Review: Doctor Who: Siebter Doktor – Volume 2 (DVD)

Das Cover von "Doctor Who: Siebter Doktor – Volume 2" (Quelle: Pandastorm Pictures)

Das Cover von “Doctor Who: Siebter Doktor – Volume 2” (Quelle: Pandastorm Pictures)

Inhalt: Seit neunhundert Jahren reist der Doktor (Sylvester McCoy) inzwischen durch Zeit und Raum und versucht, das Universum in Stand zu halten. Seit kurzem unterstützt und begleitet ihn die junge Ace (Sophie Aldred) auf seinen Reisen. So müssen sich die beiden erneut zwei Erzfeinden des Doktors, den Daleks und den Cybermen stellen, landen auf einem merkwürdigen Planeten, auf dem es etwas zu fröhlich zugeht und lernen eine äußerst eigenwillige Zirkustruppe kennen.

 

Kritik: Seit 1963 lief in der BBC die Science-Fiction-Eigenproduktion „Dr. Who“. Die zweite Staffel des siebten Doktors, die im Jahr 1988 ausgestrahlt wurde, war somit das 25. Jahr der Serie. Zwar wurde der Doktor ein Jahr darauf (bis zum Reboot im Jahr 2005) in den Ruhestand geschickt, was aber nichts daran ändert, dass er in diesem Jahr einige finale Schlachten schlagen darf. So bekommen er und Ace es in der ersten, vier Episoden andauernden Geschichte „Die Hand des Omega“ noch einmal mit den Daleks zu tun, die die Erde wieder vernichten wollen.

 

Das ist zwar sicher nicht die originellste Story der Serie, gibt den Fans aber einiges an inhaltlichem Zucker. Wesentlich spaßiger geht es in der skurrilen Dystopie „Die Macht der Fröhlichkeit“ zu. Die drei Folgen leben von ihren schrägen Sets, Kostümen und Figuren wie dem komplett aus Süßigkeiten bestehenden Scharfrichter Kandyman. Dazu kommen wunderbar überdrehte Einfälle, wie das Ertränken in Sirup für zu ernste Menschen.

Der Doktor und Ace bilden ein starkes Team (Quelle: Pandastorm Pictures)

Der Doktor und Ace bilden ein starkes Team (Quelle: Pandastorm Pictures)

In „Das Vermächtnis der Nemesis“ (3 Teile) gibt es eigentlich alles, was man für Unterhaltung in der „Doctor Who“-Welt zusammen mixen kann: Zeitreisende Magier, Nazis, eine mächtige Statue, eine Rückkehr der brutalen Cyberman und in der Mitte der Doktor und Ace, die alles verhindern müssen. „Die Todesmanege von Segonax“ (4 Teile) funktioniert als überdrehte Groteske. Sollte ein Zuschauer vorher schon Angst vor merkwürdigen Clowns gehabt haben, wird sich das nach dieser Story sicher nicht verbessern.

Von 1987 bis 1989 war der Schotte Sylvester McCoy in der Serie als Titelheld zu sehen gewesen. Mit verschrobenem Charme und reichlich Humor macht er auch hier in allen vier Geschichten Spaß und trägt die Serie mit seiner Performance. An seiner Seite gefällt Sophie Aldred. Zwar ist sie (*1962) erkennbar älter als ihr Rollenalter 16, aber dennoch sprüht sie als punkige, abenteuerlustige Ace wirklich vor Spielfreude. Natürlich kann man als Zuschauer inhaltlich nicht das Niveau erwarten, was viele der heutigen Serien haben. Hier gibt es teils naive, aber immer sympathische, funktionierende Unterhaltung zu sehen, die nicht vorgibt, mehr zu sein. Auch die einfachen Effekte werden wohl heutzutage niemanden mehr in Staunen versetzen, sondern wirken eher trashig.

Zum 25. Jubiläum lieferte „Doctor Who“ für die Volume 2 des siebten Doktors vier unterhaltsame Geschichten, die schräge Einfälle und alte Bekanntschaften mixen. Auch wenn einiges mittlerweile etwas angestaubt wirkt, funktionieren alle Storys noch mehr als ein Vierteljahrhundert später, was allein schon ein Erfolg ist.

Fieslinge wie der Kandyman machen dem Doktor das Leben schwer (Quelle: Pandastorm Pictures)

Fieslinge wie der Kandyman machen dem Doktor das Leben schwer (Quelle: Pandastorm Pictures)

Die Box ist seit dem 27.02.2015 auf DVD erhältlich.

3,5 von 5 Punkten

 

Bild: Natürlich sieht man der Serie recht deutlich ihr Alter an, was nicht nur an dem 4:3-Bildformat liegt. In puncto Bildschärfe und Detailzeichnung gibt es für heutig Verhältnisse maximal mittelmäßige Bilder. Die Farben sind recht blass. Dazu sind die Kontraste nicht immer optimal und die Aufnahmen manchmal sehr unruhig. Aber gerade das macht dieses nostalgische TV-Erlebnis ein wenig aus.

3 von 5 Punkten

Ton: Die deutsche und die englische Tonspur wird in der originalen Dolby Digital 2.0-Fassung präsentiert. Natürlich läuft hier alles über die Frontsprecher, was dazu führt, dass die immer verständlichen Dialoge und die Soundeffekte recht dumpf klingen. Aber auch hier: Eine 80er-Jahre-Serie in feinstem HD würde sich auch unnatürlich anhören.

2,5 von 5 Punkten

Extras: Es wird ein atemberaubendes Arsenal an Bonus-Materialien geboten. Zu „Die Hand des Omega“ gibt es die Featurettes „Klassentreffen“ (33 Minuten) und „Erinnerungen“ (15 Minuten), einige Deleted Scenes einschließlich Intro von Sophie Aldred (12 Minuten), ein Outtake-Video (4 Minuten), zwei Szenen in B-Roll-Aufnahmen (2 Minuten), den TV-Beitrag „Trailers & Continuity“ (5 Minuten), sowie eine Bildergalerie und weitere Infos (die es auch bei jeder der anderen Geschichten separat gibt). Auf der zweiten Disc befindet sich eine ausführliche Dokumentation „Davros Connections – Das Leben des Davros“ (43 Minuten), die sich mit dem Anführer der Daleks beschäftigt. „Die Macht der Fröhlichkeit“ wird durch die Featurettes „Glückseligkeit wird siegen“ (24 Minuten) und „Wenn Welten aufeinander treffen“ (46 Minuten) über die politische Dimension von „Dr. Who“ und einige entfernte Szenen (23 Minuten) ergänzt.

Zu „Das Vermächtnis der Nemesis“ gibt es die Featurettes „Industrial Action“ (34 Minuten), „Continuity“ (6 Minuten) und weitere entfernte Szenen (23 Minuten) als bewegten Bonus. Abschließend beinhaltet die fünfte Disc mit „Die Todesmanege auf Segonax“ noch die Featurettes „Die Show muss weitergehen“ (30 Minuten), „Verloren in der Dunkelheit“ (2 Minuten) und „Dr. Who in den Nachrichten“ (15 Minuten), einige entfernte Szenen (11 Minuten), Sequenzen in DD 2.0 und DD 5.1 im Vergleich, wo besonders auf die Musik geachtet wird ( insgesamt 14 Minuten) und ein Victoria Wood Sketch (1 Minute). Nach diesen mehr als sechs Stunden Bonusmaterial dürfte auch ein Fachfremder in der Welt von „Dr. Who“ heimisch sein.

5 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: Tardiselliot Trailers, YouTube

Doctor Who: Siebter Doktor – Volume 2

Originaltitel:Doctor Who: Seventh Doctor – Volume 2
Buchvorlage:Sydney Newman
Darsteller:Sylvester McCoy, Sophie Aldred, Simon Williams
Genre:Science-Fiction-Serie
Produktionsland/-jahr:UK, 1988
Verleih:Pandastorm Pictures
Länge:14 Episoden zu je 25 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Pandastorm Pictures

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 09.03.2015
Review: Doctor Who: Siebter Doktor – Volume 2 (DVD)

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