Review: Zorn der Titanen (Kino)

In “Zorn der Titanen” muss Halbgott Perseus ein weiteres Mal die Welt vor dem Untergang bewahren, Quelle: Warner Bros.

Zehn Jahre nach dem finalen Triumph über den Kraken hat sich der Halbgott Perseus (Sam Worthington, „Avatar“) zurückgezogen und versucht seitdem ein einfaches Leben als Fischer und alleinerziehender Vater seines zehn Jahre alten Sohnes Helios zu führen. Doch währenddessen herrscht Krieg um die Vorherrschaft im Olymp und die Götter drohen die Kontrolle über die Titanen und deren Anführer Kronos zu verlieren. Mithilfe von Kronos plant der Herrscher der Unterwelt Hades (Ralph Fiennes, „Der Vorleser“) einen Aufstand gegen Zeus (Liam Neeson, „The Grey“). Perseus wird von seinem Vater um Hilfe gebeten, weigert sich aber zunächst. Erst als sein Dorf von Kreaturen aus der Unterwelt heimgesucht wird, ersucht er die Hilfe der Kriegerkönigin Andromeda (Rosamund Pike, „Barney’s Version“), Poseidons Halbgott-Sohn Agenor (Toby Kebbell, „Prince of Persia: Der Sand der Zeit“) und des gefallenen Gottes Hephaestus (Bill Nighy, „Best Exotic Marigold Hotel“). Gemeinsam müssen sie in die Unterwelt hinabsteigen, um Zeus zu retten und die Welt vor dem sicheren Untergang zu bewahren.

2010 verfilmte der französische Regisseur Louis Letterier („Der unglaubliche Hulk“) „Kampf der Titanen“. Das Remake des gleichnamigen Klassikers von Ray Harryhausen aus dem Jahr 1981 machte vor allem Schlagzeilen für die nachträgliche Konvertierung des Filmmaterials in 3D. Bis heute gilt der Film als Musterbeispiel für eine schlechte 3D-Nachbearbeitung. Auch wenn er trotzdem relativ erfolgreich war, wirklich zu erwarten war eine Fortsetzung des ersten „Kampf der Titanen“ nicht, aber zwei Jahre später ist sie doch da. Ein paar Dinge haben sich aber geändert: Auf dem Regiestuhl musste Louis Letterier dem südafrikanischen Regisseur Jonathan Liebesman („World Invasion: Battle Los Angeles“) weichen und Alexa Davalos, die Darstellerin der Andromeda im ersten Teil, wurde durch Rosamund Pike ersetzt. Ansonsten bleibt vieles beim Alten. Die Geschichte um die Vorherrschaft im Olymp und die Befreiung der Titanen, wobei der Titel irreführend ist, denn eigentlich gibt es nur Kronos, dient eigentlich nur als Basis um Actionszenen voranzutreiben. Dem schließen sich die flachen Dialoge und die eindimensionalen Charaktere an. Es wird einem von Anfang an klar, dass dieser Film auf Action ausgelegt ist und nicht auf eine tiefsinnige Story oder komplexe Charakterentwicklung. Allerdings überzeugen die Actionszenen zumindest in den meisten Fällen. Waren im ersten Teil nur wenige mythologische Gestalten vertreten, sind es im zweiten Teil eine ganze Reihe von verschiedenartigen Wesen. Ob Zyklopen, Harpyien oder Höllenhunde, Regisseur Jonathan Liebesman zieht dabei alle Register. War im ersten Teil der 3D-Effekt noch mehr als störend und hat den Film eher kaputt gemacht, ist dieser im zweiten Teil ein gelungener Mehrwert. Besonders die Kamerafahrt von der Erdoberfläche bis hinab in die Unterwelt oder das sich stetig verändernde Labyrinth des Daedalus sind sehr gelungen. Die Effekte sind im Vergleich zum Vorgänger insgesamt deutlich besser geworden. Der Endkampf ist ebenfalls sehr beeindruckend, hätte aber, wie schon beim ersten Teil, ruhig etwas länger ausfallen können. So fühlt es sich ein wenig an, als seien den Drehbuchautoren die Ideen ausgegangen und es nicht für mehr als 90 Minuten gereicht hat.

Gute Besetzung, schlechtes Drehbuch

Sam Worthington gibt wieder den wortkargen Halbgötter-Sohn, der scheinbar ohne jegliche Emotionen aufgewachsen ist. Im neuen Teil hat er sich eigentlich nur in Bezug auf seine Frisur weiterentwickelt, bleibt aber charakterlich einseitig. An seiner Seite agieren dieses Mal der Halbgott Agenor und die rebellische Kriegerkönigin Andromenda, gespielt von Rosamund Pike. Toby Kebells Charakter Agenor ist soll ganz klar für den witzigen Part im Film verantwortlich sein. Auch wenn ein, zwei Szenen wirklich lustig sind, verkommt sein Charakter zu einer flachen Witzfigur. Rosamund Pike muss sich schauspielerisch auch nicht wirklich überanstrengen. Der Charakter der kämpferischen Anführerin ist aus dem Standardrepertoire  und darauf ausgelegt, nur optische Reize zu setzen. Die beiden Götterbrüder Zeus und Hades werden ein weiteres Mal von Liam Neeson und Ralph Fiennes verkörpert. Beide machen ihre Sache routiniert, können aber aufgrund des schwachen Drehbuchs keine wirklichen Glanzpunkte setzen. Neben der Hauptdarstellerriege weiß zumindest Bill Nighy als gefallener Gott Hephaestus zu überzeugen. Er sorgt als etwas verwirrter und komischer Schmied für einen der witzigsten Momente im Film, als er ein Zwiegespräch mit der aus dem originalen „Kampf der Titanen“ von 1981 bekannten mechanischen Eule führt.

Für Freunde des gepflegten Bombastkinos ist „Zorn der Titanen“ genau das Richtige. Die Effekte sind wirklich gut und das 3D überzeugt. Allerdings wird man das Gefühl nicht los, dass mehr hätte drin sein können.

 

3 von 5 Punkten

Quelle: Warner Bros., YouTube

Zorn der Titanen

Originaltitel:Wrath of the Titans
Regie:Jonathan Liebesman
Darsteller:Sam Worthington, Liam Neeson, Ralph Fiennes, Rosamund Pike
Genre:Action, Fantasy
Produktionsland/-jahr:USA, 2012
Verleih:Warner Bros.
Länge:99 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Offizielle Homepage zum Film:Zorn der Titanen
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