Review: New York – Die Welt vor deinen Füßen (Kino)

Das Plakat von "New York – Die Welt vor deinen Füßen" (© Happy Entertainment)

Das Plakat von „New York – Die Welt vor deinen Füßen“ (© Happy Entertainment)

Inhalt: Kurz vor Ende seiner Zwanziger steht Matt Green als gut angesehener Diplom-Ingenieur mitten im Leben. Doch er selbst ist unzufrieden mit dem fest angebundenen Leben und seinem Bürojob. Er möchte etwas von der Welt sehen – und das möglichst zu Fuß. Nachdem er erste große Wanderprojekte erfolgreich hinter sich gebracht hat, folgt 2012 die Mammutaufgabe: Matt will alle Straßen seiner Wahlheimat New York City ablaufen. Da finanzielle Ressourcen fehlen, kündigt er seine Wohnung und begibt sich – zeitweise begleitet von dem befreundeten Filmemacher Jeremy Workman – auf einen 15.000 Kilometer langen Spaziergang.

 

Kritik: Aussteiger gibt es in fast allen Regionen und Bereichen: Menschen, die dem Arbeitsleben und den klassischen Konsumzwängen abgeschworen haben, um sich selbst anderweitig zu verwirklichen. Das hat auch Matt Green für sich entschieden, als er sein Ingenieursbüro verließ und sich auf seinen Weg machte. Er wollte etwas über seine nahe Umwelt und die Mitmenschen erfahren, weshalb er auf sehr viel verzichtete, um sich auf diese schier endlose Laufstrecke zu begeben. Die Idee ist auf dem Papier sicherlich spannend und der Reiz für einen Aussteiger wie Green, sich so einem Projekt hinzugeben, ist nachvollziehbar. Aber bietet ein ausufernder Spaziergang auch das Material, um die 95-minütige Dokumentation „New York – Die Welt vor deinen Füßen“ von Jeremy Workman mit Inhalt zu bestücken?

 

Matt Green ist auf dem Weg (© Michael Berman)

Matt Green ist auf dem Weg (© Michael Berman)

Diese Frage kann gerade in Zeiten, in denen New York eine sehr düstere Phase erleben muss, recht eindeutig bejaht werden. Selbst wenn sich ein paar Gespräche wiederholen und Nebenprojekte Greens (z.B. die Barber Shops) ein bisschen in die Länge gezogen werden, liefert dieser Film eine ganz andere Perspektive auf eine Weltmetropole, die seit Bestehen des Kinos als beliebtes Motiv verwendet wird. An der Seite des ausgesprochen sympathischen Protagonisten, dessen Beweggründe für sein Leben als Stadtläufer innerhalb der 95 Minuten gut ergründet werden, wirft der Zuschauer einen Blick in das Leben von einem New York abseits der bekannten Touristenhochburgen. Dieser intimen, atmosphärischen und mit ruhiger Hand präsentierten Geschichte gelingt es auch ohne große „Wow“-Momente, das Publikum dazu anzuhalten, etwas aufmerksamer durch das Leben und private Umfeld zu ziehen.

So schafft es „New York – Die Welt vor deinen Füßen“, einen interessanten und vielfältigen Querschnitt zu Menschen und Stadt zu liefern, der trotz kleiner Durchhänger mit seiner stets positiven, aufmunternden Attitüde mehr zu bieten hat, als man vielleicht auf den ersten Blick vermuten würde.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Happy Entertainment, LeinwandreporterTV, YouTube

New York – Die Welt vor deinen Füßen

Originaltitel:The World Before Your Feet
Regie:Jeremy Workman
Schauspieler:Matt Green
Genre:Dokumentation
Produktionsland/-jahr:USA, 2019
Verleih:Happy Entertainment
Länge:95 Minuten
FSK:ab 0 Jahren
Kino(-Re-)Start:06.06.2020 (Start kann in verschiedenen Bundesländern variieren)

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Happy Entertainment

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 06.06.2020
Review: New York – Die Welt vor deinen Füßen (Kino)

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