Review: When The Lights Went Out (Blu-ray)

Blu-ray-Cover von "When the Lights went out" (Quelle: Ascot Elite)

Blu-ray-Cover von “When the Lights went out” (Quelle: Ascot Elite)

Zu Zeiten der Rezession 1974 zieht die Familie Maynard in ein Haus nach Yorkshire. Die Tochter Sally (Tasha Connor) sträubt sich mit aller Macht gegen den Umzug. Deswegen sind Vater Len (Steven Waddington) und Mutter Jenny (Kate Ashfield) auch nicht besonders verwundert, als Sally ihnen von Geistererscheinungen und Terror im Haus berichtet. Bald müssen sie aber einsehen, dass ihre Tochter nicht nur Blödsinn erzählt und tatsächlich so einiges in dem Haus nicht stimmt: Das Licht flackert, Bilder und Gegenstände bewegen sich plötzlich, die Temperatur sinkt innerhalb eines Moments. Die Maynards sind das Opfer eines Poltergeistes, der besonders Sally im Blick zu haben scheint. Um dem Geist aus dem Weg zu gehen, der ihre ohnehin kriselnde Ehe weiter verschlimmert, will Len ausziehen. Jenny weigert sich aber beharrlich, ihr Traumhaus so leicht aufzugeben. So rufen sie den örtlichen Priester, der mit einem Exorzismus den ungebetenen Gast aus dem Haus verjagen soll.

Regisseur Pat Holden(„Awaydays“) siedelte den Film in einer Zeit an, in der Stromausfälle in Nordengland an der Tagesordnung waren, was eine nicht unbedingt schlechter Ausgangspunkt für eine Gruselgeschichte ist. Inwieweit „When The Light Went Out“ auch sonst auf wahren Begebenheit basiert, wie die Einleitung suggeriert, darf aber in Frage gestellt werden. Das ändert nichts an der packenden Atmosphäre, die Holden in Minuten mit einem Mix aus Sozialdrama und Horror etabliert. Die Häuser sind etwas kleiner und die Figuren sind etwas kantiger, als der Zuschauer von der amerikanischen Einheitsware gewohnt sein dürfte. So entwickeln sich hier auch echte Charaktere, die mit ihren Unsicherheiten und Fehlern zu kämpfen haben. Die Grusel- und Spannungselemente im Film funktionieren ebenfalls erstaunlich gut, obwohl sich der Regisseur zum großen Teil auf altbewährte Taschenspielertricks (Auge hinterm Schlüsselloch) beschränkt. In der etwas überdrehten Schlussphase kommen einige Special Effects zum Einsatz, die aber nicht so recht in das bis dahin stimmige Gesamtbild passen wollen.

Sally und Jenny sind von den Ereignissen gezeichnet (Quelle: Ascot Elite)

Sally und Jenny sind von den Ereignissen gezeichnet (Quelle: Ascot Elite)

Eine Debütantin ragt heraus

Tasha Connor war hier als 13 Jahre alte Sally erstmals in einem Film zu sehen. Warum Holden der unerfahrenen Darstellerin die Hauptrolle überließ, wird schon in den ersten Momenten des Filmes klar. Ihre Darstellung der nörgelnden Rebellin, die nicht so recht Anschluss in ihrem neuen Umfeld bekommt, ist in tiefstem Maße realistisch und glaubwürdig. Es kann davon ausgegangen werden, dass sich der Zuschauer an den Anblick der talentierten Jungdarstellerin gewöhnen darf. Kate Ashfield wurde 2004 als Simon Peggs Freundin Liz in dem Kultfilm „Shaun of the Dead“ einem internationalen Publikum bekannt. Ihre Darstellung der scheinbar biederen Mutter Jenny besticht durch eine wunderbare Doppelbödigkeit, die die Wandlung ihrer Figur absolut nachvollziehbar macht. Auch Steven Waddington als dem Alkohol zugeneigter Vater Len spielt durchgehend stark und überzeugt auf ganzer Linie.

Martin Compston („Spurlos – Die Entführung der Alice Dreed“ ) als Sallys Lehrer Mr. Price, Andrea Lowe („Banks“) als Jennys Freundin Rita und Gary Lewis („Gangs of New York“) als so gar nicht keuscher Father Klifton ergänzen die Besetzung sehr gut.

Father Klifton beim Exorzismus (Quelle: Ascot Elite)

Father Klifton beim Exorzismus (Quelle: Ascot Elite)

„When The Lights Went Out“ ist in vieler Hinsicht Horror, wie der Zuschauer ihn schon mehrmals gesehen hat. Da es Pat Holden aber nicht dabei belässt und dazu noch eine hochinteressante Milieu-Studie liefert, macht der Film bis auf den mäßigen Abschluss durchgehend Spaß.

Ab dem 20.11.2012 ist der Film auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3,5 von 5 Punkten

 

Bild: Die Farbauswahl wechselt zwischen kühl-bläulichen und dreckig gelb-braunen Tönen, was gut zu der Stimmung des Films passt. Schärfe und Kontrast sind recht ordentlich, aber bei einigen Szenen gehen Details verloren und teilweise tritt ein leichtes Filmkorn auf.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der karge, atmosphärische Soundtrack und die Schockeffekte wurden sehr gut abgemischt. Die Dialoge sind stets verständlich. Das bei dem Film keine außergewöhnlichen Effekte auftreten, war zu erwarten gewesen.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Neben zwei kurzen Behind the Scenes-Featurettes liegen noch einige Trailer bei.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten

Quelle: Ascot Elite, YouTube

When the Lights Went Out

Originaltitel:When the Lights Went Out
Regie:Pat Holden
Darsteller:Kate Ashfield, Nicky Bell, Alan Brent
Genre:Horror
Produktionsland/-jahr:UK, 2012
Verleih:Ascot Elite
Länge:86 Minuten
FSK:ab 16 Jahren
Offizielle Homepage zum Film:Der Internetauftritt von "When The Lights Went Out"

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 19.11.2012
When The Lights Went Out(Blu-ray)

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