Review: Boy 7 (Kino)

Das Plakat von "Boy 7" (Quelle: Koch Media)

Das Plakat von “Boy 7” (Quelle: Koch Media)

Inhalt: In der U-Bahn erwacht Sam (David Kross, „Gefährten“) und kann sich an nichts mehr erinnern. Bald merkt er, dass die Polizei hinter ihm her ist. Hilfe bekommt er von einem ihm fremden Mädchen (Emilia Schüle), die ebenfalls keine Erinnerung mehr hat. Mit Hilfe eines Tagebuchs verfolgen sie die Spuren bis zu einer mysteriösen Besserungsanstalt, in der sie beide gelebt haben. Dort kümmern sich der Direktor Fredersen (Jörg Hartmann) und seine rechte Hand Isaak (Jens Harzer) um straffällige Jugendliche, die rehabilitiert werden sollen. Jedoch hat es innerhalb kurzer Zeit zwei Todesfälle gegeben und diejenigen, die bei dem Programm nicht mitziehen, verhalten sich nur wenig später auf merkwürdige Weise verändert. Nur mühsam gelingt es Sam, die Ereignisse zu rekonstruieren.

Kritik: „Boy 7“ basiert auf einem Roman der niederländischen Autorin Mirjam Mous. Nachdem der Stoff in diesem Jahr schon in den Niederlanden verfilmt wurde, hat der Hamburger Regisseur Özgür Yildirim („Chiko“) nun auch eine deutsche Fassung des Filmes gedreht. Im Rahmen des schlechten Rufes, den das deutsche Genre-Kino genießt, ist „Boy 7“ definitiv eine positive Überraschung. Die Mischung aus Teenie-Dystopien wie „Die Bestimmung – Divergent“ und „Anatomie“, einem der letzten deutschen Erfolge auf diesem Gebiet, wirkt auch bei einem Publikum, welches das Alter der Protagonisten bereits hinter sich gebracht hat. Mit cleveren Wendungen und einem hohen Spannungsbogen führt Yildirim durch die kurzweilige Handlung. Trotz vorhandener logischer Schwächen funktioniert das komplizierte Gebilde bis zum Ende ziemlich gut. Leider verpasst der Film ein wenig den Absprung und zeigt nach einer eigentlich idealen End-Szene noch drei Minuten absolut verzichtbares Material.

Sam und Lara wissen, dass an ihrer Schule etwas so gar nicht stimm (Quelle: Koch Media)

Sam und Lara wissen, dass an ihrer Schule etwas so gar nicht stimm (Quelle: Koch Media)

Die temporeichen, stark geschnittenen Aufnahmen der grellen Bonner U-Bahn stehen in einem optisch krassen (aber gelungenen) Kontrast zum beeindruckenden Schloss Nordkirchen, das als Spielort für die Besserungsanstalt gewählt wurde. David Kross hat trotz seines jungen Alters schon auf internationaler Bühne bewiesen, was für ein toller Schauspieler in ihm steckt. Hier ist er als Technik-Freak auf der Suche nach seiner Erinnerung eine absolute Idealbesetzung. Dazu stimmt die Chemie zwischen ihm und Co-Star Emilia Schüle, die als rebellische Lara ebenfalls zeigt, warum sie zu Deutschlands größten Nachwuchshoffnungen gehört. Sehr viel Spaß macht Jens Harzer als „Ausbilder“ Isaak. Schmierig und glatt wie ein Bond-Bösewicht sorgt er von Anfang an für eine finstere (aber auch augenzwinkernde) Stimmung im Film. Jörg Hartmann hat als zynischer Kommissar Faber schon gezeigt, wie stark er in aufgedrehten Rollen ist. Hier hält er sich ein bisschen weiter im Hintergrund, hat aber auch einige starke Szenen.

So entwickelt sich der Film als Puzzle, dass erst nach der Zeit für den Zuschauer und seine Hauptfiguren Sam und Jana immer mehr Sinn macht. Auch wenn nicht alles zusammenpasst, ist „Boy 7“ ein Mystery-Thriller, der den internationalen Vergleich nicht scheuen muss, mit tollen Bildern, hohem Tempo und einem gut aufgelegten Cast punktet und das Publikum bis kurz vor Ende rätseln lässt.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Koch Media, Leinwandreporter TV, YouTube

Boy 7

Originaltitel:Boy 7
Regie:Özgür Yildirim
Darsteller:David Kross, Emilia Schüle, Jörg Hartmann
Genre:Mystery-Thriller
Produktionsland/-jahr:Deutschland, 2015
Kinostart:20.08.2015
Verleih:Koch Media
Länge:108 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 17.06.2015
Review: Boy 7 (Kino)

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