Review: Let Me In (DVD)

„Let Me In“ ist das amerikanische Remake des schwedischen Originals „So finster die Nacht“

1983: Der zwölfjährige Owen (Kodi Smit-McPhee, „The Road“) lebt in Los Alamos, New Mexiko, allein mit seiner Mutter in einer tristen Wohngegend. Freunde hat er keine und in der Schule wird er von Kenny (Dylan Minnette) und zwei anderen Klassenkameraden gemobbt. Doch als ein Mädchen in die Nachbarschaft zieht, welches genauso einsam und verloren scheint wie er, hat Owen wieder Hoffnung. Er schließt schnell Freundschaft mit der gleichaltrigen Abby (Chloë Grace Moretz, „Hugo Cabret“), die allein mit ihrem Vater (Richard Jenkins, „Eat, Pray, Love“) lebt und sich nur nach Sonnenuntergang zeigt. Als bald darauf mehre Morde die Gemeinde erschüttern, hegt Owen einen schlimmen Verdacht…

Bereits im Jahr 2008 verfilmte der schwedische Regisseur Thomas Alfredson („Dame, König, As, Spion“) die Horrorgeschichte über eine Freundschaft zwischen einem introvertierten Jungen und einem Vampirmädchen. Nur zwei Jahre später nahm sich der Regisseur Matt Reeves („Cloverfield“) der Vorlage an und verlegte die Geschichte nach New Mexiko. Die Geschichte des Originals behält Matt Reeves bei, verlegt diese aber in das Amerika der Reagan-Zeit Anfang der 80er Jahre. Das Hauptthema des Films „Dinge, die wir aus Liebe tun“ wird gleich zu Beginn manifestiert. In der Eröffnungssequenz wird ein älterer Mann mit schweren Verätzungen, die er sich mit Säure zugefügt hat, in ein Krankenhaus eingeliefert. Um den Fall zu untersuchen, ermittelt ein einzelner Polizist in dem Krankenhaus. Doch bevor er den Mann befragen kann, begeht dieser Selbstmord indem er sich aus dem Fenster stürzt. Diese Szene wirft gleich zu Beginn viele Fragen auf: Warum hat der Mann sich mit Säure verätzt und warum ist er aus dem Fenster gesprungen? Damit weiß der Film gleich von Beginn an zu fesseln, sodass der Zuschauer unweigerlich weiterschauen möchte, um hinter das Geheimnis des Mannes zu kommen. Im Folgenden nähert sich der Film den Antworten auf die Fragen und erzählt eine interessante, wenngleich auch makabere Geschichte über Liebe und Erwachsenwerden. Dabei scheut Regisseur Matt Reeves auch nicht vor den drastischen und brutalen Szenen zurück, die eine Freigabe ab 16 mehr als rechtfertigen. Diese Szenen verdeutlichen zudem den Grundsatz des Films, was jemand aus Liebe imstande ist zu tun.

Erstklassige Jungdarsteller, die den Film alleine tragen

Die beiden jugendlichen Helden des Films werden von Anfang an in den Mittelpunkt gestellt. Dabei isoliert Matt Reeves geschickt die Erwachsenen, indem er z. B. kein einziges Mal das Gesicht von Owens Mutter zeigt. So kann sich der Zuschauer ohne Ablenkung auf die beiden Jugendlichen konzentrieren und in deren Welt eintauchen. Kodi Smit-McPhee ist in seiner Rolle als Owen sehr überzeugend. Er spielt den einsamen, zurückgezogenen Jungen, der sich nichts sehnlicher wünscht sich an seinen verhassten Schulkameraden zu rächen und endlich Freunde zu finden sehr eindringlich. Ihm gegenüber steht Chloë Grace Moretz, die schon in „Kick-Ass“ bewiesen hat, dass sie deutlich reifer wirkt, als manch anderer in ihrem Alter. Sie spielt genauso überzeugend, wie ihr männlicher Gegenpart und gibt ihrer Abby eine faszinierende und gleichzeitig unheimliche Ausstrahlung. Das Zusammenspiel der beiden Darsteller ist herausragend und beide schaffen den schweren Wechsel von einer Gewaltszene zu einem emotionalen Moment ohne große Probleme. Ihr emotionales Spiel trägt den Film und hebt ihn allein schon dadurch über andere Genre-Vertreter wie „Twilight“. Die Darstellung des namenlosen Begleiters von Abby übernimmt der Charakterdarsteller Richard Jenkins. Er gibt den Einzelgänger mit stoischer Ruhe, steht aber ganz klar zurück hinter den beiden Protagonisten.

Ein Remake zwei Jahre nach Veröffentlichung des ersten Films, kann das gut gehen? Im Fall von „Let Me In“ lässt sich diese Frage mit ja beantworten. Der Film überzeugt mit einer eindringlichen Geschichte und überzeugenden schauspielerischen Leistungen der Jungdarsteller, was ihn weit über das Niveau üblicher Genre-Vertreter hinaushebt. Ein absolute Empfehlung für Genre-Fans.

4von 5 Punkten

Bild: Der Film überzeugt mit einem düsteren Bild mit satten Farben. Eine leichte Filmkörnung ist festzustellen, aber nicht wirklich störend. Insgesamt bietet die DVD eine gute Bildqualität.

4 von 5 Punkten

Ton: Der Ton liegt sowohl in Englisch, als auch in Deutsch lediglich in Dolby Digital 5.1 vor. Die Surround-Lautsprecher werden relativ selten mit einbezogen, dafür überzeugt die Dialogverständlichkeit. Insgesamt überzeugt der Ton der DVD mit einem ausgewogenen Klangbild, reißt aber keine Bäume aus.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Auf der DVD finden sich die üblichen Extras wie Trailer, ein Audiokommentar des Regisseurs und ein Feature zu den Special Effects. Das zusätzlich enthaltene Making-of ist ausführlich und liefert interessante Einblicke in die Entstehung des Films. Weiterhin findet sich noch eine Auswahl entfallener Szenen, bei der es zumindest bei einer verwundert, dass sie nicht in den fertigen Film übernommen wurde. Die Extras bieten keine wirklichen Überraschungen, aber solide Zusatzinformationen zum Film.

3,5 von 5 Punkten

Gesamt: 4 von 5 Punkten

Quelle: TrailerJoy, YouTube

Let Me In

Originaltitel:Let Me In
Regie:Matt Reeves
Darsteller:Kodi Smit-McPhee, Chloë Grace Moretz, Richard Jenkins
Genre:Horror
Produktionsland/-jahr:USA, 2010
Verleih:Universal Pictures
Länge:ca. 116 Minuten
FSK:ab 16 Jahren
Offizielle Homepage zum Film:Let Me In

Verfasst von David.

Zuletzt geändert am 14.04.2012
Review: Let Me In (DVD)

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