Review: Gemeinsam wohnt man besser (Kino)

Das Kinoplakat von "Gemeinsam wohnt man besser" (© Alamode Film)

Das Kinoplakat von „Gemeinsam wohnt man besser“ (© Alamode Film)

Inhalt: Seit dem Tod seiner Partnerin lebt Hubert (André Dussollier) allein in seiner großen Wohnung. Das Haus verlässt er nur, wenn er einkaufen muss. Seine Zeit vertreibt er sich mit Historienfilmen. Da er Unterstützung im Haushalt benötigt, möchte er eigentlich eine Putz-Hilfe engagieren. Durch einen dummen Zufall lädt er aber stattdessen die lebenslustige Studentin Manuela (Bérengère Krief) ein, die ein Zimmer zur Miete sucht. Widerwillig lässt er sich darauf ein, der jungen Frau vorübergehend Unterschlupf zu gewähren. Tatsächlich entwickelt sich bald so eine Art Freundschaft zwischen den beiden. Als Manuela es schafft, Hubert aus dem Haus zu bekommen und mit ihm zu trinken, überzeugt sie ihn ganz beiläufig davon, noch mehr Untermieter in die WG aufzunehmen. Schon bald sind mit der Krankenschwester Marion (Julia Piaton) und dem selbstmitleidigen Anwalt Anwalt Paul-Gérard (Arnaud Ducret) zwei neue Bewohner gefunden. Tatsächlich scheint diese Mischung trotz der enormen Unterschiede gut zu funktionieren. Als dann aber amouröse Verwicklungen für Chaos sorgen, beginnt Hubert die Ruhe zu vermissen.

Kritik: Eine Studentin zieht bei einem alten Griesgram ein. Wem diese Storyline sehr bekannt vorkommt, der hat wahrscheinlich „Frühstück bei „Monsieur Henri“ gesehen, der erst im Sommer als Frankreich-Export in die deutschen Kinos lief. Gewisse andere Ähnlichkeiten sind bei dem Film hier, der von François Desagnat inszeniert wurde, natürlich nicht von der Hand zu weisen. Das liegt schon allein daran, dass die typischen Zutaten für eine Komödie aus unserem Nachbarland hier vorhanden sind: Feurige Dialoge, schrullige Figuren und auch ein gewisses Maß an Ernsthaftigkeit. Natürlich entsteht so kein visionäres Kino. Doch es reicht in der Anfangsphase, um den Zuschauer mit milder, netter Comedy und zwei sympathischen Protagonisten in Beschlag zu nehmen. Auch wenn die Entwicklungen der Geschichte etwas arg bequem wirken, so sind sie doch nachvollziehbar.

Manuela treibt Hubert an den Rand der Verzweiflung (© Alamode Film)

Manuela treibt Hubert an den Rand der Verzweiflung (© Alamode Film)

Sobald der Film dann aber die WG weiter wachsen lässt, wirkt das ganze Szenario ein wenig überfrachtet. So bekommen Paul-Gérard und Marion eigene kleine Storylines, die bis auf das Aufstocken der Spielzeit auf insgesamt 97 Minuten keinen wirklichen Zweck erfüllen. Außerdem entwickelt sich der Film etwas mehr in die Richtung Klamauk. Gerade im letzten Drittel kommt es zu einigen skurrilen Momenten, die aus der Ausgangsstory nur bedingt erwartbar gewesen wären. Ein Hauptgrund, dass der Zuschauer sich nicht komplett in den Umwegen und Albernheiten des Drehbuchs verliert, sind die beiden sehr guten Hauptdarsteller. André Dussollier gibt den missmutigen, alten Zausel, der eher unverhofft noch einmal wirklichen Rummel in seinem Leben bekommt. Er harmoniert hervorragend mit der Komikerin Bérengère Krief (eine Art französische Amy Schumer), die eine große Entdeckung des Filmes ist. Auch wenn sie wie ein Wasserfall redet, hat sie eine derart herzliche Ausstrahlung und dazu gutes komödiantisches Timing, dass der Zuschauer sie einfach mögen muss. Die Co-Stars der beiden schaffen es nicht, ähnlich viel Interesse auf sich zu vereinigen.

Freunde des französischen Kinos werden hier sicherlich zufrieden sein. Zwar kommt der Film nicht ohne seine Klischees und Längen aus. Dafür ist er immer noch witzig genug, um über die meiste Zeit recht charmant zu unterhalten. Es liegt aber vor allem an dem Duo Dussollier und Krief, dass „Gemeinsam wohnt man besser“ trotz eines durchwachsenen Skripts eine insgesamt gelungene Komödie ist.

3 von 5 Punkten


Quelle: Alamode Film, Leinwandreporter TV, YouTube

Gemeinsam wohnt man besser

Originaltitel:Adopte Un Veuf
Regie:François Desagnat
Darsteller:André Dussollier, Bérengère Krief, Arnaud Ducret
Genre:Komödie
Produktionsland/-jahr:Frankreich, 2016
Verleih:Alamode Film
Länge: 97 MinutenFSK: ab 0 Jahren
Kinostart: 22.12.2016
Homepage:Gemeinsam wohnt man besser

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 22.12.2016
Review: Gemeinsam wohnt man besser (Kino)

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