Review: Mortal Engines – Krieg der Städte (Kino)

Das Plakat von "Mortal Engines - Krieg der Städte" (© 2018 Universal Pictures)

Das Plakat von „Mortal Engines – Krieg der Städte“ (© 2018 Universal Pictures)

Inhalt: Vor über 1000 Jahren haben Kriege dafür gesorgt, dass die Erde ein großes Ödland geworden ist. Die meisten Menschen wohnen in beweglichen Städten, die über die Landschaft rollen und versuchen, sich alle möglichen Ressourcen zu sichern. So gemeinden Metropolen gerne einmal – ohne Widerspruchsrecht – kleinere Dörfer ein, die über lukrative Vorräte verfügen. Eine der größten Städte dieser Zeit bleibt London, das in ganz Europa Angst verbreitet. Der junge Historiker Tom Natsworthy (Robert Sheehan, „Bad Samaritan – Im Visier des Killers“) lebt friedlich in der Stadt und geht seiner Arbeit nach. Durch seine Freundschaft zu Katherine (Leila George) hat er sogar Kontakt zu ihrem hoch angesehenen Vater Thaddeus Valentine (Hugo Weaving, „The Mule“), der die Stadt mit einem großen Energie-Projekt in ein neues Zeitalter befördern will. Eines Tages, als eine neue Stadt gerade „eingemeindet“ wurde, verübt die maskierte Hester (Hera Hilmar) ein Attentat auf Thaddeus, den sie als Mörder ihrer Mutter bezeichnet. Tom kann zwar rettend eingreifen, landet aber mit Hester außerhalb der Stadt. Dort lernt er, dass sein Weltbild eine massive Überarbeitung benötigt. Schon bald befindet er sich mitten in einer Rebellion und erfährt, was wirklich hinter dem Energieprojekt von Thaddeus steckt.

Kritik: Zwischen 2001 und 2006 hat der britische Autor Philip Reeve seine vier Romane der „Predator Cities“-Reihe geschrieben. Der erste Teil „Mortal Engines“ wurde nun von Regie-Debütant Christian Rivers – schon seit „Braindead“ ein Weggefährte von Peter Jackson – auf die große Leinwand gebracht. Jackson selbst war als Co-Autor an der Umsetzung beteiligt. Gleich zu Beginn liefert der Film ein erstes Highlight: Die Verfolgungsjagd zwischen London und einer Kleinstadt sieht großartig aus und macht sehr viel Spaß. Auch die darauf folgende Einführung in das Leben in einer fahrenden Stadt trägt schnell dazu bei, dass sich der Zuschauer im 31. Jahrhundert bald heimisch fühlt. Gerade ein paar originelle und ironische Querverweise an die heutige Zeit funktionieren hier gut. Leider geht dem Film ziemlich schnell die Luft aus.

Tom und die Familie Valentine (© 2018 Universal Pictures)

Tom und die Familie Valentine (© 2018 Universal Pictures)

So bleiben zwar die netten Schauwerte weiter bestehen, werden aber kaum noch mit lebendigen Inhalten unterfüttert. Es entwickelt sich eine konventionelle Rache-Geschichte, die sich munter bei anderen Filmen bedient. Als Teenie-Antwort auf die „Mad Max“-Filme fährt „Mortal Engines“ noch recht gut. Auch die „Hunger Games“-Reihe steht manchmal ein wenig Pate. Wie deutlich aber hier im „Star Wars“-Universum geräubert wird, ist schon relativ dreist. So werden ganze Storylines und Figuren mit minimalen Variationen kopiert. Gepaart mit zahlreichen unglaubwürdigen Wendungen und Entwicklungen ist hier vor allem das Drehbuch (und mit Abstrichen der unrund anmutende Schnitt) problematisch. Gerade wenn Figuren und Storylines eingeführt werden und dann im Nichts verschwinden, zeigt sich der Film handwerklich in beiden genannten Bereichen nicht auf der Höhe. Im Gegenzug zu diesen Lücken werden andere Teile der Handlung so oft erklärt, dass sie wohl ein paar Zuschauern auf die Nerven gehen dürften.

Die klischeebeladenen Dialoge, die im Minutentakt Sätze wie „Was habe ich getan?“ oder „Wir müssen weiter machen, für XY.“ präsentieren, sorgen schon fast wieder für Belustigung. Neben dem stylischen Look ist es wohl hauptsächlich den Darstellern zu verdanken, dass der Film nicht komplett von den Gleisen rutscht. Gerade Hera Hilmar als schwer gezeichnete und von Rachegedanken getriebene Hester kann hier positiv auf sich aufmerksam machen. Aber auch Robert Sheehan als Sympathietyp mit schlechtem Timing zeigt einen guten Auftritt. Hugo Weaving ist als zwielichtiger, sehr ambitionierter Thaddeus in einer Paraderolle zu sehen. Darüber hinaus kann auch noch die hübsche Leila George – in Realität Tochter von Hollywood-Veteran Vincent D’Onofrio – hier gefallen.

Nach einer sehr gelungenen Einführung gelingt es nicht, aus dem Fantasy-Abenteuer „Mortal Engines – Krieg der Städte“ das erhofft ungewöhnliche Kinoerlebnis zu machen. Trotz toller Optik sorgt ein hölzerner und streckenweise wild kopierter Plot dafür, dass der Film nur sehr bedingt funktioniert. So müssen die Macher wohl auf den – deutlich angepeilten – asiatischen Markt hoffen, damit sich das vorhandene Potenzial der Geschichte nicht schon nach einem Film erschöpft hat.

2,5 von 5 Punkten


Quelle: Universal Pictures, LeinwandreporterTV, YouTube

Mortal Engines – Krieg der Städte

Originaltitel:Mortal Engines
Regie:Christian Rivers
Darsteller:Hera Hilmar, Robert Sheehan, Hugo Weaving
Genre:Action, Abenteuer, SciFi
Produktionsland/-jahr:USA, 2018
Verleih:Universal Pictures
Länge:128 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:13.12.2018

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Universal Pictures

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 12.12.2018
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