Review: Dolly (Kino)

Das Hauptplakat von "Dolly" (© Tiberius Film, 2026)

Das Hauptplakat von “Dolly” (© Tiberius Film, 2026)

Inhalt: Macy (Fabianne Therese) ist seit längerem glücklich mit Chase (Seann William Scott, „Becky 2 – She’s Back“) zusammen. Dieser will ihr auf einer Wanderung an einem besonders idyllischen Platz einen Heiratsantrag machen. Das Glück wäre perfekt, wenn nicht Dolly (Max the Impaler) – eine riesige, vor Kraft strotzende Gestalt mit Puppenmaske – auftauchen würde. Sofort bricht das blutige Chaos aus und Macy wird in ein abgelegenes Haus verschleppt. Wie ihr schnell klar wird, soll sie da als Puppe der monströsen Person dienen. Zwischen Demütigungen und Gewalt beginnt für Macy der Kampf ums nackte Überleben.

 

Kritik: Mit True-Crime-Dokus (u.a. ein Emmy-nominierter Beitrag über Amanda Knox) und Horrorfilmen hat sich Rod Blackhurst bislang meistens im düsteren Bereich der Unterhaltung aufgehalten. Das ändert sich auch mit seinem neuesten Werk nicht. Der Backwood-Slasher „Dolly“, der auf seinem Kurzfilm „Mommy“ basiert, ist eine spürbare Verneigung vor dem Grindhouse-Kino der 70er- und 80er-Jahre. Schon der körnige Look des auf 16mm analog gedrehten Materials lässt schnell Erinnerungen ans Mitternachts-Kino dieser Zeit wach werden. Allzu viel Tiefgang kann man da nicht erwarten, sodass es nach einer kurzen Charaktereinführung direkt deftig zur Sache geht.

 

Chase (Seann William Scott) und Macy (Fabianne Therese) auf romantischer Wanderung durch Dollys Revier. (© Dolly in the Woods LLC 2025)

Chase (Seann William Scott) und Macy (Fabianne Therese) auf romantischer Wanderung durch Dollys Revier.
(© Dolly in the Woods LLC 2025)

 

Stringente Logik, Figuren-Motivationen oder die durch eingefügte Kapitel noch vorgegaukelte Komplexität sind komplett zu vernachlässigen. Hier wird es ganz im Stil von großen Vorbildern wie „Texas Chainsaw Massacre“ und „The Hills Have Eyes“ dreckig, brutal und eklig. Die praktischen Effekte sehen hervorragend aus und die Gewalt, die gezeigt wird, tut wirklich weh. Gerade im spannenden Mitteldrittel holt „Dolly“ viel aus seinen Möglichkeiten, auch wenn dem Film ein bisschen die Alleinstellungsmerkmale abgehen.

 

Die von Wrestling-Star Max the Impaler verkörperte Titelfigur, die sich als ungeschicktes Riesenbaby sehr schnell in tödlichen Zorn steigert, ist nicht nur optisch ein eindrucksvoller Slasher-Bösewicht und würde sich sicherlich für ein Franchise eignen. Fabianne Therese ist ein gutes Final Girl, die eine wirklich unangenehme Tour de Force durchlebt. Die prominenten Namen Seann William Scott und Ethan Suplee halten sich da eher im Hintergrund.

Auch wenn ein Funken mehr Originalität sicher nicht geschadet hätte, ist Rod Blackhursts Ausweitung des eigenen Kurzfilms gut gelungen. „Dolly“ ist eine atmosphärisch stimmige Hommage ans Exploitation-Kino und liefert in seinen handlichen 83 Minuten deftige Unterhaltung für Genre-Fans.

3 von 5 Punkten

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Tiberius Film


Quelle: Tiberius Film, YouTube

Dolly

Originaltitel:Dolly
Regie:Rod Blackhurst
Darsteller:Fabianne Therese, Seann William Scott, Ethan Suplee
Genre:Horror
Produktionsland/-jahr:USA, 2026
Verleih:Tiberius Film
Länge: 83 Minuten
FSK: ab 18 Jahren
Kinostart: 11.06.2026

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 10.06.2026
Review: Dolly (Kino)

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