Review: Eine offene Rechnung (Kino)

Bildquelle: Universal Pictures

Eine offene Rechnung begleitet drei junge Agenten des Geheimdienstes „Mossad“ aus Israel bei einem ihrer Aufträge. Die zwei Männer und eine Frau sollen einen Kriegsverbrecher der Nazi-Zeit, Dieter Vogel, finden und entführen. Doch die drei Agenten kommen nicht dazu ihren Plan in die Tat umzusetzen, weil Vogel sich plötzlich das Leben nimmt. 30 Jahre später aber wird der Nazi-Kriegsverbrecher doch wieder lebend gesichtet und die drei Geheimdienstler von ihrer Vergangenheit eingeholt.

Ein Agenten-Drama mit Tiefgang

Inhalt: Zu Anfang geht alles glatt. Rachel (Jessica Chastain „The Tree Of Life“), Stephan (Martin Csokas) und David (Sam Worthington „Avatar“) verfolgen ihren Plan, den ehemaligen Nazi-Arzt, Dieter Vogel (Jesper Christensen „Melancholia“), der auch als „Chirurg von Birkenau“ bekannt ist, weil er während des zweiten Weltkrieges grausame Menschenversuche an Juden vorgenommen hat, zu entführen. Sie wollen, dass der Arzt in Israel für seine Taten vor Gericht gestellt wird.
Vogel lebt zu dem Zeitpunkt, 1967, frei und arbeitet als Gynäkologe in der DDR. Daher wird Rachel als Köder angesetzt. Sie begibt sich als junge Frau mit dem Wunsch nach Kindern in die Praxis des Gynäkologen. Während einer Behandlung greift Rachel zur Spritze und betäubt Vogel. Woraufhin David und Stephan als Rettungsassistenten getarnt in der Praxis auftauchen, um den Gynäkologen mitzunehmen. Allerdings ist es nicht ihr Plan den Arzt in ein Krankenhaus einzuliefern, sondern ihn mit nach West-Berlin zu nehmen. Doch der Plan geht nicht auf und die drei müssen sich gemeinsam mit ihrer Geisel wochenlang vor der Regierung verstecken. Eingesperrt in eine kleine Wohnung fangen die Agenten an die Nerven zu verlieren und lassen ihren Auftrag aus den Augen. Dieter Vogel erkennt seine Chance und nutzt jede Gelegenheit, um die drei Agenten gegeneinander aufzubringen.

Ein Film, der sich auf zwei Zeitebenen mit einer politischen Geschichte befasst

Kritik: Der Film wechselt zwischen zwei Zeiten. Hauptsächlich wird aus dem Jahre 1997 erzählt, 30 Jahre nach dem Entführungsauftrag. Die drei Agenten leben in Israel und werden dort für ihre angebliche Heldentat an dem Nazi-Kriegsverbrecher gefeiert. Dem gegenüber steht der unvollendete Auftrag von 1967, der vor allem Rachel (in der älteren Version gespielt von Oscar-Preisträgerin Helen Mirren) noch immer belastet.

Eine offene Rechnung ist ein spannender Agenten-Film mit Charakter. Er setzt von seinem Zuschauer Aufmerksamkeit voraus und versetzt ihn in die Zeit des Geschehens. Insbesondere die Szenen, in denen die drei Agenten und Vogel in der beengten Wohnung Unterschlupf finden sind beklemmend und lassen den Zuschauer das Unwohlsein der Situation nachempfinden.
Aber nicht nur die Geschichte, die auf dem israelischen Film Ha Hov von 2007 basiert, ist mitreisend, sondern auch die Leistung der Schauspieler. Gerade Jessica Chastain ragt mit ihrer Version von Rachel, die zwischen Sühne und Schuld steht, heraus.

Während des gesamten Films wird der Zuschauer immer wieder gefordert und von unerwarteten Wendungen überrascht. Leider verliert der Film zum Ende hin an Anspruch, weil kein Geheimnis offen bleibt und dem Zuschauer so das Denken abgenommen wird. Trotz eines zu trivialen Endes, kann das Agenten-Drama von John Madden („Shakespeare in Love“) empfohlen werden. „Eine Offene Rechnung“ beinhaltet actionreiche Szenen und eine spannungsvolle Geschichte, die den Zuschauer auf hohem Niveau unterhält.

4 von 5 Punkten


Bildquelle: Moviemaniacs

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 24.01.2012
Review: Eine offene Rechnung (Kino)

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