InfeCtiON 2014 – Rückblick

Michael Rooker mit Moderator (Bild: Thomas Trierweiler)

Michael Rooker mit Moderator (Bild: Thomas Trierweiler)

An diesem Wochenende stand im Düsseldorfer Hilton Hotel alles im Zeichen der Zombies, da von Freitag bis Sonntag dort die „InfeCtiOn“ stattgefunden hat. Zentraler Punkt der ersten Convention von Entertainment Events war natürlich „The Walking Dead“, die aktuell vielleicht erfolgreichste Serie der Welt. So waren mit Michael Rooker (Merle), IronE Singleton (T-Dog), Jose Pablo Cantillo (Martinez), Lew Temple (Axel), Daniel Thomas May (Allen), Kyle Gallner (Zach) sowie dem kurzfristig angereisten Travis Love (Bowman) gleich sieben Darsteller vor Ort. Am Freitag gab es nach der Eröffnungszeremonie die Möglichkeit, Tickets für ein Meet & Greet oder einen Fototermin mit dem persönlichen Liebling zu erwerben. Ansonsten gab es noch ein Screening der ersten beiden Folgen der vierten Staffel, das für alle Fans frei zugänglich war.

Der Samstag war für die meisten der Besucher der Tag der Frage- und Antwort-Runden, für die die Stargäste nach und nach auf die Bühne kamen und insgesamt für etwa fünf Stunden von all ihren Erfahrungen berichteten. Natürlich gab es parallel auch wieder Fotos, Meet &Greets, sowie eine offene Autogrammstunde mit Michael Rooker und Lew Temple, die auch für Besucher zugänglich war, die keine Veranstaltungskarte hatten. Als Alternativprogramm gab es auch noch Workshops zum Comic-Zeichnen und zum Story Telling von Comics. Leider kamen Dekoration und Ausschilderung im Hotel ebenso zu kurz wie Merchandise-Stände, die viele Gäste vergeblich suchten. Als bekennender Fan der Serie habe ich mich aber auf die Panels konzentriert und konnte wie die anderen Besucher (nachdem ich das Panel von Travis Love verpasst hatte) einen äußerst gut gelaunten Jose Pablo Cantillo begrüßen, der reihenweise wilde Theorien zur Serie beantwortete, von großen Filmproduktionen wie „Elysium“ und „Crank“ berichtete und hemmungslos herumalberte.

Jose Pablo Cantillo sucht eine Daughter of Anarchy (Bild: Thomas Trierweiler)

Jose Pablo Cantillo sucht eine Daughter of Anarchy (Bild: Thomas Trierweiler)

So kreierte in Gedenken an einen seiner verblichenen Seriencharaktere kurzerhand die „Daughters of Anarchy“ und machte sich sogleich auf die Suche nach passenden Cast-Mitgliedern. Als er dann noch von einem treuen weiblichen Fan eine selbst gebastelte Puppe geschenkt bekam, bot dieser eine mäßig professionelle, aber dafür sehr unterhaltsame „Bauchredner“-Show. Nach dieser großartigen Eröffnung sollte mit IronE Singleton der emotionale Höhepunkt des Tages folgen. Singleton zeigte sich stolz und glücklich über die Erfolge von „Walking Dead“ und dem Oscar-prämierten Sportlerdrama „Blind Side“, bei dem er an der Seite von Sandra Bullock zu sehen war. Die Frage, ob ihn seine recht geringe Spielzeit in vielen Phasen der Zombie-Serie für ihn störend gewesen wäre vereinte er sehr glaubwürdig. Danach erzählte er erschreckend offen von seiner schlimmen Kindheit.

Er lebte in einer schlimmen Gegend von Atlanta und musste nach dem frühen Tod seines Vaters seine Jugend als bewaffneter Drogendealer auf der Straße verbringen. Dort verlor er die meisten seiner Freunde, da diese entweder ermordet wurden oder im Gefängnis landeten. Erst nach dem Drogentod seiner Mutter wendete sich Singleton der Religion zu und schaffte es bekanntlich bis ganz nach oben. Nach atemlosen Schweigen und tosendem Applaus fügte er verschmitzt hinzu, dass sein Lieblingsfilm nicht ohne Grund „Rocky“ sei. Aber auch der reine Unterhaltungsteil kam bei Singleton nicht zu kurz: Auf die Bitte eines Edelfans führte er seine ganz eigene Interpretation des „Thriller“-Tanzes auf (wie einige Bilder belegen).

IronE Singleton im "Thriller"-Modus (Bild: Thomas Trierweiler)

IronE Singleton im “Thriller”-Modus (Bild: Thomas Trierweiler)

Der dritte Gast auf der Bühne war Kyle Gallner, der zwar nur eine Episode in der Serie zu sehen gewesen ist, aber ansonsten schon auf eine imposante Filmografie blicken kann. So erzählte er von zahlreichen Serien wie „Veronica Mars“, „Smallville“ und „CSI:NY“. Darüber hinaus konnte er sehr positiv über die Arbeit mit Megan Fox in „Jennifer’s Body“ und mit Kevin Smith und Michael Parks in „Red State“ sowie vom „Nightmare on Elm Street“-Remake (wobei ich an seiner Stelle speziell über letzteres den Mantel des Schweigens hüllen würde). Nicht ohne Augenzwinkern fiel ihm beim Blick auf seine bisherige Karriere auf, dass seine Figuren eher selten lebendig aus einer Geschichte herauskommen. Ebenfalls sehr sympathisch war der darauf folgende Auftritt des langjährigen Theater-Schauspielers Daniel Thomas May, der mit einigen Scherzen über seine (tatsächlich erstaunliche) Ähnlichkeit zu Andrew Lincoln eröffnete. Daneben outete sich May als jahrelanger „The Walking Dead“-Fan, der lange vor Serienstart schon die Comicbücher verschlungen hat. Wie viele der anderen hatte auch er einiges zum Todesprozess in der Serie zu erzählen (dazu in einem anderen Beitrag mehr).

Danach folgte der vielleicht am meisten erwartete Auftritt. Der 58-jährige Michael Rooker, der schon Jahre vor der Serie in Kultproduktionen wie „Cliffhanger“ und „Slither“ mitwirkte, erlebt dank seiner Rolle als rassistisch-sarkastischer Redneck Merle Dixon aber definitiv einen zweiten Karrierefrühling. Mit Sonnenbrille und Kappe vermummt, erfüllte er auf der Bühne alle Erwartungen. Mit seiner berühmt-kratzigen Stimme spielte er regelrecht mit dem Publikum und sorgte mit oft herbem Humor für reihenweise Lacher. Dabei erzählte er frei und ohne Tabus von allem, was die Fans rund um die Serie wissen wollten. Insgesamt war es ein schwer zu beschreibendes Erlebnis. Es sollte nur so viel gesagt sein: Wer einmal die Chance hat, eine Frage & Antwort-Runde mit Michael Rooker zu besuchen, sollte das auf keinen Fall versäumen.

Lew Temple beendete die Talk-Runde (Bild: Thomas Trierweiler)

Lew Temple beendete die Talk-Runde (Bild: Thomas Trierweiler)

Als abschließender Bühnengast betrat dann Vollblut-Südstaatler Lew Temple die Bühne und gab sichtlich alles, um dem verwöhnten Publikum weiter beste Unterhaltung zu liefern, was ihm mit Charme und Witz auch gelang. Dabei schwärmte er immer wieder von seiner Figur Axel und zeigte sich von seiner sehr überraschenden Todesszene begeistert. Danach endete dieser Teil der Veranstaltung, da sich alle Stargäste für die offizielle Autogrammstunde bereit machten. Für mich war es an der Zeit nach Hause zu fahren und diese erste Veranstaltung von Entertainment Events Revue passieren zu lassen.

Die noch vorhandenen Kinderkrankheiten wirkten sich hauptsächlich auf den Pressebereich aus (so musste unser Interview mit Lew Temple sehr kurzfristig gecancelt werden). Daneben fiel, wie bereits angesprochen, die fehlende Dekoration und der sehr knapp bemessene Verkaufsbereich auf. Am Programm für die Zuschauer gab es aber ansonsten nichts auszusetzen. In recht intimem Rahmen wurde den Fans die Möglichkeit gegeben, aus erster Hand mehr über die Erfolgsserie zu erfahren. Wir dürfen durchaus gespannt sein, wie die nächsten Veranstaltungen von Entertainment Events aussehen werden. Eine neue Veranstaltung rund um „Supernatural steht für das kommende Jahr schon in den Startlöchern.

 

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 07.02.2014
Infection 2014 – Ein Rückblick

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen