Review: Dark Waters (Mediabook)

Das Artwork Cover A vom Mediabook zu "Dark Waters" (© Wicked Vision Media

Das Artwork Cover A vom Mediabook zu “Dark Waters” (© Wicked Vision Media)

Inhalt: Nach dem Tod ihres Vaters fährt die junge Engländerin Elizabeth (Louise Salter) auf eine italienische Insel. Dort möchte sie eine Kloster besuchen, das regelmäßig von ihrem Vater mit beträchtlichen Spenden unterstützt wurde. Schon kurz nach der Ankunft wird schnell klar, dass die Nonnen vor Ort alles andere als gewöhnlich sind. Außerdem ist eine Freundin, die sie zur Unterstützung auf der Insel empfangen wollte, spurlos verschwunden. Gemeinsam mit Sara (Venera Simmons), die dem Orden frisch beigetreten ist, beginnt Elizabeth, die Geheimnisse des alten Gemäuers zu erforschen. Immer tiefer dringen die beiden in eine mordlüsterne Welt vor, in der die Grenzen von Realität und Fiktion immer mehr verschwimmen. Doch was steckt wirklich hinter den Ereignissen in dem mysteriösen Gebäude?

Kritik: In den 60er- bis 80er-Jahren erlebte das italienische Horrorkino mit Regisseuren wie Mario Bava, Lucio Fulci und Dario Argento vor allen in den Zombie- und Giallo-Subgenres seine Glanzzeit. 1993 drehte der damals erst 26 Jahre alte Neapolitaner Mariano Baino seinen Beitrag zum Genre-Kino. Es sollte weitere 26 Jahre dauern, ehe dieser Film jetzt den Sprung in die deutschen Wohnzimmer wagen durfte. Das ist durchaus schade, da Bainos bis heute einziger Langfilm den Werken der großen Vorbilder in Nichts nachsteht – gerade Argento dürfte sich in dieser Materie durchaus heimisch fühlen. Der Spielfilm-Debütant entschied sich bewusst, bei seinem Horror-Märchen auf den Spuren von Grusel-Legende H.P. Lovecraft zu wandeln.

Dabei kann er sich vollkommen auf die optische Wucht des Geschehens verlassen. Die Kamera-Arbeit des heutzutage (in der zweiten Reihe größerer Hollywood-Teams) noch sehr aktiven Alex Howe („Mary Poppins’ Rückkehr“) sorgt gemeinsam mit der eindringlichen Farbgebung schon für genug Atmosphäre, um den Film über seine komplette Spielzeit zu tragen. Das sollte für die Freunde eher geradliniger Unterhaltung auch bitter nötig sein, da „Dark Waters“ ein albtraum- (und entsprechend sprung-)hafter Horrortrip ist, der gar nicht den Anspruch hat, inhaltlich komplett verständlich und sinnig zu sein. Es ist schon kalkuliertes Risiko, da der eine oder andere Zuschauer hier den Anschluss verlieren könnte. In vielen Fällen sollte es mit stimmig verstörenden Einzelsequenzen gelingen, Teile des Publikums wieder an Bord zu holen. Einzig das Ziel dieses bewusst verworrenen Weges ist eine ganze Ecke zu voraussehbar, um wirklich glänzen zu können.

Für Vegetarier unzugänglich aufbewahren (© 1993 Tartan Video)

Für Vegetarier unzugänglich aufbewahren (© 1993 Tartan Video)

Darstellerisch bewegt sich der in Nebenrollen hauptsächlich mit ukrainischen Darstellern besetzte Film auf ordentlichem Niveau. Dabei bekommen aber nur die sehr brauchbar agierenden (aber nach diesem Film nicht mehr wirklich aktiven) Louise Salter und Venera Simmons etwas zu tun.

Der surreale, betörend gefilmte „Dark Waters“ ist sicherlich nicht für jeden Genre-Fan zugänglich. Für diejenigen, die sich filmisch gerne in den Lovecraft- und Giallo-Bereichen bewegen oder nicht zwingend geradlinige Unterhaltung benötigen, sollte der Film trotz ziemlich flachem Finale eine sehenswerte Entdeckung sein.

Der Film ist seit dem 27.05.2019 als 3-Disc Collector’s Edition im Mediabook erhältlich.

3,5 von 5 Punkten

 

Wer würde diesem Gesicht misstrauen? (© 1993 Tartan Video)

Wer würde diesem Gesicht misstrauen? (© 1993 Tartan Video)

Bild: Auch technisch sieht „Dark Waters“ fantastisch aus. Bis auf vereinzelt schwächere Bilder ist dieser Transfer durchweg scharf und detailreich. Obwohl hier gerne mit Farbfiltern gespielt wird, sieht die Palette an entscheidenden Stellen (Hauttöne etc.) immer natürlich aus. Kontraste und Schwarzwert bewegen sich auf sehr gutem Niveau. Eine ansprechende Menge an charakteristischem Korn wurde beibehalten. Wirklicher Schmutz oder Bildfehler waren hier nicht erkennbar.

4,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 2.0-Ton erfüllen die Erwartungen. Dabei ist es besonders schön, dass die neue/erstmalige Synchronisation nicht technisch aufgepumpt wurde, sondern sich – gerade atmosphärisch – dem Ausgangsmaterial anpasst. Natürlich waren die Möglichkeiten zu einer räumlichen Vertonung hier ohnehin nur schwerlich gegeben. In beiden Tonfassungen gibt es dafür eine gut verständliche, stimmige Dialogwiedergabe. Dazu sind Musik und Hintergrundgeräusche zu jeder Phase ordentlich abgemischt.

3,5 von 5 Punkten

Extras: An dieser Stelle kann die Veröffentlichung richtig auftrumpfen, wobei das atmosphärische, in passenden Blau-Rot-Tönen gehaltene Cover A des gut verarbeiteten Mediabooks da nur einen netten Vorgeschmack bietet. Im Inneren findet sich ein knackiges 48-Seiten-Booklet mit Film-Stills, Storyboards und Texten von Michele De Angelis und David Renske in deutscher bzw. englischer Sprache. Auf den Discs geht es in ähnlicher Qualität weiter. Die Blu-ray enthält einen Audiokommentar von Mariano Baino und Michele De Angelis, ein Vorwort von Mariano Baino, die Featurettes „Lovecraft Made Me Do It“ (10 Minuten), „Let there be Water“ (7 Minuten), „Controlling the Uncontrollable“ (5 Minuten) und „The Darkest Water“ (27 Minuten), vier Videos mit Ausführungen von Mariano Baino (insgesamt 12 Minuten), „Beneath Dark Waters: Ein Video-Essay von Pelle Felsch“ (16 Minuten), zahlreiche Bildgalerien sowie weitere Promo-Clips und Trailer. Die Bonus-DVD enthält zusätzlich ein ausführliches Making of namens „Deep into the Dark Waters“ (48 Minuten), die Featurettes „Dark Waters destroys Churches” (4 Minuten) und „All Lovecraft’s Fault” (10 Minuten), ein paar entfernte Szenen (7 Minuten), ein Blooper-Reel (3 Minuten), ein älteres Vorwort von Mariano Baino (2006) (3 Minuten), das Musik-Video „Face and the Body” (4 Minuten), die Kurzfilme „Dream Car” [mit optionalem Regie-Kommentar] (16 Minuten), Caruncula“ [mit optionalem Regie-Kommentar] (21 Minuten) + Vorwort von Mariano Baino (2 Minuten) und „Never Ever After“ [mit optionalem Regie-Kommentar] (13 Minuten) + Making of (14 Minuten) sowie Bildergalerien zu „Caruncula” und „Never Ever After”. Viel mehr kann vom Bonusmaterial eines Releases wirklich nicht verlangt werden.

5 von 5 Punkten

Gesamt: 4 von 5 Punkten


Quelle: Wicked Vision, YouTube

Dark Waters

Originaltitel:Dark Waters
Regie:Mariano Baino
Darsteller:Louise Salter, Venera Simmons, Mariya Kapnist
Genre:Horror
Produktionsland/-jahr:UK/Italien/Russland, 1993
Verleih:Wicked Vision Media
Länge:94 Minuten
FSK:nicht geprüft

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Wicked Vision Media

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 23.07.2019
Review: Dark Waters (Mediabook)

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