Review: Peppermint – Angel Of Vengeance (Kino)

Das Hauptplakat von "Peppermint – Angel Of Vengeance" (© Universum Film)

Das Hauptplakat von “Peppermint – Angel Of Vengeance” (© Universum Film)

Inhalt: Riley North (Jennifer Garner, „Love, Simon“) war eine erfüllte Ehefrau und Mutter, bis sich ihr Mann Chris (Jeff Hephner) unwissentlich mit dem Gangsterboss Diego Garcia (Juan Pablo Raba, „Six“) angelegt hat. Obwohl Chris das Problem aus der Welt schaffen wollte, setzte Garcia Killer auf ihn und die Familie an. Tochter Carly (Cailey Fleming) und Chris sterben im Kugelhagel, während Riley nach einem Monat im Koma erwacht. Als die Justiz versagt und die Mörder freikommen, taucht sie plötzlich unter. Fünf Jahre später ist sie zum Jahrestag des Todes ihrer Familie zurück. Sie hat sich zur Kampfmaschine ausbilden lassen und möchte jeden zur Rechenschaft ziehen, der damals an der Tat beteiligt war. Schon bald werden die Leichen von bösen Jungs in Serie gefunden und Garcia merkt, dass er der falschen Frau die Familie genommen hat.

Kritik: Mit seinen ersten beiden Filmen „Ghettogangz“ und „96 Hours – Taken“ hat der Franzose Pierre Morel zwei äußerst erfolgreiche Werke zum Einstand geliefert. Zuletzt ist es eher still um ihn geworden, nachdem „The Gunman“ ziemlich mäßig angenommen wurde. Nun hat er eine rabiate Rache-Geschichte inszeniert, die als weibliches Gegenstück zum diesjährigen „Death Wish“-Reboot gesehen werden kann. Wer auf Überraschungen oder Innovationen wartet, sollte natürlich einen weiteren Bogen um einen solchen Film machen. So kann die Dramaturgie etwas flapsig in die „Malen nach Zahlen“-Kategorie eingeordnet werden. Allein der Klischee-Beginn, der Riley als Racheengel zeigt, ehe es mit einer „Fünf Jahre früher“-Bauchbinde zum eigentlichen Start der Erzählung geht, stimmt da auf äußerst konventionelle Unterhaltung ein.

Riley geht auf Rachetrip (© Universum Film)

Riley geht auf Rachetrip (© Universum Film)

Die Vorgeschichte, die zum Massaker an der North-Familie führt, ist eher zu vernachlässigen. Im Gegenzug ist es eher ärgerlich, dass der Film komplett darauf verzichtet, die Verwandlung der Hauptfigur von der Hausfrau zur Kampfmaschine auf irgendeine Art (abgesehen von einem YouTube-Video) zu thematisieren. So startet der recht tödliche Rachefeldzug ziemlich unvermittelt und gesteht seiner Protagonistin Fähigkeiten auf Superhelden-Level zu. Fortan wird „Peppermint“ zu einem Film, der zwar wahrlich nicht einfallsreich, aber zumindest relativ unterhaltsam ausgefallen ist. Es ist nicht weiter erwähnenswert, dass Logik ein verzichtbarer Bestandteil des Films ist. In der zweiten Hälfte bleibt aber eine Szene, die wirklich ärgerlich ist, da sich das Werk durch eine falsche gewählte Erzählstruktur eine schöne (wenn auch sinnfreie) Wendung zerstört.

Selbst wenn Jennifer Garner keine große Charakterdarstellerin mehr wird, reichen ihre Kenntnisse, um die durchsetzungsstarke Rächerin glaubhaft zu verkörpern. Der von Juan Pablo Raba gespielte Drogenboss Garcia ist ausgesprochen eindimensional geschrieben, weswegen der Schauspieler hier auch gar keine Chance hat, etwas aus seiner Rolle zu holen, was im Ansatz nennenswert ist. Die einzige Aufgabe von John Ortiz und John Gallagher Jr. als Ermittler-Duo besteht da drin, möglichst stereotypen Polizisten-Jargon zu rezitieren („Es gibt Tage, an denen ich diesen Job hasse.“, „Wir müssen jetzt fokussiert bleiben, da uns das von den Bösen trennt.“).

„Peppermint – Angel Of Vengeance“ hat im Prinzip keinen Bestandteil, den Fans von Rache-Thrillern nicht schon irgendwo anders gesehen haben. Auch wenn der Film dramaturgisch hölzern bleibt, zahlreiche Klischees bedient und sich einige massive Fehlgriffe erlaubt, ist das Geschehen und die Action ordentlich inszeniert und bleibt kurzweilig genug, um insgesamt einigermaßen passabel zu sein.

2,5 von 5 Punkten


Quelle: Universum Film, LeinwandreporterTV, YouTube

Peppermint: Angel Of Vengeance

Originaltitel:Peppermint
Regie:Pierre Morel
Darsteller:Jennifer Garner, John Ortiz, John Gallagher Jr.
Genre:Thriller, Action
Produktionsland/-jahr:USA, 2018
Verleih:Universum Film
Länge:96 Minuten
FSK:ab 16 Jahren
Kinostart:29.11.2018

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Universum Film

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 21.11.2018
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