Review: Der kleine Nick (Blu-ray)

Der kleine Nick

Auf seine Freunde kann er sich verlassen: Nick setzt alles daran, bei seinen Eltern zu bleiben. (Quelle: Senator Film)

Inhalt: Der kleine Nicolas (Maxime Godart), kurz „Nick“, ist ein aufgeweckter Junge. Zusammen mit seinen Freunden drückt er brav die Schulbank. Er ist nicht der Beste – das ist Adalbert (Damien Ferdel) -, aber auch nicht der Schlechteste (daran hat sich sein Kumpel Chlodwig (Victor Carles) bereits gewohnt). Auch zu Hause geht es ihm gut. Er hat zwei liebevolle Eltern, die sich nur ab und an streiten. Nick gefällt sein Leben so, wie es ist.

Doch es stehen große Veränderungen bevor. Nick ist davon überzeugt, dass seine Eltern bald noch ein Kind bekommen werden – und was wird dann aus Nick? Sein Klassenkamerad Joachim hat nämlich auch gerade ein winziges Geschwisterchen bekommen und seitdem kümmert sich keiner mehr um ihn. Joachim erzählt, wie seltsam sich seine Eltern vor der Geburt benommen hatten: Sein Vater hatte beispielsweise ohne Murren den Müll raus geschafft. Mit Schrecken erkennt Nick die selben Anzeichen bei seinen Eltern. Nachdem Nicks Versuch, besonders lieb zu Hause zu sein, fehlschlug, sehen seine Kumpels nur noch eine Lösung: Sie werden einen Gangster anheuern, der sich um „das Ding“ kümmern soll!

 

Kritik: „Der kleine Nick“ ist die Verfilmung der gleichnamigen französischen Kinderbuchklassiker von René Goscinny („Asterix“) aus den 1960er Jahren, die von Jean-Jacques Sempé illustriert wurden. Jahrelang lehnten Goscinnys Tochter und Sempé eine Verfilmung ab. Letztlich konnte sie Regisseur Laurent Tirard („Molière“) überzeugen. Und das Ergebnis überrascht positiv. Der entstandene Film erzählt das wahnwitzige Unterfangen der kleinen Freunde, Nick vor dem grausamen Unheil eines Geschwisterchens und damit seiner eigenen Verstoßung zu retten. Dass dies natürlich nur schief gehen kann, ist vorprogrammiert. Dennoch haben die Grundschüler immer wieder neue und abstruse Einfälle, die sie in die Tat umsetzen.

 

Eine französische Komödie mit mehr als nur Charme
Was sich nach einer langweiligen Aneinanderreihung von Slapstick-Szenen anhört, glückte in der filmischen Umsetzung überraschend gut. Der Zuschauer sieht die Geschichte hauptsächlich durch die kindlichen Augen des kleinen Nick, der die Ereignisse und seine Erkenntnisse zusätzlich als Stimme aus dem Off kommentiert. Außerdem bekommt der Zuschauer Einblick in die Situation seiner Eltern, die eigentlich nur den Chef von Nicks Vater (Kad Merad, „Willkommen bei den Sch’tis“) aufgrund einer anstehenden Beförderung beeindrucken wollen. Die einzelnen Szenen fügen sich meist gut in die in sich geschlossene Geschichte ein, ohne zu gestellt zu wirken.

„Der kleine Nick“ ist recht unterhaltsam, überzeugt aber letzten Endes erst durch seine Schauspieler. (Wer keine Vorstellung davon hat, wie schwierig es ist, einen Film mit Kindern in den Hauptrollen zu spielen, erhält im Making-Of der Filmextras einen ersten Eindruck.) In seinem ersten Film zeigt sich Maxime Godart als Nick in seiner blau-weiß-roten Montur unverkrampft, natürlich und dennoch verspielt. Die anderen Kinderdarsteller überzeugen in ihren klischeehaften Rollen ebenso. Insbesondere Victor Carles, der den liebenswerten Klassen-Letzten Chlodwig spielt, sollte positiv erwähnt werden. Auch die erwachsenen Schauspieler füllen ihre Rollen gut aus – allen voran Kad Merad als berufsbedingt gestresster Papa besticht durch seine expressive Mimik, die ein wenig an die französische Komiker-Ikone Louis de Funès erinnert.

„Der kleine Nick“ ist eine unterhaltsame Komödie, die wie viele französische Filme trotz einer übersichtlichen Handlung durch seine Inszenierung und filmische Umsetzung von Grund auf einen gewissen Charme ausstrahlt. Tirards glückliches Händchen bei der Besetzung des Bestsellers hebt diese Komödie gegenüber anderen französischen Komödien (wie zum Beispiel „Nichts zu verzollen“) hervor. Die amüsante Kinderbuchverfilmung über den Alltag in der konservativen Schule und Familie der 60er Jahre spricht damit vor allem jüngeres Publikum und Familien an. Aber auch Liebhaber französischer Filme werden von „Der kleine Nick“ kaum enttäuscht sein.
4 von 5 Punkten

 

Bild: Die sehr gute Bilddarstellung der Blu-Ray zeigt sich in durchweg scharfen und detailreichen Szenen, die auch in dunkleren Passagen überzeugt. Die Farben sind leuchtend, aber dennoch natürlich.
5 von 5 Punkten

 

Ton: Auf der Blu-Ray liegen die deutschen und französischen Tonspuren in DTS-HD MA 5.1 vor. Der Ton ist gut abgemischt, sodass Effekte hervortreten und die Stimme aus dem Off und die Dialoge dennoch gut verständlich sind.
4 von 5 Punkten

 

Extras: In den umfangreichen Extras erhält der Zuschauer interessante und durchaus witzige Informationen über die Herstellung des Films. Neben dem sehenswerten Making-Of gibt es unter anderem einen Audiokommentar mit den Kinderdarstellern sowie einen Beitrag über die deutsche Synchronisation der Kinder.
4 von 5 Punkten

 

Gesamt: 4 von 5 Punkten

 


Quelle: Senator Film, YouTube

Filmfacts Der kleine Nick

Originaltitel:Le petit Nicolas
Regie:Laurent Tirard
Darsteller:Maxime Godart, Vincent Claude, Charles Vaillant, Victor Carles, Benjamin Averty, Kad Merad, Valérie Lemercier
Genre:Komödie, Familie/Kinder
Produktionsland/-jahr:Frankreich, 2009
Verleih:Senator Home Entertainment
Länge:91 Minuten
FSK:ab 0 Jahren
Offizielle Homepage zum Film:Der Internetauftritt von "Der kleine Nick"

Verfasst von Reni.

Zuletzt geändert am 04.04.2012
Der kleine Nick (Blu-ray)

1 comment on “Review: Der kleine Nick (Blu-ray)”

  1. willkommen.at Antworten

    Bin gerade über den Suchbegriff Willkommen bei den sch’tis auf diesen Blog aufmerksam geworden. Danke für den netten Post dazu. Viele Grüße wünscht Steffi.

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