Review: I Bought A Vampire Motorcycle (Mediabook)

Das Cover D-Artwork zu "I Bought A Vampire Motorcycle" (© Wicked-Vision-Media)

Das Cover D-Artwork zu „I Bought A Vampire Motorcycle“ (© Wicked-Vision-Media)

Inhalt: Noddy (Neil Morrissey, „Die Bounty“) ist begeistert, als er für einen günstigen Preis ein schickes Motorrad erwirbt. Den Ärger, den er sich dafür mit Freundin Kim (Amanda Noar) einhandelt, ist aber bald sein kleinstes Problem. Plötzlich wird sein bester Kumpel brutal ermordet, Kim landet im Krankenhaus und weitere Menschen in Noddys Umfeld kommen blutig ums Leben. Bald muss er die bizarre Wahrheit einsehen: Sein Bike ist ein metallischer Vampir, der in der Nacht auf Streifzug geht. Ein Priester (Anthony Daniels, „Star Wars – Das Erwachen der Macht“) soll ihm bei der Lösung helfen.

 

Kritik: Wer den Titel liest, kann schon erahnen, dass es sich bei dem Regie-Erstling von Dirk Campbell aus dem Jahr 1990 um ein tiefgreifendes Charakterdrama handelt, mit dem die Macher auf anspruchsvollen Festivals in Richtung der Oscars schielen wollten. Versuchen wir das noch einmal: Die britische Horrorkomödie „I Bought A Vampire Motorcycle“ ist blutiger, geschmackloser Unterhaltungs-Blödsinn, der merklich aus einer Generation wie Peter Jacksons Frühwerke „Bad Taste“ und „Braindead“ stammt. Nach einer konfusen Einleitungssequenz, die den Anstoß für die bizarre Prämisse gibt, darf der Zuschauer an der Seite von Noddy das monströse Gefährt nach und nach kennen lernen.

Noddy holt sich professionelle Hilfe (© Dirk Productions Ltd. All Rights reserved.)

Noddy holt sich professionelle Hilfe (© Dirk Productions Ltd. All Rights reserved.)

In einzelnen schrägen Momenten ist der Film wirklich einfallsreich und witzig. Gerade wenn sich das Motorrad möglichst brutal durch die Reihen von Bikern und Krankenschwestern bohrt und beißt (!), ist dieser echt britische Horrortrip ziemlich unterhaltsam. Auch eklige Sequenzen, in denen sich z.B. Noddy nach dem Toilettengang mit dem gelegten Haufen unterhält, haben einen gewissen Erinnerungswert. Allerdings bleibt das Storygerüst zu dünn, um auf Dauer funktionieren zu können. In den (für einen derartigen Trashfilm) viel zu langen 101 Minuten dreht sich „I Bought A Vampire Motorcycle“ einige Male im Kreis und liefert belanglose Dialogsequenzen und repetitive Gags sowie Actionsequenzen, die nach mehrfacher Anwendung den Reiz verlieren. 15-20 zusätzliche Minuten Filmmaterial auf dem Boden des Schnittraums wären hier sicherlich förderlich gewesen.

Dafür macht Neil Morrissey als simpel gestrickter Noddy, der plötzlich gegen das eigene Motorrad kämpfen muss, durchweg recht viel Freude. Erst in der Spätphase kommt Anthony „C-3PO“ Daniels zum Einsatz, der als cooler Priester für den Kampf gegen dieses ungewöhnliche Monster eingesetzt wird. Der Rest der Besetzung lässt dem blutrünstigen Motorrad den darstellerischen Vortritt.

„I Bought A Vampire Motorcycle“ ist ungefähr exakt so bescheuert, wie man nach dem Titel erwarten sollte. Leider ist die Prämisse bei einem Trailer deutlich spaßiger, als es auf Spielfilmlänge der Fall ist. Am Ende bleiben trotz toller Momente zu viele Längen und Schwächen, um den (schon fast krampfhaft bemühten) Kultstatus des Films wirklich zu rechtfertigen.

Ein wahrer Spritfresser (© Dirk Productions Ltd. All Rights reserved.)

Ein wahrer Spritfresser (© Dirk Productions Ltd. All Rights reserved.)

Der Film ist seit dem 06.12.2019 im Mediabook erhältlich.

2,5 von 5 Punkten

 

Bild: Die hell ausgeleuchteten Szenen sehen ziemlich gut aus. Bei den zahlreichen Nachtsequenzen wirkt das Bild dann doch ziemlich weich und hat ein merkliches Rauschen. Schärfe und Detaildarstellung sind dann auch eher mäßig. Farbgebung, Kontraste und Schwarzwert sind zufriedenstellend. Große Fehler waren in der recht ruhigen Präsentation nicht erkennbar.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Die Blu-ray enthält eine deutsche und der englische DTS-HD MA 2.0-Spur. Der Sound ist im Rahmen der Möglichkeiten überraschend dynamisch und in den Kampfszenen wird erstaunlich ordentliche Qualität geboten. Auch die Dialogwiedergabe ist unproblematisch ausgefallen. Auf der DVD sind beide Varianten in einer Dolby Digital 2.0-Fassung vertreten.

4 von 5 Punkten

Extras: In der gewohnt stabilen Hülle ist ein 24-Seiten-Booklet mit einem Text von Christoph N. Kellerbach und Filmstills zu finden. Auf den Discs gibt es zusätzlich einen Audiokommentar mit Regisseur Dirk Campbell, den Drehbuchautoren John Wolskel & Mycal Miller sowie Darsteller Alan Frank, die Dokumentation „We Made a Vampire Motorcycle“ (40 Minuten), die Featurettes „The Vampire´s Lair“ (4 Minuten) und „Where are They Now?“ (3 Minuten) sowie ein vier TV-Clips (insgesamt 17 Minuten) und Trailer.

3,5 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: VampireMotorcycle, YouTube

I Bought A Vampire Motorcycle

Originaltitel:I Bought A Vampire Motorcycle
Regie:Dirk Campbell
Darsteller:Neil Morrissey, Amanda Noar, Anthony Daniels, Michael Elphick
Genre:Horror, Komödie
Produktionsland/-jahr:UK, 1990
Verleih:Wicked-Vision
Länge:101 Minuten
FSK:ab 18 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Wicked-Vision

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 29.07.2020
Review: I Bought A Vampire Motorcycle (Mediabook)

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