Review: Dalida (DVD)

Das Cover von "Dalida" (© EuroVideo)

Das Cover von “Dalida” (© EuroVideo)

Inhalt: Als Kind wurde die gebürtige Ägypterin Iolanda Gigliotto (Sveva Alviti) von ihren Mitschülern oft gehänselt. So fand sie schon früh ihre Zuflucht in der Musik. In den 50er-Jahren erlebt sie unter dem Künstlernamen Dalida in Frankreich ihren Durchbruch. Mit ihren gefühlvollen Balladen wird sie bald zum internationalen Superstar. Doch während sie auf der Bühne glänzt, läuft ihr Privatleben nicht rund. Nach einigen gescheiterten Beziehungen erlebt sie einen persönlichen Tiefpunkt, als ihr Freund Luigi (Alessandro Borghi) Selbstmord begeht. Fortan hat ihr Bruder und Manager Orlando (Riccardo Scamarcio, „John Wick – Kapitel 2“) noch mehr Schwierigkeiten, sie zu unterstützen. Obwohl sie künstlerisch über Jahrzehnte am Nabel der Zeit hängt, bewegen sie Depressionen dazu, einen Selbstmordversuch zu unternehmen.

 

Kritik: Dalida ist zweifelsohne einer der ganz großen Namen der französischen Musik-Szene. In ihrer großen Karriere, die über 30 Jahre andauern sollte, schuf sie zeitlose Klassiker wie „Gigi L’Amoroso“, die fast ausnahmslos jeder irgendwann einmal gehört hat. Gepaart mit dem unglücklichen Privatleben, das 1987 ein tragisches Ende fand, ist ihre Geschichte fast schon zwangsläufig guter Filmstoff . Im vergangenen Jahr wagte sich „LOL – Laughing Out Loud“-Regisseurin Lisa Azuelos an das Leben des nationalen Heiligtums. Herausgekommen ist ein ungewöhnlich erzähltes, aber dennoch konventionelles Künstler-Biopic. So eröffnet der Film mit der Zeit, in der sich die Sängerin das Leben nehmen wollte und geht von dort aus in die anderen Lebensabschnitte von Dalida.

Dalida und eine ihrer großen Lieben (© EuroVideo)

Dalida und eine ihrer großen Lieben (© EuroVideo)

Dabei wirken die wechselnden Männergeschichten stellenweise schon ein wenig repetitiv, machen aber auch ziemlich deutlich, wo die persönlichen Probleme der Künstlerin gelegen haben. Während sich der Film so stellenweise ein wenig zäh gestaltet, ist der musikalische Aspekt über alle Zweifel erhaben. Azuelos gelingt es, die zahllosen Evergreens der Sängerin stark in Szene zu setzen und auch meist sinnvoll in die Geschichte einzubinden.

Die Entdeckung des Filmes ist aber zweifelsohne Sveva Alviti. Das italienische Supermodel, das weder über große Kenntnisse der französischen Sprache, noch über nennenswerte Schauspielerfahrung verfügt, geht in der Rolle voll auf. Mit falscher Nase sieht sie der echten Dalida schon erstaunlich ähnlich. Darüber hinaus schafft sie es aber auch, den emotional komplexen Part glaubwürdig darzustellen und die benötigte Aura der Figur auszustrahlen. Riccardo Scamarcio ist als ihr loyaler Bruder und Manager der solide Sidekick, der genau so viel Raum einnimmt, wie er muss. Die verschiedenen Männerbekanntschaften von Dalida bleiben schon darstellerisch aufgrund des großen Verschleißes eher austauschbar.

Obwohl der Film bei weitem nicht so spektakulär und denkwürdig ist wie seine Titelheldin und etwas überladen daher kommt, ist Lisa Azuelos ein überzeugendes Künstler-Biopic gelungen. Zwischen persönlicher Tragödie und herausragenden musikalischen Momenten wird „Dalida“ auch dank der toll besetzten Sveva Alviti zu einem Film, der nicht nur die Hardcore-Fans überzeugen dürfte.

Die Sängerin in ihrem Element (© EuroVideo)

Die Sängerin in ihrem Element (© EuroVideo)

Der Film ist ab dem 08.12.2017 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3,5 von 5 Punkten

 

Bild: Passend zur Thematik wird der Film in einem warmen, aber etwas verwaschen wirkenden Look präsentiert. Schärfe und Detaildarstellung schwanken zwischen guten und mittelmäßigen Momenten. Für die Art des Looks wirkt die Farbpalette aber immer noch ziemlich natürlich. Kontraste und Schwarzwert hätten manchmal etwas kräftiger sein dürfen. Gelegentlich ist ein Rauschen erkennbar, was aber nicht störend ins Gewicht fällt.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der französische Dolby Digital 5.1-Ton bieten einen gleichermaßen zufriedenstellenden Sound. Bei den zahlreichen Gesangseinlagen ist eine dynamische Klangabmischung zu bewundern, bei der auch die äußeren Boxen gut mit einbezogen werden. In den anderen Sequenzen spielt sich der Ton fast ausschließlich im Frontbereich ab. Nur ein paar Hintergrundgeräusche sorgen noch für ein wenig zusätzliche räumliche Aktivität. Die Dialoge sind durchgängig gut priorisiert und problemlos verständlich.

4 von 5 Punkten

Extras: Ein kleines, etwas eigenwillig gefilmtes Making of (9 Minuten), ein Interviews mit Lisa Azuelos (4 Minuten) und Sveva Alviti (7 Minuten), die Dalida-Songs „Je suis malade“ und „Besame Mucho“ in ihren Film-Fassungen (3 Minuten) und ein paar Trailer ergänzen die DVD.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: EuroVideo, Leinwandreporter TV, YouTube

Dalida

Originaltitel:Dalida
Regie:Lisa Azuelos
Darsteller:Sveva Alviti, Riccardo Scamarcio, Jean-Paul Rouve
Genre:Drama, Biopic, Musikfilm
Produktionsland/-jahr:Frankreich, 2016
Verleih:EuroVideo
Länge:122 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von EuroVideo

 

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 10.12.2017
Review: Dalida (DVD)

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