Review: Slumber Party Massacre (HARD:LINE Film Festival)

Die Mädels können nicht glauben, was sie da sehen (© 2022 Raven Banner Entertainment)

Die Mädels können nicht glauben, was sie da sehen (© 2022 Raven Banner Entertainment)

Inhalt: In den 90ern hat es in einer abgelegenen Hütte ein Massaker durch den als „Driller-Killer“ berühmt gewordenen Russ Thorn (Rob van Vuuren) gegeben. Das haben Dana (Hannah Gonera) und ihre Freundinnen nur bedingt auf dem Schirm, als sie auf dem Weg ins Mädels-Wochenende aufgrund eines kaputten Wagens einen Zwischenstopp einlegen und sich bei einer eigenartigen Tankstellen-Besitzerin (Jennifer Steyn) die Hütte am See mieten. Schon bald nimmt die Party ihren Lauf und knappe Outfits, Alkohol, Brownies sowie Pizzen rufen Russ auf den Plan. Die jungen Frauen haben aber nicht vor, sich das Wochenende verderben zu lassen.

 

Kritik: In den 80ern haben Slasher-Reihen wie „Halloween“, „Nightmare on Elm Street“ und „Freitag, der 13.“ das Horror-Genre dominiert. Der von B-Film-Gott Roger Corman produzierte „The Slumber Party Massacre“ (1982) , der es auch auf immerhin zwei Fortsetzungen brachte, war da eher ein Hinterbänkler. Das hat die kanadische Filmemacherin Dansihka Esterhazy, die für ihre feministisch gelagerten Produktionen bekannt ist, nicht davon abgehalten, ihre Version der Geschichte zu inszenieren. Wer da ein krampfhaft in Richtung Zeitgeist geprügeltes Werk wie den letzten „Black Christmas“ befürchtet, liegt auf den ersten Blick nicht falsch. Allerdings war hier schon das Original ursprünglich als als Parodie auf die durchaus sexistischen Klischees gedacht – ehe man diese dann bediente.

Driller vs. E-Gitarre (© 2022 Raven Banner Entertainment)

Driller vs. E-Gitarre (© 2022 Raven Banner Entertainment)

Esterhazy findet zumindest streckenweise einen Weg, mit der Prämisse Spaß zu haben und dabei ihren eigenen Ideen zu folgen. Nach einem durchaus blutigen Intro, in dem der Driller-Killer (ja, der macht auch hier Laune) sich über Partyvolk her macht, scheinen bei „Slumber Party Massacre“ erst einmal genau die unsympathischen, uninspirierten Woo-Girls zu Alkohol, Drogen und Schlachtbank geführt zu werden, die man aus dem Subgenre so oft gesehen hat. Im zweiten Akt wendet sich der Film dann aber auf erstaunlich effektive Weise und liefert rabiate und kurzweilige Kost, die im Kern Pyjama-Party mit schrillem Killer bleibt, sich zusätzlich aber noch mit Machogehabe sehr metrosexueller Männer, Duschszenen in Horrorfilmen und – selbstverständlich – Kissenschlachten amüsiert. Das gelingt, ohne dabei arg gehässig zu werden. Hinzu kommen durchaus brauchbare Darsteller und Dialoge, die dem Vergnügen sicher keinen Abbruch tun.

Leider hält „Slumber Party Massacre“ dieses angenehm hohe Unterhaltungslevel nicht bis zum Ende durch. So schlagen die Macher in der Schlussphase wieder ziemlich finstere Töne an und jegliches Parodie-Element wird zugunsten eher durchschnittlicher Metzelkost über Bord geworfen. Hier verbaut man sich die Möglichkeit, zur wirklich großen Überraschung zu werden.

Trotz der arg handelsüblichen Schlussphase gelingt Danishka Esterhazy mit ihrem „Slumber Party Massacre“ ein feministischer Fun-Slasher, der erstaunlich ordentlich funktioniert und bei der nächsten bierhaltigen Filmparty durchaus einen Blick wert ist.

3 von 5 Punkten

 

Der Film gehört zum Programm des HARD:LINE International Film Festival 2022.


Quelle: BritFlicks, YouTube

Slumber Party Massacre

Originaltitel:Slumber Party Massacre
Regie:Danishka Esterhazy
Darsteller:Hannah Gonera, Frances Sholto-Douglas, Mila Rayne
Genre:Horror, Komödie
Produktionsland/-jahr:Kanada/Südafrika, 2022
Verleih:Raven Banner Entertainment
Länge:86 Minuten
FSK:tba

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite des HARD:LINE Film Festivals

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 18.04.2022
Review: Slumber Party Massacre (HARD:LINE Film Festival)

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