Review: Klaus (Netflix)

Das Plakat von "Klaus" (© Netflix)

Das Plakat von “Klaus” (© Netflix)

Inhalt: Nur weil der Vater ihn zwingt, nimmt der passionierte Faulpelz Jesper eine Ausbildung als Postbote auf. Nachdem er immer wieder krachend scheitert, wird er in ein düsteres, feindseliges Städtchen in der Nähe des Nordpols versetzt. Schon bald ist er dank lausiger Behausung, fürchterlicher Witterung und absoluter Nutzlosigkeit seines Jobs der Verzweiflung nah. Einzig die Lehrerin Alva, bei der Idealismus auch längst für Frustration weichen musste, sorgt bei ihm für ein wenig Hoffnung auf menschliche Nähe. Alles ändert sich, als er eines Tages zufällig auf den angsteinflößenden Einsiedler Klaus trifft, dessen Haus voller Spielzeug ist. Gemeinsam beginnen die beiden, jedem Kind des Dorfes ein Geschenk zu überbringen, das einen Brief an Klaus schreibt. Nach und nach optimiert das ungewöhnlich Duo die Idee und sorgt dafür, dass eine weit bessere Stimmung unter den Menschen des Dorfes einkehrt. Leider machen sie sich damit ein paar Feinde, die gerne an ihren althergebrachten Traditionen festhalten wollen.

 

Kritik: Über Jahre und Jahrzehnte war der Zeichentrickfilm fester Bestandteil der Kino-Unterhaltung. Seit einiger Zeit schien diese Kunstform komplett verdrängt worden zu sein. Nun hat Netflix dem jahrelangen Disney-Animatoren und „Ich – Einfach unverbesserlich“-Autor Sergio Pablos bei der Umsetzung eines Comebacks unter die Arme gegriffen. Schon optisch ist „Klaus“ ein reine Wohltat. Die originell und mit spürbarem Herz entwickelten Figuren und Landschaften bilden eine wunderbare Grundlage für diesen Film. Natürlich macht sich Pablos auch modernere Techniken zunutze, ohne dabei den Charakter des Zeichentrickfilms zu verraten.

Klaus und Jesper werden zur funktionstüchtigen Zweckgemeinschaft (© Netflix)

Klaus und Jesper werden zur funktionstüchtigen Zweckgemeinschaft (© Netflix)

Die Inhalte, wie der Weihnachtsmann zum Weihnachtsmann wurde und wie ein trist-gewalttätiges Dorf plötzlich freundschaftliche Werte lernt, klingen wahrlich nicht nach großer Innovation. Die Umsetzung, die hier geliefert wird, macht umso mehr Spaß. Die Figuren sind herzlich, sympathisch und dreidimensional entwickelt. Erwartbare Klischees lassen sich zwar nicht zu 100 Prozent verhindern, was aber auch nicht nötig ist, da speziell Jesper und Klaus derart viel zu bieten haben, dass sie zu jeder Zeit funktionieren. Der Humor ist pointiert und erstaunlich treffsicher. Besonders in der (etwas herberen) ersten Hälfte punktet „Klaus“ mit einer ganzen Reihe originellen Lachern, die Zuschauer aller Altersklassen bedienen.

Selbst wenn das Finale nicht auf zuckerig-sentimentale Momente verzichtet, sorgt Sergio Pablos mit Einfallsreichtum und hohem Erzähltempo dafür, dass nie die Gefahr besteht, in Kitsch-Regionen abzurutschen. Am Ende des Tages ist „Klaus“ mehr als „nur“ ein weiterer Weihnachtsfilm, der für eine kleine Rückkehr des Zeichentrick sorgt. Mit Esprit, Verstand und Humor entwickeln die Macher einen charmanten, unterhaltsamen und toll aussehenden Film, der sicherlich bei zahlreichen Preisverleihungen eine Rolle spielen wird.

4 von 5 Punkten

Der Film ist ab dem 15.11.2019 im Programm von Netflix zu sehen.


Quelle: Netflix, YouTube

Klaus

Originaltitel:Klaus
Regie:Sergio Pablos
Stimmen (Originalfassung):Jason Schwartzman, Rashida Jones, J.K. Simmons
Genre:Animation, Zeichentrick, Abenteuer
Produktionsland/-jahr:Spanien/USA, 2019
Verleih:Netflix
Länge:98 Minuten
FSK:ab 6 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Netflix

Ein besonderer Dank geht an Johannes Wolters und INDAC für die Organisation eines Kino-Screenings.

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 25.12.2020
Review: Klaus (Netflix)

2 comments on “Review: Klaus (Netflix)”

    • Thomas Antworten

      Vielen Dank. Den wünsche ich auch gehabt zu haben :)

      Hatte das Glück, ihn im Kino sehen zu dürfen, was die tollen ANimationen natürlich noch beeindruckender gemacht hat.

      Ich wünsche einen schönen Start in die Woche.

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