
Das Blu-ray-Cover von “Papamobil – Ein Papst on Tour” (© Lighthouse, 2026)
Inhalt: Der neue Papst (Kad Merad, „La Mélodie – Der Klang von Paris“) startet voller Ambitionen in seine Regentschaft, muss aber direkt einen Rückschlag hinnehmen: Die Kassen des Vatikan sind leer und es gibt kein Geld für seinen geplanten Antrittsbesuch in Lateinamerika. Kurzerhand sucht sein Stab einen patenten Sponsor, den sie in Geschäftsfrau „Commandante“ Françoise (Myriam Tekaïa) finden. Dabei ignorieren sie den Fakt, dass die Dame eine gefürchtete Drogenbaronin ist, die für ihren Einsatz ein gewisses Maß an Gegenleistung fordert. Als diese vom Papst enttäuscht wird, plant sie kurzerhand eine Entführung. Das Chaos nimmt seinen Lauf.
Kritik: Seit mehreren Jahrzehnten ist der in Uruguay geborene Franzose Sylvain Estibal als Fotojournalist aktiv. Im Jahr 2011 gelang ihm mit der Tragikomödie „Das Schwein von Gaza“ ein vielbeachtetes und preisgekröntes Debüt. Es sollte 14 Jahre bis zu seinem nächsten Film dauern. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Myriam Tekaïa, die auch die zweite Hauptrolle spielt, verfasste Estibal das Drehbuch zu „Papamobil – Ein Papst on Tour“. Dieser kann leider in keinster Weise an seinen Vorgänger anknüpfen, weshalb der Kinostart in der französischen Heimat auf ein Minimum geschrumpft wurde.
Sicherlich bringt die Prämisse die Möglichkeiten mit, eine überspitzt-derbe Auseinandersetzung mit etwaigen Verfehlungen der katholischen Kirche zu liefern. In Ansätzen lässt sich auch erkennen, was die Geschichte hergegeben hätte. Hier scheint ein bisschen der Mut gefehlt zu haben, wirklich kontrovers anzuecken – was ja beim „Schwein von Gaza“ noch nicht das Problem war. „Papamobil“ entpuppt sich viel mehr als harmlose Klamotte, die sich selbst für herbe Momente einen Ausweg einbaut und auch in den schwarzhumorigen Momenten nie wirklich bissig wird. Das ist der Nährboden für eine viel zu selten lustige Komödie. Das fortschreitende Chaos sollte den Spaßfaktor erhöhen, macht den Film aber eigentlich nur beliebiger.

Ungewöhnliches tut sich im Vatikan (© Lighthouse, 2026)
Kad Merad ist zweifelsohne einer der größten Comedy-Stars Frankreichs. Trotz bewundernswert physischem Einsatz gelingt es ihm auch nicht, dem „Papamobil“ auf die komödiantische Straße zu helfen. Myriam Tekaïa ist als psychotische Drogenbaronin zu überdreht, um als Protagonistin wirklich zu funktionieren.
Es gibt Filmemacher, die nur eine große Geschichte erzählen können. Sylvain Estibal könnte dazu gehören. Nach seinem grandiosen Debüt gelingt es ihm bei „Papamobil – Ein Papst on Tour“ viel zu selten, das vorhandene Potenzial auszunutzen. So bleibt das Gezeigte selten amüsanter, austauschbarer Blödsinn, den man als handfeste Enttäuschung werten muss.

Kann der Papst seinen Leuten trauen? (© Lighthouse, 2026)
Der Film ist ab dem 28.08.2026 auf DVD und Blu-ray sowie bereits seit dem 13.08.2026 digital erhältlich.
2 von 5 Punkten
Bild: In warmen, satten Farben werden die größtenteils scharfen und detailreichen Bilder präsentiert, die nur bei ein paar Totalen vereinzelte Schwächen zeigen. Kontraste und Schwarzwert sind sauber eingestellt und wirkliche Bildfehler sind nicht ins Auge gefallen.
4 von 5 Punkten
Ton: Der deutsche und der französische DTS-HD 5.1-Ton spielen sich bei der dialoglastigen Komödie natürlich hauptsächlich im Frontbereich ab. Dafür sind die Gespräche klar priorisiert und immer gut verständlich. Vereinzelt sorgen Massenszenen und Score für ein wenig räumliche Action. Große Effekte gibt es aber nicht.
3,5 von 5 Punkten
Extras: Eine Trailershow bleibt der einzige Bonus auf der Blu-ray.
1 von 5 Punkten
Gesamt: 2,5 von 5 Punkten
Quelle: Lighthouse, YouTube
Papamobil - Ein Papst on Tour
| Originaltitel: | Papamobile |
| Regie: | Sylvain Estibal |
| Darsteller: | Kad Merad, Myriam Tekaïa, Boris Schoeman |
| Genre: | Komödie |
| Produktionsland/-jahr: | Frankreich, 2026 |
| Verleih: | Lighthouse Home Entertainment |
| Länge: | 87 Minuten |
| FSK: | ab 16 Jahren |
Mehr Informationen gibt es auf der Seite von Lighthouse
Verfasst von Thomas.
Zuletzt geändert am 20.08.2026
Review: Papamobil – Ein Papst on Tour (Blu-ray)

