Review: The Green Hornet (Blu-ray)

Bildquelle: Sony Pictures

Als der Vater (Tom Wilkinson, Falcone aus „Batman begins“) des Partylöwen Britt Reid (Seth Rogan, Ben Stone aus „Beim ersten Mal“) verstirbt, erbt Britt dessen Vermögen und sein Medienimperium. Gemeinsam mit Kato (Jay Chou), einem kampfsporterprobten und erfinderischen Angestellten seines Vaters, mit dem er sich angefreundet hat, beschließt Britt die finanziellen Möglichkeiten zum Kampf gegen das Böse zu nutzen. In dem von Kato entwickelten Superauto „Black Beauty“ nehmen die beiden den Kampf gegen das Verbrechen auf. Es dauert nicht lange, bis die beiden auf dem Radar des Unterweltbosses Chudnofsky (Christoph Waltz, Oscar für Hans Landa in „Inglorious Basterds“). Dieser ist überhaupt nicht vom Engagement der Möchtegernhelden begeistert.

Der französische Musikvideofilmer Michael Gondry, der durch skurrile Komödien wie „Human Nature“ und „Vergiss mein nicht!“ international auch als kreativer Langfilmregisseur bekannt wurde, inszenierte diese Neuauflage der erfolgreichen Fernsehserie aus den 60er Jahren. Daher waren die durchgestylten computeranimierten Welten, denen man sich während des Films gegenübersieht, eher nicht zu erwarten gewesen.Die Slow-Motion-Kampfbilder, die bei Katos Einsätzen verwendet werden, wirken aber etwas angestaubt. Ferner scheint es Michel Gondry selbst nicht klar gewesen zu sein, welches Genre er inszenieren wollte. Für einen Actionkracher ist der Film zu abstrus und seine Charaktere zu albern angelegt. Außerdem sind zu viele recht rabiate und ironiefreie Mordszenen vorhanden, um den Film als Komödie zu verstehen. Auch die witzige Grundidee, dass das einzige Motiv der beiden selbsternannten Helden Langeweile ist, bleibt in einigen netten Ansätzen stecken, da die Figuren viel zu klischeebeladen sind. So kommt es zu einzelnen sehr witzigen Szenen, die aber durch die heterogene Inszenierung nicht in die Handlung eingebettet werden können.

Diaz und Rogen nerven – Waltz ist unterfordert

Hauptdarsteller Seth Rogen, der in den letzten Jahren immer wieder als liebenswerter Trottel in Komödien überzeugen konnte, schafft es hier überraschenderweise nicht, zu seinem Spiel zu finden. Der spätpubertäre, verantwortungslose Britt Reid ist dermaßen laut, aufdringlich und arrogant im Umgang mit seinen Mitmenschen, dass er schlicht und ergreifend zum Unsympathen wird. Dadurch gelingt es auch nicht, die Freundschaft zwischen ihm und dem solide-pfiffig aufspielenden Jay Chou glaubwürdig zu gestalten. Cameron Diaz, die in der Rolle von Britts Sekretärin Lenore agiert, wirkt zickig und ähnlich laut wie Rogens Britt Reid. Da ihre Figur die Handlung in keinster Weise weiter bringt, hätte man auf ihren Einsatz ganz verzichten können. Wirkliche Komik kommt nur auf, wenn Christoph Waltz als gnadenlos überzeichneter Gangsterboss Chudnofsky die Szenerie betritt. Seine verzweifelten Versuche, „gruseliger“ zu werden, dürften das Highlight des gesamten Films sein. Warum aber, auch Jahrzehnte nach dem kalten Krieg, der Gangsterboss ein Russe sein muss, ist schleierhaft. In weiteren Rollen sind Tom Wilkinson, Edward James Olmos (Bill Adama aus „Battlestar Galactica“) und Edward Furlong (John Connor aus „Termonator 2“) zu sehen, ohne dabei besonders aufzufallen. Ein Cameo-Auftritt von James Franco („127 hours“) als arroganter Junggangster, der sich mit Christoph Waltzs Chudnofsky anlegt, bietet gleich zu Beginn eine der besten Szenen des Films.

„The Green Hornet“ ist ein Film, der durchaus über Qualität verfügt. Dass Michel Gondry Potenzial besitzt, hat er ebenfalls schon bewiesen. Dass diese Geschichte, die eigentlich den Werteverfall anklagen soll, nicht richtig funktioniert, liegt aber an der überraschend inkonsequenten und inspirationslosen Regie Gondrys. Er lässt hier und da etwas explodieren, lässt alles hochglanzpoliert retro und eigentlich nie sein zweifellos vorhandenes gestalterisches Talent richtig wirken. Die Auftritte des Chevy Imperial, der beinahe mehr Spielzeit als Waltz bekommt, unterstreichen die merkwürdige Einfallslosigkeit und Inhaltsleere, die sich durch viele Teile des Films hinzieht. „The Green Hornet“ bleibt insgesamt ein wenig überzeugender, manchmal sogar nerviger Film, der durch einige originelle Einzelszenen sowie den trotz deutlicher Unterforderung noch herausstechenden Christoph Waltz punkten kann.

2 von 5 Punkten

Bild: Der Bildtransfer auf Blu-Ray im Widescreen-Format gibt keinen Anlass zur Kritik. Die Schärfe ist herausragend gut. Die Farben sind makellos. Die Kontraste machen das Bild sehr plastisch. Eine hervorragende und detailreiche Umsetzung des Films.

5 von 5 Punkten

Ton: Auch die Umsetzung des Ton ist auf dieser Blu-Ray hervorragend. Deutsche und englische Tonspur im DTS HD Master Audio 5.1- Sound sind am oberen Blu-Ray-Rahmen. Die zahlreichen Effekte werden sehr detailreich und mit dynamischem Raumklang wieder gegeben. Selbst etwas ruhigere Dialogszenen sind makellos und raumfüllend.

5 von 5 Punkten

Extras: Ein Gag-Reel, ein Kommentar, entfallene Szenen und mehrere Making-Ofs sind auf der Blu-Ray enthalten. Die Extras sind alle interessant, aber leider zu kurz gefasst. So schöpfen auch die Extras nicht ihr volles Potenzial aus.

3 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten

 

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Bildquelle: Sony Pictures, YouTube

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