Review: The Purge – Anarchy (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "The Purge: Anarchy" (Quelle: Universal Pictures)

Das Blu-ray-Cover von „The Purge: Anarchy“ (Quelle: Universal Pictures)

Inhalt: Schon im sechsten Jahr findet in den USA die alljährliche „Purge“ statt, bei der die Leute ohne gesetzliche Grenzen ihre Wut herauslassen und prügeln und morden dürfen. Doch trotz scheinbar toller Ergebnisse sind nicht alle von der Nacht überzeugt. Ein Ex-Cop (Frank Grillo, „Captain America 2: The Return Of The First Avenger“) möchte die Nacht dazu nutzen, den Verantwortlichen für den Tod seines Sohnes der eigenen Gerechtigkeit zuzuführen. Auf seinem Weg trifft er auf Eva (Carmen Ejogo) und Cali (Zoë Soul), die gerade von einigen „Purgern“ überwältigt werden. Trotz Zweifeln rettet er den beiden das Leben. Liz (Kiele Sanchez, „30 Days of Night: Dark Days“) und Shane (Zach Gilford) wollen nach dem gemeinsamen Urlaub eigentlich nur schnell nach Hause kommen, als ihr Wagen liegen bleibt. Die beiden schließen sich der Gruppe an und versuchen, die Nacht zu überstehen. Das entpuppt sich aber als nicht so einfach, da neben den Mordlustigen auch noch Sondereinsatz-Kommandos für reiche Leute die passenden Opfer jagen. Eine Hoffnung für das zufällig zusammengewürfelte Quintett könnte der Revolutionär Carmelo (Michael K. Williams, „The Wire“) sein, der dem System den Kampf angesagt hat.

Regie/Drehbuch: Mit „The Purge – Die Säuberung“ gelang Regisseur und Autor James DeMonaco einer der Überraschungs-Hits des Jahres 2013. Natürlich ließ er sich nicht lange bitten, einen Nachfolger des Low Budget-Erfolges nachzulegen. Nachdem der erste Teil fast komplett in einem Haus gespielt hat, schickt er seine Protagonisten im zweiten Teil auf die Straße, wodurch er natürlich noch ein wenig mehr Dynamik in Geschehen bringen will. Das Drehbuch beinhaltet aber zu viele Klischees, um wirklich Nutzen daraus ziehen zu können. Das Problem, des ersten Filmes, dass einige satirisch-böse Momente von konventionellem Thriller-Geschehen überlagert wurden, fällt hier in anderer Weise ins Gewicht. DeMonaco übertreibt es mit Zeitlupen, stylischen Masken und vor allem dem wummernden Score, sodass fast jede Sozialkritik (die im Film durchaus vorhanden ist) ziemlich erdrückt wird. Die Aufschreie gegen Ungleichbehandlung sind dafür noch deutlich plumper, wie es in den Filmen des viel kritisierten Uwe Boll der Fall war.

Look: Die 9 Million US-Dollar-Budget (immerhin das Dreifache vom Vorgänger) wurden natürlich für die verschiedenen Drehorte benötigt. Ansonsten setzt DeMonaco sehr viel auf seinen düsteren, grotesken Hochglanz-Stil, der sich aber nicht wirklich mit den satirisch-kritischen Momenten verträgt.

Wenig Highlights in hektischem Sequel

Irgendwie will die Gruppe die Nacht überleben (Quelle: Universal Pictures)

Irgendwie will die Gruppe die Nacht überleben (Quelle: Universal Pictures)

Schauspieler: In der Hauptrolle gibt Frank Grillo – aktuell die gern gewählt Liam Neeson B-Movie-Variante – den zerrissenen, von Rachegefühlen getriebenen Cop, dessen Gewissen aber dann doch einschreitet. Er macht die Sache gut und hat hebt sich trotz der eindimensionalen Figurenzeichnung von seinen Kollegen ab, von denen allenfalls „Lost“-Star Kiele Sanchez noch einigen etwas sagen dürfte. Der beste Schauspieler im Cast dürfte aber Michael K. Williams sein. Davon gibt es hier aber herzlich wenig zu bewundern, da er als Aufständischer Carmelo kaum Spielzeit hat.

Unterhaltungswert/Spannung: Aus der Ausgangslage des legalen Mordens zieht „The Purge: Anarchy“ einen Hauptteil seiner Spannung. So kommt es zu Highlights wie der herrlich bizarren Versteigerung von neuen „Purge“-Opfern. Dann ist der Film aber oft so hektisch und unübersichtlich, so das von solchen Szenen nicht mehr viel übrig bleibt.

Dramatik: Auf dem Papier gibt es hier einiges Tragisches, wie den Verlust des Kindes vom Protagonisten. Das entfremdete Paar Liz und Shane muss sich noch einmal zusammenraufen, der Vater von Eva bringt ein gewaltiges Opfer und eine gewaltige Familientragödie, die mitten im Film geschieht. Leider hilft das nicht viel, wenn der Zuschauer nur schwer Interesse für die Figuren aufbringen kann.

Humor: Bis auf einige (bereits erwähnte) satirische Momente gibt es hier natürlich eher wenig zu lachen.

Romantik/Liebe: Natürlich kommen sich Liz und Shane über die Nacht wieder etwas näher, was aber im Hintergrund der Handlung stattfindet.

Für viele Leute ist die Purge-Nacht eine große Party (Quelle: Universal Pictures)

Für viele Leute ist die Purge-Nacht eine große Party (Quelle: Universal Pictures)

Fazit: Was passiert wenn ein mittelmäßiger Film unglaublich erfolgreich ist? Es wird im Akkord-Tempo ein zweiter Teil nachgelegt. Aus diesem Grund fehlt „The Purge: Anarchy“ eine wirkliche Geschichte, die über die Rahmenhandlung hinausgeht und mehr als Klischees zu bieten hat. Es gibt genug Fans des ersten Teils, die auch hier wieder ihren Spaß haben werden. Einen überzeugenden Film hat man deswegen noch lange nicht gesehen.

Der Film ist ab dem 11.12.2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2 von 5 Punkten

 

Bild: Der Transfer ist durchaus gelungen, auch wenn Szenen, wie eine Schießerei im Dunklen nicht viel Erkennen lassen. Ansonsten hat die Blu-ray satte, natürliche Farben, ein knackig scharfes Bild und eine gute Detaildarstellung. Schwarzwert und Kontraste sind eigentlich gut, werden aber, in erwähnter Szene überansprucht. Wirkliche Fehler gibt es bei dem sauberen Bild nicht.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der verlustlose DTS-HD MA 5.1-Score gefällt in der deutschen und der englischen Version gleichermaßen. Die Dialoge sind immer gut verständlich und die Schreie sowie andere Hintergrundgeräusche auf den Straßen wurden wirklich gut und räumlich abgemischt. Der ansonsten etwas nervige Score bietet einige saftige Bässe, die auch bei den Schießereien auftrumpfen. Eine vollkommen überzeugende Sound-Präsentation.

4,5 von 5 Punkten

Extras: Ein paar unveröffentlichte Szenen und ein „Hinter den Kulissen“-Featurette komplettieren die Blu-ray.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten



Quelle: Universal Pictures, LeinwandreporterTV, YouTube

The Purge: Anarchy

Originaltitel:The Purge: Anarchy
Regie:James DeMonaco
Darsteller:Frank Grillo, Zach Gilford, Kiele Sanchez, Michael K. Williams
Genre:SciFi-Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2014
Verleih:Universal Pictures
Länge:103 Minuten
FSK:ab 16 Jahren
Kinostart:31.07.2014
Homepage:Der Facebook-Auftritt von "The Purge: Anarchy"

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 10.12.2014
The Purge: Anarchy (Blu-ray)

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