Review: Oldboy (Kino)

Das Plakat von "Oldboy" (Quelle: Universal Pictures)

Das Plakat von “Oldboy” (Quelle: Universal Pictures)

Inhalt: Werbemanager Joe Doucett (Josh Brolin) ist nicht gerade ein angenehmer Zeitgenosse. Er trinkt zu viel und kümmert sich kaum um seine Tochter, die bei seiner Ex-Frau lebt, als er 1993 entführt wird. Er erwacht in einem scheinbaren Hotelzimmer ohne Tageslicht und Ausgang, in dem er vollkommen von der Außenwelt isoliert wird und außer Fernsehen und Essen keine Beschäftigung. Dann erfährt er, dass seine Ex-Frau tot und er Hauptverdächtiger ist. Nach 20 Jahren Gefangenschaft wird er auf einmal auf freien Fuß gesetzt. Getrieben von Rachegefühlen muss er bald feststellen, das er immer noch Teil des teuflischen Spiels eines geheimnisvollen Fremden (Sharlto Copley, „Europa Report“) ist. Mit Hilfe der jungen Sozialarbeiterin Marie (Elisabeth Olsen) macht er sich auf die Suche nach seiner Vergangenheit und stößt auf immer mehr Rätsel.

 

Kritik: Der gleichnamige koreanische Film „Oldboy“ von Park Chan-wook („Stoker“) aus dem Jahr 2003 wurde weltweit zum Kult, weswegen die Proteste gegen eine Neuauflage so laut waren, dass sich Steven Spielberg und Will Smith aus dem Projekt verabschiedet haben. So kam Spike Lee („Inside Man“) zum Einsatz und liefert einen handwerklich hervorragenden Psychothriller, der vor allem für diejenigen, die das Original bislang versäumt haben (zu denen ich mich zählen muss), äußerst vergnüglich ist. Die zahlreichen Überraschungsmomente, die die Geschichte beinhaltet, sind denjenigen, die die koreanische Fassung gesehen haben, natürlich schon bekannt.

 

Brolin und Copley in Top-Form

Marie und Joe forschen nach Hintergründen (Quelle: Universal Pictures)

Marie und Joe forschen nach Hintergründen (Quelle: Universal Pictures)

Für sich genommen, bietet „Oldboy“ drei Akte: Eine Anfangsphase, in der wir den versoffenen und selbstgerechten Protagonisten kennen lernen und auch einige augenzwinkernde Momente zu sehen bekommen. Schon hier ist Josh Brolin absolut ausgezeichnet. Die Phase der Gefangenschaft wird dann gezwungenermaßen zu einer One-Man-Show Brolins, die dieser mit Bravour und einem an den Volleyball Watson aus „Cast Away“ erinnernden Kopfkissen, meistert. Besonders herzzerreißend ist die Szene mit einer Mäusefamilie, die der vereinsamte Joe „adoptiert“. Kurz nach seiner Freilassung geht es dann gewaltig zur Sache. Interessante, gut ausgetüftelte Charaktere und gnadenlose Gewaltexzesse machen „Oldboy“ zu einem sehenswerten und ebenso verstörenden Erlebnis. Hier wird gehämmert und geschossen, das es den zarter besaiteten Zuschauern etwas anders werden dürfte.

Schauspielerisch gibt es neben Brolin noch einige weitere bekannte Gesichter. Die junge Elisabeth Olsen („Kill you Darlings“) ergänzt sich als hilfsbereite Marie gut mit Brolin und überzeugt auch so auf ganzer Linie. Michael Imperioli („“) spielt als Joes bester Freund Chucky einen souveränen Part. Auch Samuel L. Jackson („Jackie Brown“) als psychotischer Chaney macht durchaus Spaß. Ein wirklicher Höhepunkt des Filmes ist aber der Südafrikaner Sharlto Copley, der sich immer mehr in den Vordergrund Hollywoods spielt. Hier gelingt es ihm als eigenwilligem Fremden eine herrliche Mischung aus Arroganz und Boshaftigkeit auf die Leinwand zu bringen.

In wieweit ein solches Remake notwendig war, ist natürlich strittig. Insgesamt ist Spike Lee aber mit seiner „Oldboy“-Version, trotz arg konstruierter Elemente ein spannender, schräger und äußerst unterhaltsamer Film gelungen, der sicher auch seine Liebhaber finden wird.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Universal Pictures, YouTube

Oldboy

Originaltitel:Oldboy
Regie:Spike Lee
Darsteller:Josh Brolin, Samuel L. Jackson, Sharlto Copley
Genre:Psychothriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2013
Verleih:Universal Pictures
Länge:104 Minuten
FSK:ab 16 Jahren
Kinostart:05.12.2013
Homepage:Der Internetauftritt-Auftritt von "Oldboy"

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