
Airi nimmt Kontakt mit der anderen Seite auf (©-XYZ Films)
Inhalt: Airi (Moeka Hoshi) hat eine besondere Gabe: Sie kann mit Geistern kommunizieren, die auf der Erde gefangen sind und ihnen den Weg ins Jenseits zeigen. Dabei erhält sie Unterstützung von ihrer Schwester (Kurumi Inagaki), die bereits in jungen Jahren verstorben war und ihr weiter mit Rat und Tat zur Seite steht. Ihre These, Geister seien nicht gruselig, wird in Frage gestellt, als sie in ein geschlossenes Wald-Hotel gerufen wird, in dem es anscheinend spukt. Airi merkt bald, was für ein schreckliches Geheimnis in den alten Gängen lauert. Diese Gestalt hat so gar kein Interesse, auf eine andere Ebene weiterzuziehen. Es entsteht ein gnadenloser Kampf, der die junge Frau an ihre Grenzen führt.
Kritik: Kurz nach dem Jahr 2000 war Horror aus Japan und Südkorea ein absoluter Exportschlager. Hits wie „Ju-on“ („The Grudge“), „Ringu“ („The Ring“) oder auch „A Tale of Two Sisters“ wurden zu internationalen Hits, die allesamt auch ein Hollywood-Remake spendiert bekamen. Regisseur Dave Boyle, seit rund 20 Jahren als Filmemacher und Autor aktiv, war sicherlich von dieser Phase beeinflusst, als er „Never After Dark“ drehte. Herausgekommen ist atmosphärischer Grusel-Horror, der sich auf leisen Sohlen anschleicht, dann aber so richtig zuschlägt.
Dabei hebt sich der Film schnell von generischer Genrekost ab und punktet mit seiner Mischung von angenehmer Ruhe und beständiger Spannung sowie dem ungewöhnlichen Verhältnis der beiden Schwestern. Sobald „Never After Dark“ dann abhebt, geht das Gezeigte im wörtlichen und übertragenen Sinn unter die Haut. Ohne sich zu sehr bei klassischen Jumpscares zu bedienen, liefert der Film hier wirklich gruseliges und auch fieses Kino, was nicht nur Leute mit Angst vorm Zahnarzt mitnehmen dürfte. Im Zentrum steht eine starke Moeka Hoshi, die trotz der wortkargen Natur ihrer Figur eine greifbare Mischung zwischen schüchtern, professionell und subtil humorvoll findet.
So lässt sich leicht erklären, weshalb der Film beim renommierten SXSW-Festival mit dem Publikums-Award ausgezeichnet wurde. „Never After Dark“ ist durchaus origineller, gut gespielter und schick bebilderter Slowburn-Geister-Horror, der dank eines starken Schlussaktes nah an die Qualität seiner großen Vorbilder kommt.
4 von 5 Punkten
Der Film gehört zum Programm des Fantasy Filmfest 2026.
Quelle: Fantasy Filmfest, YouTube
Never After Dark
| Originaltitel: | Mutter – The Diary of a Mother |
| Regie: | Dave Boyle |
| Darsteller: | Moeka Hoshi, Kento Kaku, Kurumi Inagaki |
| Genre: | Horror |
| Produktionsland/-jahr: | Japan, 2026 |
| Verleih: | The Festival Agency |
| Länge: | 105 Minuten |
| FSK: | tba |
Mehr Informationen findet ihr auf der Seite des Fantasy Filmfest
Verfasst von Thomas.
Zuletzt geändert am 01.09.2026
Review: Never After Dark (Fantasy Filmfest)

