Kurzkritik: Besondere Schwere der Schuld

Götz George, Hanno Kofler und Hannelore Elsner in "Besondere Schwere der Schuld" (Quelle: Eyeworks, Degeto, Cologne Conference)

Götz George, Hanno Kofler und Hannelore Elsner in “Besondere Schwere der Schuld” (Quelle: Eyeworks, Degeto, Cologne Conference)

Nach 30 Jahren wird Joseph Komalschek (Götz George) aus dem Gefängnis entlassen. Er zieht zurück in die Wohnung, wo er damals seine Nachbarin und deren Säugling getötet haben soll. Die Anwohner sind entgeistert von der Rückkehr des Gangsters. Vor allem Agnes (Hannelore Elsner) und Klaus Barner (Manfred Zapatka), der damals noch Polizist war und Komalschek überführt hat, haben schreckliche Angst. Ihr Sohn Thomas (Hanno Kofler), der inzwischen selbst bei der Polizei arbeitet, wird Teil eines Teams, das Komalschek rund um die Uhr beschattet. Schon bald ist klar, dass der Ex-Knacki etwas plant und ein Psychospiel mit Klaus und dessen Freunden anzettelt. Nach einiger Zeit beginnt Thomas selbst zu ermitteln, da er ahnt, dass noch etwas mehr hinter dem Fall stecken könnte.

Unter der Regie von Kaspar Heidelbach entstand dieser von Eyeworks und Degeto Film produzierte Psycho-Thriller, der am 07.10. im Rahmen der Cologne Conference von den Machern und Schauspielern im Residenz vorgestellt wurde. Schnell gelingt es, durch den mit einem Metallbein ausgestatteten Verbrecher Komalschek, eine angespannte Atmosphäre im Vorstadt-Idyll zu erzeugen. Dabei beeindruckt besonders eine fast schon beklemmende Szene, in der der Protagonist – stets begleitet von seinen Polizei-Bewachern – einem Einkauf nachgehen will und fast nur verängstigte oder strafende Blicke erntet. Zu diesem Zeitpunkt merkt jeder Zuschauer, dass Komalschek ein Fremdkörper ist, der nicht mehr in seine Straße passt. Die Spannung entsteht auch dadurch, dass der Ex-Häftling ein geheimes Ziel verfolgt. Doch was will er wirklich? Und was planen die zu sehr involvierten Nachbarn?

Leider fällt der Film im Verlauf ein bis zwei falsche Entscheidungen, durch die er sich selbst diesem mysteriösen Element etwas beraubt und in der zweiten Hälfte recht vorhersehbar wird. Das ändert nichts an den superben Schauspielleistungen, mit denen „Besondere Schwere der Schuld“ aufwarten kann. Vor allem Götz George, dem die Rolle des Komalschek auf den Leib geschneidert wurde und Hannelore Elsner zeigen wieder einmal, warum sie absolute Legenden der deutschen Kino-Landschaft sind.

Insgesamt ist „Besondere Schwere der Schuld“ ein gut gefilmter Psychothriller, der weit über dem Durchschnitt deutscher TV-Produktionen liegt. Wer Götz George und seine Kollegen in Hochform erleben will, ist hier genau richtig. Hätte der Film sich seine Rätsel noch etwas länger bewahrt, wäre hier sogar noch mehr möglich gewesen.

Der Film ist am 01.11.2014 in der ARD zu sehen.

3,5 von 5 Punkten

Besondere Schwere der Schuld

Originaltitel:Besondere Schwere der Schuld
Regie:Kaspar Heidelbach
Darsteller:Götz George, Hannelore Elsner, Hanno Kofler
Genre:Psychothriller
Produktionsland/-jahr:Deutschland, 2014
Verleih:Eyeworks, ARD Degeto
Länge:90 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 09.10.2014
Kurzkritik: Besondere Schwere der Schuld (Kino)

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