Review: Jackass – Bad Grandpa (Blu-ray)

Das Cover von "Jackass - Bad Grandpa" (Quelle: Paramount Pictures)

Das Cover von „Jackass – Bad Grandpa“ (Quelle: Paramount Pictures)

Irving Zisman (Johnny Knoxville) ist entgeistert: Als er gerade dabei ist, seine Frau zu beerdigen, gesteht seine Tochter dem 86 Jahre alten Mann, dass sie wieder einmal ins Gefängnis muss. Aus diesem Grund soll der alte Sonderling seinen acht Jahre alten Enkel Billy (Jackson Nicoll, „The Fighter“) beaufsichtigen und zu dessen untauglichen Vater (Greg Harris) ans andere Ende des Landes bringen. Nur widerwillig macht sich Irving auf den Weg und verbreitet quer durch die Staaten Chaos.

Es ist länger her gewesen, dass sich „Jackass“-Gründungsvater Johnny Knoxville auf die Straße begeben hat, um Streiche zu spielen. Deswegen musste sein Comeback etwas ganz besonderes werden. Eine Figur, die doppelt so alt ist zu verkörpern, scheint da eine angemessene Idee. Dank einer grandiosen und sogar Oscar-nominierten Maske nimmt man ihm das Alter jederzeit ab. So zieht er mit dem putzigen Jackson Nicoll durch die Gegend und führt Leute hinters Licht. Tatsächlich ist der Film von „Jackass“-Stamm-Regisseur Jeff Tremaine wirklich lustig geworden. Außerdem war der aktuell zum vierten Mal für den Oscar nominierte Spike Jonze („Her“) als Co-Autor am Skript beteiligt. Natürlich ist der Humor unter der Gürtellinie. Wer sich daran stört, dürfte sowieso nicht in Versuchung kommen, diesen Film zu sehen. Aber im Gegensatz zu den unerträglichen Furzwitzen von „Ghost Movie“ und vergleichbar dümmlichen Parodien macht es sich „Bad Grandpa“ südlich der Gürtellinie gemütlich und liefert einen Lacher nach dem anderen. Sicherlich stößt er dabei auch zeitweise über jegliche Geschmacksgrenze hinaus. Dennoch sind hier genug wirklich gut funktionierende Gags vorhanden, sodass man über diese Schwäche hinwegsehen kann.

Knoxville und Nicoll – ein ungleiches Traumduo

Ein ungleiches Duo (Quelle: Paramount Pictures)

Ein ungleiches Duo (Quelle: Paramount Pictures)

Der letzte Film mit „Versteckter Kamera“, der derart amüsant war, dürfte Sascha Baron Cohens „Borat“ gewesen sein, der inzwischen schon Kultstatus genießt. Egal ob eine Trauerfeier mit anwesendem Chor und Cateringservice den Bach runter geht, Irving zwei bemitleidenswerte Möbelpacker zum beseitigen einer Leiche anheuert, eine Bingohalle in Aufruhr versetzt oder ein Fastfood-Maskottchen ins Jenseits befördert: „Bad Grandpa“ hat meistens genau das richtige Timing. Wenn dann Irving mit Billy einen Schönheitswettbewerb ins Absurde führt, mischt sich auch noch Sozialkritik in das derbe Treiben.Was vielleicht überraschen dürfte: Auch schauspielerisch ist der Film, der auf der Blu-ray in der Kinofassung und in einem 10 Minuten verlängerten Extended Cut vorliegt, vollkommen überzeugend.

Johnny Knoxville ist in seiner Verkleidung nicht wiederzuerkennen, hat aber auch jenseits der 40 nichts von seinem unbedarft-schamlosen Witz verloren. Wie er einen Fastfood-Schichtleiter zur Weißglut bringt oder während der Ladys Night in einer Bar die männlichen Stripper vergrault, ohne aus seiner Rolle zu fallen, ist schon imponierend. Dabei bekommt er starke Unterstützung des jungen Jackson Nicoll. Wie charmant und reif er seine Rolle verkörpert und wie glaubwürdig er schon so früh andere Leute vorführt, lässt (für andere Schlimmes befürchten und) auf eine große Schauspielkarriere hoffen.

Auch wenn „Jackass: Bad Grandpa“ eindeutig in die Rubrik „Geschmackssache“ fällt, gehört die wilde Odyssee eines ungleichen Duos zu den lustigsten Filmen des Kinojahres 2013. Der Anarcho-Spaß hat aber neben zumeist bösen Gags sogar noch eine interessante Charakterentwicklung und einige herzliche Zwischenmomente zu bieten, was den Film trotz kleiner Schwächen zu einem absolut positiven Erlebnis werden lässt.

Opa ist betrunken (Quelle: Paramount Pictures)

Opa ist betrunken (Quelle: Paramount Pictures)

Der Film ist ab dem 27.02.2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3,5 von 5 Punkten

 

Bild: Da der Film mit versteckten Kameras gedreht wurde, ist natürlich kein sonderlich auffälliges HD-Kino erwartbar gewesen. So überrascht es auch nicht, dass die Qualität von wirklich guten, scharfen und detailreichen Aufnahmen, bis hin zu weich gezeichneten und verrauschten Bildern geht. Bei den besseren Bildern sind Farbwahl und Kontraste wirklich zufriedenstellend, bei den schlechteren erkennt der Zuschauer aber immer noch alles, was nötig ist. Ein besseres Bild war nicht machbar.

3 von 5 Punkten

Ton: Ähnlich wie beim Bild müssen auch bei der englischen und der deutschen (grundsätzlich verlustlosen) DTS-HD MA 5.1-Tonspur einige Abstriche gemacht werden. Die Dialoge sind eigentlich immer gut verständlich, was anhand der teilweise komplizierten Drehbedingungen schon überrascht. Auch die Geräusche der Umwelt werden ordentlich wiedergegeben, ohne dabei für einen sauberen Surround-Sound zu sorgen. Die rühmliche Ausnahme bildet da natürlich der nachträglich eingefügte Score. Auch hier im Rahmen der Möglichkeiten ein gutes Ergebnis.

3 von 5 Punkten

Extras: Ein sehr ausführliches und unterhaltsames Behind the Scenes-Featurette (35 Minuten) ist ebenso spaßig und sehenswert wie der Beitrag „Andere?“ (20 Minuten) und ein paar entfernter Szenen (6 Minuten). Insgesamt bieten die Extras einen echten Mehrwert zum Film.

4 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: Paramount Pictures, YouTube

Jackass: Bad Grandpa

Originaltitel:Jackass: Bad Grandpa
Regie:Jeff Tremaine
Darsteller:Johnny Knoxville, Jackson Nicoll, Greg Harris
Genre:Komödie
Produktionsland/-jahr:USA, 2013
Verleih:Paramount Pictures
Länge:102 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Offizielle Homepage zum Film:Der Internetauftritt von "Jackass: Bad Grandpa"

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