Review: Diego Maradona (Kino)

Das Poster zu "Diego Maradona" (© DCM)

Das Poster zu “Diego Maradona” (© DCM)

Schon in früher Jugend wurde sein Ausnahmetalent für den Fußball entdeckt. Bereits im Alter von 16 Jahren spielte er erstmals in der argentinischen Liga und debütierte wenige Monate später in der Nationalmannschaft. 1982 wechselte für die damalige Weltrekordsumme von 11 Millionen D-Mark zum FC Barcelona. Eine europäische Heimat fand er aber erst 1984, als es ihn überraschend zum süditalienischen Arbeiter-Club SSC Neapel zog. Dort reifte er zu einem der größten Spieler seiner Generation und entfachte eine neue Fußball-Euphorie in der Region. Doch wo Licht ist, wartet auch Schatten: Drogen, die Mafia und seine berüchtigte „Hand Gottes“ machten Maradona zu einem Mann, bei dem Genie und Wahnsinn sehr nahe beieinander sind.

 

Kritik: Er zählt sicherlich zu den kontroversen Ausnahmeerscheinungen auf der internationalen Fußball-Bühne – der argentinische Ballkünstler Diego Armando Maradona. Der britische Regisseur Asif Kapadia, der zuletzt in „Senna“ und (Oscar-gekrönt) in „Amy: The Girl Behind the Name“ zwei jung und tragisch verstorbene Persönlichkeiten porträtiert hatte, durfte nun erstmals die Geschichte eines noch lebenden Weltstars verfilmen. Dafür stellte Maradona selbst zahlreiche noch nie gezeigte Archivmaterialien und seine Expertise zur Verfügung. Das entpuppt sich als Segen und Fluch für die Produktion. Gerade Fans des virtuosen Spielmachers können ihn hier – vornehmlich zu seiner Zeit in der Wahlheimat Neapel – näher als jemals zuvor erleben.

 

Maradona feiert den WM-Titel (© Bob Thomas/Getty Images/DCM)

Maradona feiert den WM-Titel (© Bob Thomas/Getty Images/DCM)

Dabei ist der Film aber sichtlich bemüht, seinen Protagonisten in ein möglichst positives Licht zu rücken. So punktet die Produktion vor allem, wenn auch Maradona glänzen darf. Die Aufbruchstimmung, die er mit seinem spielerischen Talent in der (armen) Stadt Neapel auslöst, ist faszinierend zu beobachten. Auch die Stimmung hinter den Kulissen von sportlichen Groß-Events wie der WM 1986 sollte wohl jeden Fußball-Fan berühren. Bei den dunklen Seiten bleibt „Diego Maradona“ etwas oberflächlicher, wodurch der Titel-Held schlussendlich mehr wie ein Opfer der Umstände wirkt.

Trotz einer happigen Spielzeit von 130 Minuten gönnt sich die Dokumentation keine Durchhänger – zu ereignisreich waren die Jahre des Argentiniers in Neapel. Dennoch dürften die meisten Zuschauer am Ende des Films nur bedingt das Gefühl haben, viel Neues über die Hauptfigur erfahren zu haben. „Diego Maradona“ ist eine unterhaltsame Geschichte über die seinerzeit schillerndste Persönlichkeit des Weltfußballs, verpasst aber (vermutlich wegen dessen Mitwirkung) eine kritischere Auseinandersetzung mit den Schattenseiten des Superstars.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: DCM, Leinwandreporter TV, YouTube

Diego Maradona

Originaltitel:Diego Maradona
Regie:Asif Kapadia
Sprecher:Diego Maradona
Genre:Dokumentation
Produktionsland/-jahr:UK, 2019
Verleih:DCM
Länge:130 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:05.09.2019

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von DCM

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 05.09.2019
Review: Diego Maradona (Kino)

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen