Review: Mārama (Fantasy Filmfest Nights)

Das Plakat von "Mārama" (© MPI Media, 2026)

Das Plakat von “Mārama” (© MPI Media, 2026)

Inhalt: Im Jahr 1859 begibt sich die als Lehrerin tätige Māori Mary Stevens (Ariāna Osborne) auf eine lange Reise, um das Schicksal ihrer verschwundenen Familie aufzuklären. Nahe des Ortes, in dem laut einer postalischen Zuschrift Antworten warten, wird sie in das Herrenhaus des reichen Nathaniel Cole (Toby Stevens) eingeladen. Dieser überredet sie, vor Ort zu bleiben und eine Anstellung als Haus-Lehrerin anzunehmen. Schon bald wird sie von dunklen Träumen und Visionen gequält, in denen ihre Ahnen vorkommen. Als sie auf dem Gelände immer mehr Gegenstände entdeckt, die nur von Māori stammen können, ist sie sicher, dass Cole und das gesamte Haus ein dunkles Geheimnis verbergen. Sie muss sich all den inneren und äußeren Dämonen stellen, um mit der Vergangenheit abzuschließen.

 

Kritik: Taratoa Stappard ist Sohn eines Engländers und einer Māori. Nach vielen Jahren der Vorarbeit, durfte er mit „Mārama“, bei dem er Regie und Drehbuch übernommen hat, sein Spielfilm-Debüt feiern. Dabei soll der Film nur der erste von drei Werken sein, bei denen er mit Gothic-Horror in die Welt der Māori eintaucht. Herausgekommen ist ein durchaus anspruchsvoll gefilmtes Grusel-Drama, das sich sehr viel Zeit nimmt, um eine Geschichte von Rassismus, Ausbeutung und Gewalt zu erzählen. Langsam und mit Bedacht werden Spuren gelegt, die zu einer recht kurzen aber intensiven Eskalation im Schlussakt führen. Dabei fordert Stappard viel Geduld von seinen Zuschauern ein, die er nur zu Teilen zurückzahlen kann.

 

Mary ist einem dunklen Geheimnis auf der Spur

Mary ist einem dunklen Geheimnis auf der Spur (© MPI Media, 2026)

Dennoch hätte „Mārama“ problemlos ein deutlich überdurchschnittlicher Film werden können, wenn nicht eine handwerkliche Entscheidung in die Quere gekommen wäre. Diese Mischung aus Rache-Drama und Grusel-Märchen in der Atmosphäre abgedunkelter Schlossgänge spielen zu lassen, ist nachvollziehbar. Dabei ist das Szenario in vielen Szenen aber derart finster, dass es nahezu unmöglich wird, der Handlung zu folgen. Kombiniert mit dem ohnehin schon gemächlichen Erzähltempo entwickelt sich „Mārama“ zu einer phasenweise anstrengenden Angelegenheit.

Keinerlei Abstriche müssen die Zuschauer bei den Darstellerleistungen machen. Ariāna Osborne gibt als ruhige Mary, die langsam die Wehrhaftigkeit gegen ihre Unterdrücker erlernen muss, eine starke Protagonistin. Auch Toby Stevens, dessen Schlossherr Nathaniel Cole eine ideale Mischung aus gutmütig und zwielichtig ausstrahlt, liefert eine überzeugende Leistung.

Insgesamt ist „Mārama“ ein durchaus interessanter Genrebeitrag, der ungewöhnliche Einblicke in eine im europäischen Raum kaum bekannte Kultur ermöglicht. Das arg gemächliche Tempo und zahlreiche Szenen, in denen dank fast kompletter Dunkelheit kaum Inhalt erkennbar ist, verhindern, dass die Geschichte wirklich packend wird. So bleibt am Ende ein durchaus lohnender, aber nur begrenzt unterhaltsamer Blick über den Tellerrand, der vor allem für ein experimentierfreudiges Publikum geeignet ist.

3 von 5 Punkten

Der Film gehört zum Programm der Fantasy Filmfest Nights 2026


Quelle: Fantasy Film, YouTube

Mārama

Originaltitel:Mārama
Regie:Taratoa Stappard
Darsteller:Ariāna Osborne, Toby Stephens, Umi Myers
Genre:Horror
Produktionsland/-jahr:Neuseeland, 2025
Verleih:MPI Media
Länge:89 Minuten
FSK:tba

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite des Fantasy Filmfest

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 14.04.26
Review: Mārama (Fantasy Filmfest Nights)

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