thriller, dem es gut gelingt, den Horror seiner Prämisse erschreckend nahbar einzufangen.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Busch Media Group, LeinwandreporterTV, YouTube

Pandemie

Originaltitel:Gamgi
Regie:Sung-su Kim
Sprecher:Hyuk Jang, Soo Ae, Roxanne Aparicio
Genre:Thriller, Drama
Produktionsland/-jahr:Südkorea, 2013
Verleih:Busch Media Group
Länge:122 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:06.08.2020

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von der Busch Media Group und auf der Facebook-Seite des Films

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 05.08.2020
Review: Pandemie (Kino)

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