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Cologne Conference: Safe House

Robert genießt die Einsamkeit (© All3 Media International)

Inhalt: Nachdem ein Fall fürchterlich schief gelaufen ist, hat Polizist Robert (Christopher Eccleston) seinen Dienst quittiert und ist mit seiner Frau Katy (Marsha Thomason) in ein einsames Landhaus in Nordengland gezogen. Als er zu seinem Geburtstag seinen Ex-Chef und Trauzeugen Mark (Paterson Joseph, „Babylon“) nach langer Zeit wieder einmal sieht, unterbreitet dieser ihm den Vorschlag, er solle gegen Bezahlung sein Gästehaus als Safe House für die Polizei zur Verfügung stellen. Kurz danach kommt direkt der erste Einsatz. Die Familie des Gefängniswärters David (Jason Merrells) ist in das Visier eines Psychopathen (Peter Ferdinando, „300: Rise of an Empire“) geraten und muss untertauchen. Schon bald müssen Robert und Katy feststellen, dass nicht alle in der Familie so sauber sind, wie es den Anschein macht. Währenddessen nähert sich der trickreiche Verfolger dem Versteck an.

Kritik: In Deutschland hat ZDFneo die Rechte für diese vierteilige, britische Mini-Serie erworben, die von Marc Evans („Snow Cake“) inszeniert wurde. Im UK konnte „Safe House“ bei der Erstausstrahlung fantastische Quoten verbuchen. Der große Trumpf der insgesamt etwa drei Stunden langen Geschichte ist eine beständige Spannungskurve. Nach einer kurzen Einleitung kommt es früh zum Aufeinandertreffen der Familie mit ihrem Peiniger. Von da an lebt das Geschehen von der dichten Atmosphäre, die nicht nur durch das einsame Setting und die ordentlichen Dialoge entsteht. Im Prinzip besteht „Safe House“ aus zwei unabhängig laufenden Storylines rund um Robert, die sich erst nach und nach entfalten. Dazu gibt es wunderbare Naturaufnahmen aus dem Norden Englands.

Der Vergleich zur Mörderjagd in der virtuosen Serie „Broadchurch“ drängt sich an einigen Stellen auf, allerdings hängen die Trauben dann doch ein bisschen hoch. „Safe House“ macht sich das Leben an einigen Stellen durch ziemliche Zufälle etwas zu einfach, weswegen etwas Glaubwürdigkeit in dem ansonsten naturalistischen Setting auf der Strecke bleibt. Das wendungsreiche Finale bietet aber genug Zündstoff, um die dramaturgischen Abkürzungen aufwiegen zu können. Wie aus hochwertigen britischen Produktionen gewöhnt, wird auch hier eine gute Besetzung geboten. Ex-„Doctor Who“ Christopher Eccleston überzeugt als Ex-Cop, der immer noch an einem Trauma zu arbeiten hat. Er harmoniert wirklich gut mit Marsha Thomason, die als verständnisvolle, starke Ehefrau ihrem Mann den dringend benötigten Halt gibt. Die anderen Darsteller sind durch die Bank weg mindestens solide besetzt, auch wenn Peter Ferdinandos Bösewicht ein wenig eindimensional erscheint.

Am Ende fehlt „Safe House“ zwar ein wenig, um der nächste britische Serien-Hit aus dem Krimi-/Thrillerbereich zu sein. Dennoch zeigt Evans mit seinem Team schön gefilmtes Fernsehen, das den Zuschauer lange rätseln lässt und ohne Durchhänger gut unterhält.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: BBC First, YouTube

Safe House

Originaltitel:Safe House
Regisseur:Marc Evans
Darsteller:Christopher Eccleston, Marsha Thomason, Paterson Joseph
Genre:Mini-Serie, Krimi
Produktionsland/-jahr:UK, 2015
Verleih:Polyband
Länge:4 Episoden zu je 45 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 27.09.2015
Safe House (Mini-Serie)

Thomas

"Alle bleiben cool! DU - bleib cool!" (Seth Gecko,"From dusk till dawn")

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