Review: Junges Blut für Dracula (Blu-ray-Steelbook)

Das FuturePak-Artwork von "Junges Blut für Dracula" (© Wicked-Vision)

Das FuturePak-Artwork von „Junges Blut für Dracula“ (© Wicked-Vision)

Inhalt: Um Kontakt zu ihrer verstorbenen Mutter aufzunehmen, veranstaltet Donna (Donna Anderson) mit ihren Freunden eine Séance, die von dem angeblich übersinnlich begabten Graf Yorga (Robert Quarry) geleitet wird. Am Ende des Abends fährt die ebenfalls Anwesende Erica (Judy Lang) Yorga mit ihrem Freund nach Hause. Bei dessen Grundstück angekommen, wird das Pärchen von einer unbekannten Gestalt attackiert. Am nächsten Tag ist Erica komplett verändert. Sie ist nahezu unansprechbar und entwickelt einen Heißhunger auf das Blut ihrer Katze. Ihr Hausarzt Dr. Hayes (Roger Perry) vermutet etwas Unglaubliches: Graf Yorga ist ein Vampir und hat Erica verwandelt.

 

Kritik: Nachdem Bela Lugosi in den 30er-Jahren als Graf Dracula zu Weltruhm gekommen war, wurde es für eine gewisse Zeit ruhig um das Vampirkino. In den 60ern feierten dann die Hammer-Filme, in denen Christopher Lee („The Wicker Man“) den wohl bekanntesten Untoten der Welt verkörperte, große Erfolge. Im Fahrwasser dieser Werke drehte Autor und Regisseur Bob Kelljan 1970 die amerikanische Antwort auf die Thematik. Herausgekommen ist ein Film, der ein halbes Jahrhundert später wohl kaum noch für Euphorie sorgt. Mit sehr bedächtigem Tempo und allenfalls dezenten Gruseleffekten nimmt sich „Count Yorga, Vampire“ (so der Originaltitel) reichlich Zeit, um seine Figuren in den Kampf gegen den bissigen Widersacher zu schicken.

Count Yorga mag keinen ungebetenen Besuch (© 1970 Orion Pictures Corporation. All Rights Reserved.)

Count Yorga mag keinen ungebetenen Besuch (© 1970 Orion Pictures Corporation. All Rights Reserved.)

Das wäre noch legitim, wenn „Junges Blut für Dracula“ Nebenhandlungen, Dialoge und Darsteller hätte, die mehr als mittelmäßig wären. So schleicht der Film durch belanglos anmutende Gespräche über Privatkram sowie (scheinbar) abstruse Theorien der Figuren, ehe das Werk nach über 60 Minuten endlich seinen erzählerisch zweiten Akt erreicht und ein wenig Action beginnt. In seinem letzten Drittel wird der Film auch nur bedingt gruselig, hat aber zumindest genug Atmosphäre, um bis zu seinem unspektakulären Ende ein wenig Unterhaltungswert zu liefern.

Der große Pluspunkt für Robert Quarry dürfte im Casting die fast schon schockierende Ähnlichkeit zu Christopher Lee gewesen sein. Daneben hat Quarry genug Charisma, um in der Rolle zu funktionieren und jede Szene zu dominieren. Seine Co-Stars bleiben durchweg austauschbar.

Worte wie „Klassiker“ und „Kultfilm“ werden gerne inflationär verwendet. „Junges Blut für Dracula“ hat sicherlich seine Liebhaber, bleibt aber nicht viel mehr als ein arg bedächtiges B-Movie, das nur wegen einem verbesserten Schlussakt und dem guten Robert Quarry wirklich noch passabel ist.

Irgendwas scheint mit Erica nicht zu stimmen... (© 1970 Orion Pictures Corporation. All Rights Reserved.)

Irgendwas scheint mit Erica nicht zu stimmen… (© 1970 Orion Pictures Corporation. All Rights Reserved.)

Der Film ist seit dem 06.08.2018 im FuturePak erhältlich.

2,5 von 5 Punkten

 

Bild: Für einen Film dieses Alters sieht der Transfer prima aus. Abgesehen von ein paar sehr weichen Aufnahmen ist das Bild scharf und detailreich. Die Farbpalette ist relativ abwechslungsreich und natürlich. Auch die Einstellung von Kontrasten und Schwarzwert ist abgesehen von Kleinigkeiten gelungen. Die gezeigte Körnung passt zum Geschehen.

4 von 5 Punkten

Ton: Auf der Blu-ray liegt der deutsche und der englische Ton mit einer DTS-HD MA 2.0-Tonspur vor. In beiden Varianten sind die Dialoge immer gut verständlich und klar priorisiert. Die Abmischung von Hintergrundgeräuschen und Musik ist überraschend vielseitig. Viel mehr wäre bei dem Ausgangsmaterial wohl kaum möglich gewesen.

4 von 5 Punkten

Extras: Ein Audiokommentar von Dr. Rolf Giesen und Dr. Gerd Naumann, die Dokumentation „Shocking Cinema Vol. 2“ (58 Minuten), die deutsche 35mm-Kinofassung des Films (88 Minuten) ein isolierter Music-Score, verschiedene Bildergalerien, das originale Drehbuch, internationale Werberatschläge, Filmprogramme und ein paar Trailer komplettieren die Blu-ray

4 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: Wicked-Vision, YouTube

Junges Blut für Dracula

Originaltitel:Count Yorga, Vampire
Regie:Bob Kelljan
Darsteller:Robert Quarry, Roger Perry, Michael Murphy
Genre:Horror
Produktionsland/-jahr:USA, 1970
Verleih:Wicked-Vision
Länge:93 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite der IMDb

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 05.09.2020
Review: Junges Blut für Dracula (Blu-ray-Steelbook)

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