Das Artwork von "Foundation" (© Apple TV+)
Das Artwork von “Foundation” (© Apple TV+)
Inhalt: Die junge Gaal (Lou Llobell) hat es geschafft, auf einem bildungsfernen Planeten eine bedeutende mathematische Gleichung zu lösen. Aus diesem Grund wird sie von dem kontroversen Wissenschaftler Dr. Hari Seldon (Jared Harris, „Chernobyl“) eingeladen, dessen Arbeit – die sogenannte Psychohistorik – zu überprüfen. Seldon kann angeblich anhand Mathematik den drohenden Untergang des Universums vorhersagen und will die „Foundation“, eine Gruppierung zum intellektuellen und praktischen Wiederaufbau, ins Leben rufen. Damit zieht er sich den Unmut der herrschenden Cleons um den kompromisslosen Brother Day (Lee Pace, „Halt And Catch Fire“) zu. Doch schnell folgt ein ernster Beweis, wie nah Seldons Voraussage an der Realität sein könnte. 35 Jahre später gerät die junge Kämpferin Salvor Hardin (Leah Harvey, „Fighting With My Family“) ungewollt ins Zentrum des Geschehens.
Kritik: Bis heute gilt der Biochemiker Isaac Asimov als einer der einflussreichsten, stilbildenden Science-Fiction-Autoren seiner Generation. Neben „Ich, der Robot“ gilt die „Foundation“-Trilogie (die später zu einem Zyklus erweitert wurde) sicherlich zu seinen bekanntesten Werken. Es dauerte gefühlte Ewigkeiten, bis eine filmische Adaption des weitreichenden, sehr komplexen Materials überhaupt Thema wurde. Danach mussten Fans fast noch einmal so lange bis zur Umsetzung warten. 2009 sollte Roland Emmerich die Verfilmung von Foundation Realität werden lassen. 2014 versuchte sich Jonathan Nolan für HBO erfolglos an einer Serie. Nach zwei Jahren Vorarbeit ist es David S. Goyer und Josh Friedman jetzt gelungen, die erste Staffel der Asimov-Geschichte Wirklichkeit werden zu lassen.
Das Positive vorweg: Die Serie kann sich absolut sehen lassen. „Foundation“ bietet optisch wie inhaltlich anspruchsvolles Science-Fiction-Fernsehen, das bei all den wissenschaftlichen und stellenweise leicht esoterischen Aspekten den reinen Unterhaltungswert nicht außer Acht lässt. Mit seinen zahlreiche Storylines und Figuren bietet das ambitionierte SciFi-Projekt wohl auch erstmals im modernen Fernsehen eine Produktion, die zu einem realistischen „Game of Thrones“-Nachfolger wachsen könnte. Das bedeutet aber auch, dass sich fast jeder Zuschauer eine Mindmap zeichnen muss, wenn man den Zusammenhängen von „Foundation“ wirklich folgen will. Gerade zu Beginn wird das Publikum hier mit einer Fülle an Charakteren, Orten und Zeitsträngen bombardiert, wodurch ein umfassendes Verständnis nahezu unmöglich wird. Dieser etwas überfrachtete Ansatz dürfte aber als Grundlagenarbeit für mögliche Fortsetzungen unumgänglich gewesen sein.
Seldon bietet der Obrigkeit die Stirn (© Apple TV+)
Bei der Besetzung hat man eine interessante Mischung gefunden. Jared Harris ist als brillanter Wissenschaftler mit Ecken und Kanten eine ähnliche Idealbesetzung wie Lee Pace, dessen Imperator trotz aller Gnadenlosigkeit mehr als ein reinrassiger Bösewicht zu bieten hat. Die Newcomerinnen Lou Llobell und Leah Harvey führen als äußerst unterschiedliche, auf eigene Art durchsetzungsstarke und einnehmende Charaktere durch die Geschichte. Hochwertige Nebendarsteller wie Alfred Enoch und Clarke Peters („The Wire“) zeigen, wie hoch der Anspruch an eine ansprechende Asimov-Umsetzung war.
Das lange Warten scheint sich gelohnt zu haben: Obwohl der Versuch, all die notwendigen Handlungsstränge in dem Serien-Universum unterzubringen, für kleinere Startprobleme sorgt, ist Goyer, Friedman und ihrem Team inhaltlich und visuell einnehmendes Science-Fiction-Fernsehen gelungen. Sollte sich „Foundation“ etablieren, hat es in jedem Fall das Zeug zum großen Hit.
4 von 5 Punkten
Die erste Staffel der Serie ist ab dem 24.09.2021 (eine Folge pro Woche) im Programm von Apple TV+ zu sehen.
Quelle: Apple Deutschland, YouTube
| Originaltitel: | Foundation Season 1 |
| Showrunner: | David S. Goyer, Josh Friedman |
| Schauspieler: | Lou Llobell, Leah Harvey, Lee Pace, Jared Harris |
| Genre: | Serie, Science Fiction, Drama |
| Produktionsland/-jahr: | USA, 2021 |
| Verleih: | Apple TV+ |
| Länge: | 10 x 60 Minuten |
| FSK: | ab 12 Jahren |
Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Apple
Verfasst von Thomas.
Zuletzt geändert am 24.09.2021
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Eine schwache Umsetzung des zugegebenermaßen sperrigen Buchmaterials. Es fängt vielversprechend an, aber die Idee, aus dem inhaltlich komplexen Material eine Art Action-Sci-Fi-Space-Opera mit Mystery-Elementen zu machen, schlägt alsbald fehl. Ab etwa der ersten Hälfte wird die Handlung verwirrend, klischeehaft und teilweise albern, und entkoppelt immer mehr vom Buchmaterial. Die Serie The Expanse ist sehr viel interessanter und unterhaltsamer und baut die Figuren besser auf, so dass die Zuschauer an den Charakteren emotional andocken können. Einige neu erfundene Figuren sind auch nicht überzeugend. Der Eindruck wird dadurch verschärft, dass von den Schauspielern eigentlich nur Jared harris, Lee Pace und Laura Brin gut sind. Die anderen sind unterdurchschnittlich, was mit ein Grund ist, warum viele Szenen das Niveau vom Werbefernsehen nicht übersteigen. Das ist wirklich extrem schade angesichts der inhaltsstarken und intellektuell reichen Buchvorlage. Die ziemlich positive Bewertung, die hier offiziell vergeben wurde, kann ich nicht teilen (und das tun auch viele andere professionaelle Kritiker nicht). Bestenfalls 1,5 von 5 nach meinem Eindruck.