Review: Hit & Run (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Hit & Run" (Quelle: Universum Film)

Das Blu-ray-Cover von „Hit & Run“ (Quelle: Universum Film)

Seitdem er nach der Aussage gegen seine Komplizen im Zeugenschutz ist, lebt „Charlie Bronson“ (Dax Shepard) sicher und brav in einem kleinen, beschaulichen Ort. Er ist glücklich mit der Lehrerin Annie (Kristen Bell, „House of Lies“) liiert, die er eines Tages gerne heiraten würde. Als Annie ihren Traumjob in L.A. angeboten bekommt, schließt sich Charlie an, obwohl er weiß, dass dort seine alten Kumpanen auf ihn warten. Das wäre alles noch kein Problem, wenn da nicht Annies eifersüchtiger Ex-Freund Gil (Michael Rosenbaum, „Smallville“) wäre, der die beiden nicht nur verfolgt, sondern auch Charlies damals engstem Kumpel Alex Dimitri (Bradley Cooper, „The Place Beyond the Pines“) einen Tipp über dessen bevorstehende Ankunft gibt. Völlig unbedarft fahren Charlie und Annie ins Chaos, zu dem sich bald noch der liebenswerte, aber vollkommen tollpatschige US-Marshall Randy (Tom Arnold, „True Lies“) gesellt.

Dax Shepard („Parenthood“) gehört seit Filmen wie „Trouble ohne Paddel“ (2004) und „Idiocracy“ (2006) zu festen Inventar der amerikanischen Comedy-Szene. Hier versucht er sich an einem vollkommen eigenständigen Projekt, bei dem er das Drehbuch geschrieben, die Regie gemeinsam mit David Palmer übernommen und dazu noch die Hauptrolle gespielt hat. Solche Filme sind schon katastrophal schlecht aber auch genial gut (Zach Braffs „Garden State“) ausgefallen. „Hit & Run“ ist da irgendwo in der Mitte anzusiedeln. Das abgedrehte Roadmovie lebt von seinen sympathisch-schrulligen Charakteren, die für eine launige Wohlfühlatmosphäre sorgen. Die wirklich heraus stechenden Szenen wurden aber fast komplett schon im Trailer gezeigt. Bei einigen anderen Comedy-Szenen (z.B. einer Senioren-Orgie) zeigt sich Shepard nicht wirklich geschmackssicher. So entsteht ein Film, den die meisten Zuschauer wohl gerne sehen werden, der aber hier und da mit etwas Leerlauf und leichten Fremdschäm-Momenten zu kämpfen hat.

Bradley Cooper mal wieder ein Highlight

Charlie und Annie sind schon etwas gezeichnet von ihrem Roadtrip (Quelle: Universum Film)

Charlie und Annie sind schon etwas gezeichnet von ihrem Roadtrip (Quelle: Universum Film)

Dax Shepard hat sich selbst die Rolle des gutmütigen Charlie mit der düsteren Vergangenheit auf den Leib geschneidert, den er absolut ordentlich verkörpert. Den meisten Spaß hat er sichtlich daran, mit seiner Verlobten Kristen Bell gemeinsam vor der Kamera zu stehen. Die beiden können ihre gute Chemie auf ihre Figuren übertragen und haben ein paar wirklich originelle Streitgespräche zum Thema Konfliktlösung. Michael Rosenbaum darf als Annies Ex die böse Nervensäge geben, was ihm auch gut gelingt. Tom Arnold ist als trotteliger Randy die Witzfigur des Filmes, die dank des gewohnt ordentlichen Timings fast nie ins Lächerliche abrutscht. Werbeträger von „Hit & Run“ war der aktuell unglaublich erfolgreiche Bradley Cooper, der hier mit abstrusem Rastalook den psychotischen Bösewicht mimt. Leider beträgt seine Bildschirmzeit weniger als 15 Minuten. Da hätte man gerne noch mehr von seiner herrlich irren Performance gesehen. In den Szenen mit seiner Anwesenheit ist „Hit & Run“ deutlich am besten. Beau Bridges („The Descendants“) spielt dazu noch eine kleine Gastrolle.

Mit Alex Dimitri sollte man sich möglichst nicht anlegen (Quelle: Universum Film)

Mit Alex Dimitri sollte man sich möglichst nicht anlegen (Quelle: Universum Film)

Das neue Werk von Dax Shepard ist eine Berg- und Talfahrt mit zahlreichen schnellen Autos. Es gibt einzelne Szenen und Dialoge, die wirklich unglaublich lustig sind. Dann gibt es aber auch immer wieder Minuten, wo fast nichts passiert und Gags, die recht deutlich daneben gehen. Es ist den netten Figuren und vor allem dem wie entfesselt aufspielenden Bradley Cooper zu verdanken, dass „Hit & Run“ insgesamt durchaus gelungen ist.

Der Film ist ab dem 19.07.2013 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3 von 5 Punkten

Bild: Der Transfer kommt in hellen, klaren uns satten Farben daher, die von der heißen kalifornischen Sonne bestimmt werden. Die Bildschärfe ist ebenso recht ordentlich wie die Kontraste, wobei teilweise ein leichtes Überstrahlen zu entdecken ist. Ein ordentlich gewählter Schwarzwert rundet den guten Eindruck dieses Low Budget-Filmes ab.

4 von 5 Punkten

Ton: Die deutsche und die englische Tonspur liegen in DTS-HD MA 5.1 vor. Obwohl hier viel genuschelt wird, sind alle Dialoge problemlos verständlich. Bei den Soundeffekte sind vor allem Motorengeräusche zu nennen, die schön räumlich von allen Boxen wiedergegeben werden. An der Direktionalität ist hierbei kaum etwas auszusetzen, auch wenn „Hit & Run“ bei weitem kein Sound-Festival ist.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Die Featurettes „Street Legal“ (2 Minuten),„Run And Gun“ (3 Minuten) und „Love on the Run“ (3 Minuten) geben ein paar nette Einblicke in die Produktion. Eine ganze Reihe an Deleted Scenes (24 Minuten), eine tatsächlich teilweise lohnende B-Roll (33 Minuten) und ein paar Trailer komplettieren die ordentlichen Bonusmaterialien.

3 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: Universum Film, YouTube

Hit & Run

Originaltitel:Hit & Run
Regie:Dax Shepard
Darsteller:Dax Shepard, Kristen Bell, Bradley Cooper
Genre:Actionkomödie
Produktionsland/-jahr:USA, 2012
Verleih:Universum Film
Länge:100 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

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