Review: Bad Neighbors (Kino)

Das Plakat von "Bad Neighbors" (Quelle: Universal Pictures)

Das Plakat von „Bad Neighbors“ (Quelle: Universal Pictures)

Endlich haben Kelly (Rose Byrne, „The Place Beyond The Pines“) und Mac Radner (Seth Rogen, „Unterwegs mit Mum“) für sich und die neugeborene Tochter ein beschauliches Vorstadt-Häuschen gefunden. Die idyllischen Bedingungen sind für das biedere Pärchen wie gemacht. Mit der Ruhe und dem Frieden ist es aber bald vorbei, als eine Studentenvereinigung unter der Leitung des stets feierlustigen Teddy (Zac Efron, „The Paperboy“) im Nachbarhaus einzieht. Nach ersten Annäherungsversuchen ist das junge Ehepaar aufgrund des durchgehenden Party-Lärms der Verzweiflung nah und ruft heimlich die Polizei. Davon ist Teddy aber gar nicht begeistert und hebt den Nachbarschaftsstreit auf eine neue Ebene. Schon bald ist klar, dass entweder die Radners oder die Verbindung nachgeben und ausziehen müssen. Das scheinbar brave Pärchen mobilisiert alle Kraftreserven und Tricks, um ihr Traumhaus wiederzubekommen. Ein finaler Plan soll alles entscheiden.

Nicholas Stoller („Nie wieder Sex mit der Ex“) ist bekannt für Komödien mit oft herbem, aber meist doch treffenden Humor. Genau in dieses Feld passt auch seine neuestes Werk „Bad Neighbors“, welches wenig überraschend voll auf brachialen Witz südlich der Gürtellinie setzt. Da werden sich einige genervt abwenden, dabei ist der Film vor allem eines: Unverschämt lustig. Die Gag-Dichte ist so hoch, dass man gefühlt kaum aus dem Lachen herauskommt, auch wenn nicht jede Pointe zündet. Der Film lebt von seiner überspitzten, aber irgendwo doch alltäglichen Geschichte rund um Nachbarn, die auf keinen Fall Wand an Wand leben sollten. Dank der schrullig-witzigen Charaktere fühlt man sich in der Gag-Parade schnell zu Hause und erwischt sich auch bei Scherzen rund um Dildos und Milchdrüsen beim Grinsen. Auch wenn die Sympathien hier eindeutig dem spießigen Normalo Mac zuteil werden, entwickelt sich hier ein schräger Spaß, bei dem die Altersfreigabe ab 12 Jahren schon sehr überrascht.

Efron vs. Rogen

Die Radners freuen sich auf neue Nachbarschaft (Quelle: Universal Pictures)

Die Radners freuen sich auf neue Nachbarschaft (Quelle: Universal Pictures)

Eine große Stärke sind die originellen Film- und Serienreferenzen, die hier von „Batman“ über „Breaking Bad“ gestreut werden und von einfach putzig bis brüllend komisch gehen. Da der Film sehr von seinem Wortwitz lebt, geht aber schon hier und da etwas im Zuge der Synchronisation verloren. Doch auch so ist der Film noch wesentlich amüsanter wie die meisten Genre-Vertreter der vergangenen Jahre, die auf den Stil bekannter Judd Apatow-Werke („Beim ersten Mal“) aufgesprungen sind. Für einen guten Teil der komödiantischen Qualität sorgt natürlich Seth Rogen, der mit schluffigem Charme und einer Menge Spielfreude auftrumpft. Dabei ergänzt er sich blendend mit seinen Spielpartnern Efron und Byrne. Auch wenn es viele nicht glauben wollen, ist Disney-Star und Teenie-Schwarm Zac Efron hier wirklich witzig. Wie er als weltfremder, aufbrausender Partylöwe agiert und ihn mit seiner wundervollen Naivität in den Zweikampf mit Rogens Mac schickt, sorgt für großes Vergnügen. Die Australierin Rose Byrne hat schon in „Das hält kein Jahr…!“ gezeigt, wie viel komödiantisches Talent in ihr steckt. Genau diese Qualitäten ruft sie hier erneut ab.

Auch wenn der Film sicherlich nicht jeden Geschmack treffen wird, ist „Bad Neighbors“ derber Humor vom Feinsten. Gerade die drei gut aufgelegten Hauptdarsteller toben sich aus und sorgen so für eine sicherlich nicht anspruchsvolle, aber ungemein witzige Kinoerfahrung, die sich in 96 Minuten praktisch keinen Durchhänger erlaubt.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Universal Pictures, YouTube

Bad Neighbors

Originaltitel:Neighbors
Regie:Nicolas Stoller
Darsteller:Seth Rogen, Zac Efron, Rose Byrne, Dave Franco
Genre:Komödie
Produktionsland/-jahr:USA, 2014
Verleih:StudioCanal
Länge:96 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:08.05.2014

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