Review: Last Girl Standing (Mediabook)

Das Mediabook Artwork C von "Last Girl Standing" (© 2020 RedScreen. All Rights Reserved.)

Das Mediabook Artwork C von „Last Girl Standing“ (© 2020 RedScreen. All Rights Reserved.)

Inhalt: Vor fünf Jahren fiel die Clique von Camryn (Akasha Villalobos) einem Serienkiller zum Opfer. Nur sie überlebte mit schweren Verletzungen. Immer noch versucht sie, ein halbwegs normales Leben zu führen. Panisch und zerfressen von Schuldgefühlen, besteht ihr Leben aus dem Job in einer Wäscherei und der Freizeit in einer kleinen Wohnung. Das ändert sich, als der neue Kollege Nick (Brian Villalobos) auftaucht und sie in seinen Freundeskreis integriert. Das junge Glück ist aber nur von kurzer Dauer. Camryn wird von einer düsteren Gestalt verfolgt. Ist der Killer von damals zurück, um sein Werk zu vollenden?

 

Kritik: Das „Final Girl“ ist ein liebgewonnenes Klischee aus dem klassischen Slasherkino der 80er-Jahre. Doch gibt es für diese Überlebende eines Massakers überhaupt die Chance auf ein normales Leben? Diese Frage wollte Autor und Regisseur Benjamin R. Moody in seinem 2015er-Debütfilm „Last Girl Standing“ beantworten. An sich liest sich diese Idee als durchaus netter Ansatz an ein altbekanntes Phänomen. Ein gewaltiges Budget ist auch nicht zwingend notwendig. Doch gut gemeint und gut gemacht sind zwei grundverschiedene Dinge.

Dieser sympathische Kerl bestimmt seit Jahren Camryns Leben (© 2015 Last Girl Standing Film, LLC. All Rights Reserved.)

Dieser sympathische Kerl bestimmt seit Jahren Camryns Leben (© 2015 Last Girl Standing Film, LLC. All Rights Reserved.)

Nach der erwartbaren Einleitung stürzt sich Moody in eine Geschichte, die in allen Belangen trist ausfällt. Gerade in der ersten Hälfte fehlt es an Atmosphäre, Spannung oder sonstigen Aspekten, die irgendwie interessant wären. Ausgesprochen zähe, teils bedeutungsschwangere Dialoge, die von Schauspielern aus dem C-Bereich vorgetragen werden, machen „Last Girl Standing“ zu schwer erträglicher Kost. Irgendwann entscheidet sich der Film dann doch, eine echte Handlung zu bekommen und so etwas wie Figuren-Entwicklung betreiben zu wollen. In etwa 15 bis 20 Minuten lässt sich zumindest erkennen, weshalb die Grundidee durchaus Potenzial hatte.

Leider schmeißt Moody alle Vorsätze für einen fast schon beleidigenden Schlussakt über Bord. Der Wunsch, sich tiefer mit den menschlichen Aspekten dieses simplen Subgenres auseinanderzusetzen, wird für ein wirklich absurdes Ende eingetauscht. Ein Kardinalproblem ist auch die vollkommen blasse Hauptfigur. Kombiniert mit den fehlenden Drehbuch-Qualitäten gelingt es Akasha Villalobos nicht, der Protagonistin erwähnenswerte Charaktereigenschaften zu verleihen. Fast schon beeindruckend ist ihre fehlende Chemie mit Love Interest Brian Villalobos – im wahren Leben Ehemann der Hauptdarstellerin. Auch die weiteren Schauspieler zeigen keine Ambitionen, die eine nennenswerte Karriere rechtfertigen würden.

So bleibt nur die solide Zwischenphase, in der das Horrordrama seine Ausgangslage ansatzweise nutzt. Darüber hinaus ist „Last Girl Standing“ ein kaum genießbarer Film, der sich für sehr viel klüger hält, als er am Ende ist und gravierende handwerkliche Schwächen zeigt.

Camryn will ihr Leben zurück (© 2015 Last Girl Standing Film, LLC. All Rights Reserved.)

Camryn will ihr Leben zurück (© 2015 Last Girl Standing Film, LLC. All Rights Reserved.)

Der Film ist seit dem 06.11.2020 als Uncut Rawside Edition im Mediabook erhältlich.

1,5 von 5 Punkten

 

Bild: Für einen Film aus dem Mini-Budget-Bereich ist die Bildqualität gerade noch in Ordnung. Schärfe und Detaildarstellung sind eher mittelmäßig und rutschen bei schwacher Beleuchtung in den unterdurchschnittlichen Bereich. Die Farbgebung ist flach und blass. Kontraste und Schwarzwert erreichen auch keine Topwerte. Dazu ist das Bild, gerade in den schwach beleuchteten Momenten, ziemlich unruhig.

3 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton gewinnen natürlich keine HD-Räumlichkeitspreise. Die Dialoge sind zumindest (in dem Fall wohl leider) gut verständlich. Ab und zu ist in Ansätzen ein bisschen Einsatz der äußeren Boxen durch Hintergrundgeräusche und Musik zu vernehmen. Viel mehr gibt es nicht zu wissen. Auf der DVD liegen die Tonspuren in Dolby Digital 5.1 bei.

3 von 5 Punkten

Extras: In der gewohnt stabilen Hülle befindet sich 24-seitiges Booklet mit einem Text von Christoph N. Kellerbach und Filmbildern. Die Discs enthalten ein ausführliches Making-of (59 Minuten), ein „Behind the Scenes“ (6 Minuten), ein Outtake-Video (5 Minuten), zwei Clips von den Proben (12 Minuten), ein Making-of zur Synchro (6 Minuten), eine Slideshow und einige Trailer komplettieren die Blu-ray. Untertitel zu den Extras fehlen leider.

3,5 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten


Quelle: New Trailer Buzz, YouTube

Last Girl Standing

Originaltitel:Last Girl Standing
Regie:Benjamin R. Moody
Darsteller:Akasha Villalobos, Danielle Evon Ploeger, Brian Villalobos
Genre:Horror, Drama
Produktionsland/-jahr:USA, 2015
Verleih:Wicked Vision
Länge:90 Minuten
FSK:tba

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Wicked Vision

Verfasst von Thomas

Zuletzt geändert am 30.12.2020
Review: Last Girl Standing (Mediabook)

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