Review: Creepozoids (Mediabook)

Das Mediabook-Artwork Cover C von "Creepozoids" (© Wicked-Vision-Media)

Das Mediabook-Artwork Cover C von „Creepozoids“ (© Wicked-Vision-Media)

Inhalt: Nach der Apokalypse irren fünf fahnenflüchtige Soldaten (u.a. Linnea Quigley) durch die Einöde und suchen Schutz vor dem sauren Regen und monströsen Gestalten. Ein altes Fabrikgebäude soll die Rettung sein. Noch ahnen sie nicht, dass dort einst wissenschaftliche Experimente durchgeführt worden sind und ein sehr lebendiges Überbleibsel dieser Zeit gar keine Lust hat, die Behausung mit den Neuankömmlingen zu teilen.

 

Kritik: David DeCoteau bringt heutzutage noch regelmäßig billigst produzierte Filme als Massenware auf den Markt, wobei seine Bandbreite von simplen TV-Filmen, über bizarre „Sprechende Tiere“-Produktionen, bis hin zu homoerotischer Softcore-Pornografie geht. In den 80ern- und 90ern war er ein verlässlicher B-Film-Regisseur, der mit kleinem (im Vergleich zu heute größeren) Budget und wenig Zeit eine Produktion umsetzen konnte. So kam es regelmäßig zur Kooperation mit der Trash-Schmiede von Full Moon, was 1987 auch zu dem durchaus erfolgreichen Endzeit-SciFi-Horror „Creepozoids“ (bzw. „Creepzone“) führte. Weshalb dieser Film durchaus über seine Liebhaber-Kreise verfügt, lässt sich aber nur bedingt nachvollziehen.

Die Truppe mus herbe Rückschläge hinnehmen (© Full Moon Features)

Die Truppe mus herbe Rückschläge hinnehmen (© Full Moon Features)

Schon die Außenszenen, die gar nicht versuchen, Endzeit-Stimmung auszustrahlen, geben einen deutlichen Eindruck, was hier noch folgen wird. In der ähnlich uninspiriert dekorierten Fabrik, in der sich die herzerweichend naiven Figuren Wissenschafts-Kauderwelsch und mäßig schwer zu lösende Fragen (Ja, weshalb arbeitet in der postapokalyptischen Welt wohl niemand mehr in dem Laden?) um die Ohren hauen, wird das eigentliche Ziel offensichtlich: Wie so viele Werke der Zeit versucht auch dieser Genrebeitrag, seinen Teil vom „Alien“-Kuchen abzubekommen. Dabei räubert der Film derart unverschämt bei seinem Idol, dass einzig ein paar spaßige Effekte und unfreiwillige Komik als Mehrwert bleiben.

Dadurch entsteht aber nur sehr bedingt Unterhaltungswert. Der Film hat größte Mühe, seine schlanken 72 Minuten Spielzeit mit Bildmaterial zu befüllen. Sehr viel Rennerei, Krabbelei und stumpfe Dialoge über Nährwerte (fragt nicht) werden nur sehr gelegentlich von dem ziemlich lachhaft aussehenden Monster unterbrochen. Der einzig nennenswerte Name der – wahrlich nicht erinnerungswürdigen – Schauspieler ist B-Movie-Sexsymbol Linnea Quigley, die für eine gänzlich unmotivierte (und dennoch zweckdienliche) Duschszene herhalten darf.

Viele Full-Moon-Filme punkten trotz abstruser Drehbücher, schlechter Schauspieler und niedrigen Produktionswerten mit einem gewissen Charme. „Creepozoids“ bleibt eine hastig zusammengeschusterte „Alien“-Kopie, die trotz ihrer kurzen Spielzeit nicht einmal als trashige Fastfood-Unterhaltung gelungen ist.

Bitte recht freundlich... (© Full Moon Features)

Bitte recht freundlich… (© Full Moon Features)

Der Film ist seit dem 06.12.2019 im Mediabook erhältlich.

1,5 von 5 Punkten

 

Bild: Der Transfer des günstig produzierten und mit nicht allzu frisch anmutendem Ausgangsmaterial ausgestatteten Films ist im Rahmen der Möglichkeiten ordentlich. Schärfe und Detaildarstellung schwanken zwischen gut und mäßig. Die eher triste Farbpalette passt zum Inhalt. Kontraste und Schwarzwert verursachen keine große Probleme. Ein leichtes Rauschen und ein paar kleinere Bildprobleme sind durchaus zu ertragen.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Die Blu-ray enthält eine deutsche und eine englische DTS-HD MA 2.0-Tonfassung. Auf der DVD sind beide Sprachfassungen in Dolby Digital 2.0 vorhanden. Bei der Dialogwiedergabe gibt es in beiden Sprachfassungen keine wirklichen Probleme. Die Abmischung von Hintergrundgeräuschen, Monsterknurren und Musik hätte etwas kräftiger sein können, ist aber ebenfalls ordentlich gelungen.

3,5 von 5 Punkten

Extras:Innerhalb der gewohnt schicken und stabil verarbeiteten Hülle befindet sich ein 24-Seiten-Booklet, in den Texte von Michael Humberg (zu „Creepozoids“) und Christoph Kellerbach (zu „Shadowzone“) sowie einige Stillshots aus „Creepozoids“ zu finden sind. Auf den Discs befindet sich neben dem erstaunlich soliden Bonusfilm „Shadowzone“ (88 Minuten) ein Audiokommentar von David DeCoteau und einige Trailer.

4 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten


Quelle: Full Moon Features, YouTube

Creepozoids

Originaltitel:Creepozoids
Regie:David DeCoteau
Darsteller:Linnea Quigley, Ken Abraham, Michael Aranda
Genre:Science Fiction, Horror
Produktionsland/-jahr:USA, 1987
Verleih:Wicked Vision Media
Länge:72 Minuten
FSK:ab 18 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Wicked-Vision

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 08.07.2020
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