Review: Schlacht um Finnland (DVD)

Der Packshot von "Schlacht um Finnland" (Quelle: Pandastorm Pictures)

Der Packshot von “Schlacht um Finnland” (Quelle: Pandastorm Pictures)

Inhalt: Im Juni 1944 startet die Sowjetunion eine militärische Großoffensive gegen Deutschland und Finnland. Obwohl die Finnen zahlenmäßig chancenlos unterlegen sind, bereiten sie eine Gegenattacke vor. Genral Lagus (Marcus Groth) befehligt die Jägerbrigaden und die Panzerdivision. Währenddessen sorgt er sich um seinen Sohn (Onni Thulesius), der auf dem Panzer des jungen Virtanen das Sturmgeschütz bedient. Mit Hilfe der Luftstreitkräfte des Gefechtsverbandes Kuhlmey rücken die Soldaten nach Tali-Ihantala vor, wo sie in die entscheidende Schlacht um die Zukunft Finnlands ziehen.

 

Kritik: Nachdem Ake Lindmann 2004 mit dem Weltkriegsfilm „Beyond the Frontline“ einen Überraschungshit landen konnte, folgte 2007, zwei Jahre vor seinem Tod, „Schlacht um Finnland“. „Schlacht um Finnland“ behandelt das Gefecht von Tali-Ihantala, das bis heute als die größte Schlacht Nordeuropas zählt. Trotz dieser interessanten und exakt recherchierten Grundgeschichte, sowie erneut äußerst aufwändigen Kulissen kann dieser Film in keiner Weise an seinen Vorgänger anknüpfen.

Die auf den Erzählungen von Veteranen basierende Story wirkt leider zu sehr wie ein Lehrfilm aus dem Geschichtsunterricht, was gleich mehrere Gründe hat. Lindmanns neutrale Erzählweise lässt zwar nie Pathos aufkommen, wirkt aber zu distanziert, um die Zuschauer am Schrecken des Krieges teilhaben zu lassen. Dazu fehlen auch wirkliche Hauptfiguren, mit denen eine Identifizierung stattfinden könnte. Keine der Figuren wird auch nur ansatzweise tiefergehend charakterisiert. Die Dialoge sind ebenfalls nicht besonders mitreißend, was aber auch an der monotonen deutschen Synchronisation liegt.

Der langsame Schnitt und die minutiöse Aneinanderreihung der Ereignisse wollen ebenfalls keine echte Spannung aufkommen lassen. Da die emotionalen Auswirkungen auf die Soldaten nur angerissen werden und auf die Motivationen Finnlands im zweiten Weltkrieg gar nicht eingegangen wird, verharrt der Film auf der faktischen Ebene.

Ein Soldat mit Panzerfaust (Quelle: Pandastorm Pictures)

Ein Soldat mit Panzerfaust (Quelle: Pandastorm Pictures)

Großes Potenzial – leider nicht voll ausgenutzt

Eine Einzelbewertung der soliden Schauspielerleistungen ist nicht möglich, da keine Figur eine tiefergehende Charakterisierung bekommen hat. Es wird offensichtlich, dass Lindmann, der zu Zeiten der Schlacht 16 Jahre alt war, großen Wert darauf legt, diese Geschichte an die nächste Generation weiterzuleiten. Leider verzichtet er auf einen emotionalen Anker in der Geschichte, wie es Harry Järv in dem starken „Beyond the Frontline“ war. So ist „Schlacht um Finnland“ trotz seiner starken Bilder für Informationssammlung zu dieser Zeit zwar bestens geeignet ist, bleibt aber als Spielfilm viel zu distanziert, um den Schrecken des Krieges wirklich vermitteln zu können.

2 von 5 Punkten

 

Bild: Der Bildtransfer ist mit Einschränkungen gelungen. Die gut gefilmten, gewaltigen Bilder werden in kühlen Farben dargestellt, was durchaus zur Stimmung passt. Leider ist das Filmkorn an manchen Stellen sehr ausgeprägt und das Bild daher recht unruhig.

3 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und finnische Ton liegt in Dolby Digital 5.1 vor. Die Dialoge sind zu jeder Zeit verständlich und bei den Schlachten werden die Boxen auf gutem Niveau eingesetzt.

4 von 5 Punkten

Extras: Was im Film an Identifikationspotenzial fehlt, machen die Bonusmaterialien fast wett. Neben einem soliden und interessanten Making Of liegt noch ein Interview mit Veteranen aus der Schlacht bei. Speziell das Interview stellt hier einen echten Mehrwert dar.

4 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Bildquelle: Pandastorm Pictures, YouTube

Schlacht um Finnland

Originaltitel:Tali-Ihantala 1944
Regie:Åke Lindman
Darsteller:Rauno Ahonen, Mikkomarkus Ahtiainen, Marcus Groth
Genre:Kriegsdrama
Produktionsland/-jahr:Finnland, 2007
Verleih:Pandastorm Pictures
Länge:105 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

 

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