Kölner Kino Nächte gehen in die vierte Runde

Alle Filmfans, die es vorziehen, ihre Lieblingsstreifen auf der großen Leinwand statt auf dem heimischen PC zu sehen, sollten sich dies nicht entgehen lassen: Die Kölner Kino Nächte starten am Donnerstag in ihre vierte Auflage. Vom 05. bis zum 08. Juli können sich Kinofans an einem ausgewogenen Mix aus Filmklassikern (wie etwa Texas Chain Saw Massacre aus dem Jahr 1974) und brandneuen Kinostarts erfreuen. An insgesamt elf Spielorten, die über ganz Köln verteilt sind, werden 50 Programmpunkte geboten. Neben Premierenvorführungen hält das Programm auch Kurzfilme, Kinderkino und Publikumsdiskussionen bereit.

„Knerten traut sich“ ist vor allem für die Kleinen interessant (Bildquelle: Hitmeister)

So zeigt das Weißhauskino am Donnerstag in Köln-Sülz die argentinisch-spanische Co-Produktion „Un cuento chino – Chinese zum Mitnehmen“ in OmU (Originalsprache mit deutschen Untertiteln), ein Film, der die Kulturkollision zwischen einem argentinischen Sturkopf und einem chinesischen Gast, der die spanische Sprache nicht versteht, zeigt. Am selben Ort wird samstags der in Teilen digital animierte Film „Knerten traut sich“ aus Norwegen gezeigt. Ein Film über die erste Liebe des lebendigen Holzmännchens Knerten, das sich im Verlaufe des Films zu einem Kriminalisten entwickelt. Vor allem für Kinder ansprechend.

Als Spielorte haben sich sowohl große Massenkinos wie der Cinedom im Kölner Mediapark als auch kleine Programmkinos wie etwa das Off Broadway auf der Zülpicher Straße finden lassen. Dem Besucher steht es also frei, ob er sich das Programm lieber in einen architektonisch durchgeplanten Filmpalast oder in einem kleinen, schmucken und intimen Kinosaal ansehen möchte.

Ursprünglich sollten die Kino Nächte ausfallen

Dabei stand lange Zeit nicht fest, ob und wie die Kölner Kino Nächte in diesem Jahr abgehalten werden können. Sowohl der nicht verabschiedete Haushalt von Nordrhein-Westfalen als auch bisher ausbleibende Fördergelder des Kölner Kulturamts machten dem Kinofestival zunächst einen Strich durch die Rechnung. Daher organisierten die beteiligten Kinos und Filminitiativen die Kino Nächte auf eigene Faust.

Tickets, die zum Besuch aller Veranstaltungen an den vier Spieltagen berechtigen, sind für 15 bzw. 30 Euro in den jeweiligen Kinos zu kaufen.
Zu den Kölner Kino Nächten hat uns Barbara Brzozka, Mitglied des Organisationskomitees der Kino Gesellschaft Köln, drei Fragen beantwortet:

Frau Brzozka, was gab den Ausschlag, dass Sie trotz aller finanziellen Widrigkeiten die 4. Auflage der Kölner Kino Nächte durchziehen wollten?

Mit „Alien I“ zeigen die KKN einen klassischen Horrorschoker. (Bildquelle: Hitmeister)

Die Kölner Kino Nächte wurden Ende März vorerst abgesagt aus Mangel an finanzieller Förderung seitens der Stadt Köln. Dies war ein harter Schlag für alle Beteiligten. Als unsere Pressemitteilung rausgegangen war, haben uns noch am gleichen Tag Anrufe und Mails von Programmmachern, Partnern und Journalisten erreicht. Sie konnten wie wir nicht glauben, dass eine Veranstaltung, die das Aushängeschild der freien Filmszene Kölns ist und deren Konzept vor Jahren gemeinsam mit dem Kulturamt der Stadt Köln erarbeitet wurde und sich gerade mit der Ausgabe von 2011 im Kulturkalender etabliert hatte, jetzt so klanglos von der Bildfläche verschwinden soll. Uns war klar, dass wir trotz finanzieller Mängel über gute Ressourcen verfügen und das Image der Kölner Kino Nächte eine angesehene Wertigkeit besitzt. Die Rückmeldungen haben uns ermutigt weiterzumachen. Es kamen konkrete Vorschläge von unseren Partnern, wir haben unsere Möglichkeiten ausgelotet und mit Hilfe der gewerblichen Kinos, die an den Kölner Kino Nächten beteiligt sind, wurde ein Budget aufgestellt, das nun die Durchführung der Kölner Kino Nächte ermöglicht.

Aus welchem Grund bieten Sie den Mix aus Film-Klassikern und Neuerscheinungen in Ihrem Programm an?

Das Programm der Kölner Kino Nächte ist ein gemeinsames Programm der Kinos und der Filminitiativen in Köln. Diese Mischung aus Alt & Neu hat sich aus den Veranstaltungen der vergangenen drei Jahre herauskristallisiert.
Die Highlights der letzten Saison doch noch zu sehen, oder eben Filmklassiker, die eben kaum noch auf großer Leinwand zu sehen sind, das macht das Ins- Kino-Gehen zu einem Erlebnis.

Auch der deutsche Film darf nicht fehlen: „Bang, Boom, Bang“ aus dem Jahre 1999. (Bildquelle: Hitmeister)

Die Neuerscheinungen sind Previews & Premieren, zu denen meist ein Gast oder ein Rahmenprogramm geboten wird, solche Besonderheiten werden im regulären Kinokalender nicht häufig angeboten.
Aber die Kölner Kino Nächte bieten eben nicht nur das: Auch dieses Jahr gibt es wieder Kinderfilme zu sehen, zudem ist der Kurzfilm mit insgesamt drei Programmen vertreten, es gibt wieder einen Stummfilm mit Live-DJ-Set, Filme aus und über Afrika, und, und, und.

Wie würden Sie den Erfolg der letzten drei Auflagen der Kölner Kino Nächte einschätzen?

Im dritten Jahr der Kölner Kino Nächte ist einfach der Knoten geplatzt. Es hat alles funktioniert. Das Programm wurde sehr gut von den Zuschauern angenommen, viele Filmvorführungen waren ausverkauft, das KombiTicket, das der Veranstaltung den Film-Hopping-Charakter verleiht, wurde stark genutzt. Wir haben ein gutes Feedback bekommen und uns war klar, dass die Veranstaltung auf einem guten Weg ist, sich auf Dauer zu einem wichtigen Sommerevent in Köln zu entwickeln. Das gibt Selbstvertrauen in die eigene Arbeit. Der Erfolg der 3. Auflage führte auch dazu, dass wir uns trotz der schwierigen finanziellen Lage entschlossen haben, die 4. Auflage zu veranstalten.

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