Review: Layer Cake (Blu-ray)

Der lädierte Protagonist im Zwiegespräch mit seinen Partnern (Bildquelle: Sony Pictures)

Inhalt: Der Handel mit Drogen war schon immer ein schweres und schmutziges Geschäft. Der namenlose Protagonist (Daniel Craig) hat es trotzdem geschafft sich in der Elite der britischen Drogenszene als Großdealer zu behaupten. Seine Erfolge haben ihn bereits zum Millionär gemacht und so entscheidet er sich aus dem Geschäft auszusteigen. Doch sein Boss Jimmy Price (Kenneth Grenham, Dr Channard aus „Hellraiser 2) beauftragt ihn trotzdem mit zwei unangenehmen Aufträgen: Er soll persönlich die Tochter des Millionärs Edward Temple (Michael Gambon, Prof. Dumbledore aus den „Harry Potter“-Filmen) im Londoner Junkie-Milieu finden. Außerdem soll er mit dem unberechenbaren und chaotischen „Duke“ (Jamie Foreman) einen Deal über eine Million Ecstasy-Pillen abwickeln. Nach dem Treffen mit dem „Duke“ geschieht genau das, was der vor der Rente stehende Geschäftsmann befürchtet hat: Eine Bande serbischer Kriegsverbrecher, denen der „Duke“ das Ecstasy gestohlen hatte, eröffnet die Jagd auf alle an dem Deal Beteiligten. Die Suche nach der Millionärs-Tochter gestaltet sich auch schwieriger als zunächst gedacht. Als dann auch noch der Protagonist während seiner Ermittlungen auf ein gut gehütetes Geheimnis stößt, ist das Chaos komplett.

Kritik: Matthew Vaughn („Kick Ass“) feierte mit diesem verschachtelten Gangster-Thriller 2004 sein Regie-Debüt. Dabei verzichtete er neben einem Namen für seine Hauptfigur noch auf explizite Gewaltdarstellungen. Dafür ist die Handlung sehr komplex. Es werden zahlreiche, zum Teil sehr bizarre Charaktere gezeigt, die auch mit Hilfe von Rückblenden in das Umfeld des namenlosen Drogendealers einführen. So fühlt der Zuschauer schnell eine Verbindung zu dem Protagonisten, der aber selbst durch die Geheimhaltung seines Namens wieder auf Distanz zum Zuschauer geht. Dieses originelle Stilmittel sorgt für eine seltsame Faszination. Leider ergötzt sich Vaughn an manchen Stellen so sehr an der Komplexität seines Films, dass die Handlung etwas unübersichtlich wird.

Im Gegensatz zu Gangsterfilmen wie „Snatch“ und „Bube, Dame, König, Gras“, die von Vaughn produziert wurden, setzt dieser Film aber nur relativ sparsam komödiantische Elemente ein. Dadurch gelingt es, die Ernsthaftigkeit des Milieus glaubwürdig zu vermitteln. Die ironischen Szenen, in denen derber britischer Humor zum tragen kommt, gehören trotzdem zu den Höhepunkten des Films und erinnern von der Qualität der Dialoge an den Tarantino-Klassiker „Reservoir Dogs“.

Guten Tag, Mr. Bond

In „Layer Cake“ durfte Daniel Craig erstmals eine tragende Rolle übernehmen und erwies sich als Idealbesetzung. Der von ihm verkörperte anonyme Geschäftsmann ist sachlich und cool, lässt seinen Beruf als Alltagsgeschäft erscheinen und versprüht einen geheimnisvollen Charme. Es ist also nicht weiter verwunderlich, dass er kurz nach seinem Auftritt in diesem Film die Rolle als „007“ angeboten bekam und seitdem ein Weltstar ist. Colm Meaney (Duncan Malloy aus „Con Air“) und George Harris (Kingsley Shacklebolt aus den „Harry Potter“-Filmen) hinterlassen als abgebrühte, enge Geschäftspartner von Daniel Craigs Figur einen ebenso starken und überzeugenden Eindruck. Kenneth Grenham spielt den skrupellosen, etwas verrückten Drogenbaron Jimmy ebenfalls sehr gut. Auch Michael Gambon kann seine schauspielerische Klasse als selbstgefälliger, gealterter Playboy ausspielen. Tom Hardy (Dame, König, As, Spion)  als Freund der Hauptfigur, Ben Whishaw (Jean-Baptiste Grenouille in „Das Parfüm“) als erzählfreudiger Kleingangster und Sienna Miller (Nikki aus „Alfie“) als niedliche Zufallsbekanntschaft des Protagonisten, komplettieren das prominente Ensemble.

Sehr auffällig ist noch der gelungene Soundtrack, der, bestehend aus Songs von den Rolling Stones den Scissor Sisters und vielen mehr, zu jeder Zeit die Stimmung des Films mitträgt. Insgesamt ist „Layer Cake“ ein gelungener Gangsterfilm, der dank seiner skurril-schrulligen Charaktere und seines sporadisch eingesetzten britischen Humors sehr viel Spaß bereitet. Auf jeden Fall kommen alle Zuschauer, die James Bond einmal als rücksichtslosen Gangster erleben wollen, voll auf ihre Kosten. Dem macht auch die etwas unübersichtliche Handlungsführung, die wahrscheinlich nach mehrmaligem Anschauen klarer wird, kaum einen Abbruch.

4 von 5 Punkten

 

Bild: Die Farben sind sehr klar und kräftig gewählt. Leider sind die Kontraste oft nicht allzu stark und einige Szenen sind relativ unscharf. Nach einer störend körnigen Anfangsszene ist in der Folge nur noch eine leichte Körnung zu sehen, die gut zu der Art des Films passt.

3 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und englische Ton ist „nur“ in Dolby Digital 5.1 vorhanden. Die Qualität des 5.1-Sounds ist auf relativ hohem Niveau. Die Action-Szenen bringen den Surround sehr gut zum Einsatz. Die Dialogverständlichkeit ist die meiste Zeit sehr gut. In den action-lastigen Sequenzen werden die Dialoge aber einige Male von den Hintergrundgeräuschen etwas übertönt. Hier hat das Mischverhältnis nicht ganz gestimmt.

4 von 5 Punkten

Extras: Der Umfang der Extras ist ordentlich. Neben einem durchwachsenen Kurz Making-Of wird noch ein halbstündiges, hochinteressantes Interview mit Daniel Craig und Matthew Vaughan, 14 entfernte Szenen und zwei alternative Enden geboten. Warum die Extras aber nur in DVD-Auflösung sind, ist mir unerklärlich.

3 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Bildquelle: Sony Pictures, zuguidemovietrailers, YouTube

 

Layer Cake

Originaltitel:L4yer Cake
Regie:Matthew Vaughn
Darsteller:Daniel Craig, Sienna Miller, Tom Hardy
Genre:Gangsterfilm
Produktionsland/-jahr:Vereinigtes Königreich, 2004
Verleih:Sony Pictures
Länge:106 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

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