Categories: Kino

Review: Cake (Kino)

Das Kino-Plakat von “Cake” (Quelle: Warner Bros Pictures)

Inhalt: Nach einem schweren Unfall leidet Claire (Jennifer Aniston, „Wir sind die Millers“) an chronischen Schmerzen. Verbittert legt sie sich mit all ihren Mitmenschen an, die sie nach und nach aus ihrem Leben verbannt. Nur ihre Haushälterin Silvana (Adriana Barraza, „Thor“) steht ihr mit aller Kraft zur Seite, ist aber auch manchmal ratlos. Nachdem Claire aus ihrer Selbsthilfegruppe geworfen wird, entdeckt sie ihr Interesse für die Familie von Nina (Anna Kendrick, „The Voices“), einer Schmerz-Patientin, die sich vor kurzem das Leben genommen hat. Sie sucht deren Mann Roy (Sam Worthington, „Texas Killing Fields – Schreiendes Land“) auf, der sie nach anfänglichem Argwohn akzeptiert. So entsteht zwischen den beiden frustrierten und gebeutelten Menschen eine ungewöhnliche Freundschaft, bei der Claires Tabletten- und Alkoholsucht immer wieder für Rückschläge sorgt.

 

Kritik: Dieses Drama von Daniel Barnz hatte schon im Vorfeld für einigen Gesprächsstoff gesorgt, da Jennifer Aniston, die Königin seichter Romantik-Komödien, hier auf einem gänzlich fremden Terrain zu sehen ist. Nach ihrer Golden Globe-Nominierung war sie auch bei den Oscars bis zuletzt eine enge Kandidatin, wurde dann aber in der Endauswahl nicht berücksichtigt. Tatsächlich wird Aniston diesen Vorschusslorbeeren absolut gerecht. Mit einer wunderbar uneitlen, vielschichtigen Darstellung mit Ecken und Kanten beeindruckt sie nachhaltig und schafft es, durchgängig das Interesse an ihrer eigentlich unsympathischen Figur aufrecht zu erhalten. Aber auch ansonsten gelingt es „Cake“, zu überzeugen.

 

Claire und Silvana stecken in Schwierigkeiten (Quelle: Warner Bros Pictures)

Diese ruhige, unbequeme Geschichte rund um Verlust und chronischen Schmerz ist sicherlich nicht leicht verdaulich, aber auch gerade deswegen so eindringlich. Gegen Ende gelingt es Barnz nicht mehr komplett, auf Sentimentalitäten zu verzichten. Dort verliert der Film ein wenig von der bis dahin aufgebauten Stimmung. Neben der herausragenden Jennifer Aniston gibt es noch weitere beachtenswerte Schauspiel-Leistungen. Sam Worthington hat schon gelegentlich gezeigt, dass er mehr als der tumbe Action-Held sein kann. In „Cake“ gefällt er als zynischer Roy, der für seinen Sohn versucht, ins Leben zurückzukehren. Adriana Barraza spielt als mütterliche Haushälterin eine ganz starke Rolle. Anna Kendrick tritt nur in einigen Träumen/Visionen auf, hat aber dabei ein paar tolle Momente. Dazu sind noch Schauspieler wie Chris Messina („Celeste & Jesse – Beziehungsstatus: Es ist kompliziert!“), William H. Macy („Dirty Girl“), Britt Robertson („Under the Dome“) und Felicity Huffman („Desperate Housewives“) in kleinen Rollen zu sehen.

Auch wenn „Cake“ nicht alles richtig macht, hinterlässt dieser kleine, teils beklemmende, teils hoffnungsvolle Film bleibende Eindrücke, die über den außergewöhnlichen Auftritt von Jennifer Aniston hinausgehen.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Warner Bros Pictures, Leinwandreporter TV, YouTube

Cake

Originaltitel:Cake
Regie:Daniel Barnz
Darsteller:Jennifer Aniston, Adriana Barraza, Anna Kendrick
Genre:Drama
Produktionsland/-jahr:USA, 2014
Kinostart:09.04.2015
Verleih:Warner Bros Pictures
Länge:102 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 07.04.2015
Review: Cake (Kino)

Thomas

"Alle bleiben cool! DU - bleib cool!" (Seth Gecko,"From dusk till dawn")

Recent Posts

Review: Spa Weekend (Kino)

Inhalt: Seit ihrer Kindheit sind Jane (Leslie Mann, „Jungfrau (40), männlich, sucht…“), Mel (Isla Fisher,…

2 Tagen ago

Review: Justice League

Inhalt: Nachdem das Monster Doomsday gerade so besiegt werden konnte und Superman (Henry Cavill, „Codename…

5 Tagen ago

Review: Passenger (Blu-ray)

Inhalt: Tyler (Jacob Scipio) und Maddie (Lou Llobell) wollen einen gemeinsamen Neustart wagen und in…

1 Woche ago

Review: John Wick (Blu-ray)

Inhalt: Nach langem Krebsleiden ist die Frau von John Wick (Keanu Reeves) vor wenigen Tagen…

2 Wochen ago

Review: Ready Player One

Inhalt: Im Jahr 2045 ist Lebensraum ein knappes Gut, weshalb die meisten Menschen in Wohnsilos…

2 Wochen ago

Review: In the Grey

Inhalt: Der blutrünstige Gangsterboss Manny (Carlos Bardem, „Assassin’s Creed“) hat sich von der mächtigen Organisation…

3 Wochen ago