Review: Piranha 3D (Blu-ray)

Piranha (Bildquelle:StudioCanal)

Inhalt: Als der Angler Matthew Boyd (Richard Dreyfuss, Matt Hooper in der „Der weiße Hai“) nicht von seinem Ausflug auf den Lake Victoria zurück kehrt, ahnt noch niemand etwas Schlimmes. Doch tausende prähistorischer Piranhas kommen freigesetzt durch ein Erdbeben auf die Ufer zu, an dem tausende Studenten Spring Break feiern. Darunter ist auch der junge Jake (Steve McQueens Enkel Steven R. McQueen), der von dem Erotik-Regisseur Derrick Jones (Jerry O’Connell,  „Scream 2“) als ortskundiger Berater engagiert wird. Jakes Mutter (Elisabeth Shue, „Leaving Las Vegas“), die der Sheriff des Ortes ist, hat alle Hände voll zu tun, damit die Feier nicht zu sehr über die Stränge schlägt. Schon bald fallen die ersten Fische über Partyvolk her.

Kritik: 1978 sorgte Joe Dante („Gremlins“) mit dem Original für eine trashige Antwort auf Steven Spielbergs „Der weiße Hai“. Im Jahr 2010 drehte der französische Horrorregisseur Alexandre Aja („High Tension“), der auch schon die sehr blutigen Remakes von „Mirrors“ und „The Hills have eyes“ inszenierte, diese Neuauflage. Dabei setzt er eher auf schwarzen Humor, als dass er große Schockeffekte erzielen möchte. Mit dieser Herangehensweise gelingt es ihm mit seinem Film,auf dem mit Remakes überfluteten Genremarkt aufzufallen. „Piranha“ ist witzig, ultrabrutal, zeigt sehr viel nackte Haut und ist politisch vollkommen inkorrekt. Dass dabei weder auf Logik noch auf tiefschürfende Figurenzeichnung Wert gelegt wird, dürfte wohl keinen verwundern. Dafür sind die Fische und ihre Attacken schön kreativ und ausschweifend in Szene gesetzt. Der Zuschauer wartet nur auf seine nächste Dosis Kunstblut. Sei es ein schief gehender Wet-T-Shirt-Contest, eine metzelnde Schiffsschraube oder ein gefressener und wieder ausgespuckter Penis: Aja kennt zwar die Grenzen des guten Geschmacks, lässt sie aber gezielt in einem Meer aus Blut und Brüsten ertrinken.

Elisabeth Shue als Sheriff des Orts hat sichtlich Spaß, die Stimme der Vernunft. Die jugendlichen Hauptdarsteller und Serienstars Stephen R. McQueen (Jeremy aus „Vampire Diaries“) als braver Jake und Jessica Szohr (Vanessa aus „Gossip Girl“) als die von Jake angehimmelte Kelly spielen eigentlich für die Entwicklung der Geschichte kaum eine Rolle und bleiben blass. Jerry O’Connell als Pornoproduzent Derrick ist wunderbar schmierig und sexistisch. Er dürfte die wohl unterhaltsamste menschliche Rolle des Films innehaben.

Gaststar-Attacke aufs Piranha-Buffet

Sehr viele bekannte Gesichter wollten es sich nicht nehmen lassen, ein Teil dieses bunten Splatter-Treibens zu sein. So spielt Richard Dreyfuss den ersten Toten, Ving Rhames (Marsellus Wallace aus „Pulp Fiction“) den rabiaten Deputy, „Hostel“-Regisseur Eli Roth moderiert den Wet-T-Shirt-Contest und Christopher Lloyd gibt sich wieder einmal als verrückter Wissenschaftler die Ehre. Abgerundet wird das illustre Ensemble von einigen Pornodarstellerinnen, die in Ajas neuestem Werk für reichlich nackte Haut sorgen.

Wer mit irgendeinem ernsthaften Ansatz an „Piranha“ geht und wer vor allem eine richtige Story erwartet, hat bereits verloren. Der Film ist Trash in seiner reinsten Form und gibt auch nie vor, etwas anderes zu sein. Allerdings sind manche Szenen dieses unterhaltsamen Blödsinns so extrem geworden, dass die Ekeltoleranz des Zuschauers überstrapaziert wird. Trotzdem ist „Piranha“ ein Film, der absolut geschaffen ist für einen Blu-Ray-Abend mit Freunden und einem Six-Pack Bier.

3,5 von 5 Punkten

Bild: Die Bilder sind allesamt gestochen scharf und sehr plastisch. Leider wurde die Farbgebung im Film sichtlich verändert, was die Bilder alle zu glatt und unnatürlich wirken lässt. Bei den Nachtaufnahmen ist eine leichte Körnung zu erkennen

3,5 von 5 Punkten

Ton: Die deutsche und englische Tonspur bieten hervorragenden, sehr präzisen DTS­-HD MA 5.1-Sound. Die Sprachverständlichkeit ist auch bei den Action-Szenen stets recht gut. Die Tonhöhen und -tiefen wurden homogen abgemischt.

4,5 von 5 Punkten

Extras: Es ist ein sehr gut gelungenes Making Of enthalten, was wirklich viele Einblicke in die Hintergründe des Films zeigt. Die restlichen Extras (Trailer, Audiokommentar, „Deleted Scenes“) sind eher dürftig ausgefallen.

3 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten

Hier geht es zur offziellen Homepage von “Piranha 3D”

Bildquelle: StudioCanal,YouTube

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