Review: Der Zoowärter (DVD)

Bildquelle: Sony Pictures Germany

Eigentlich ist Griffin (Kevin James) recht zufrieden mit seinem Job als Tierpfleger. Als er aber nach Jahren seine Exfreundin Stephanie (Leslie Bibb, Christine Everhart aus den „Iron Man“-Filmen) trifft, die ihn wegen seiner Erfolglosigkeit im Beruf verlassen hatte, entschließt Griffin sich, beruflich einen Aufstieg zu versuchen. Als die Tiere im Zoo von Griffins Vorhaben erfahren, offenbaren sie dem liebgewonnenen Pfleger, dass sie sprechen können, um ihn vom Bleiben zu überzeugen. Nachdem Griffins erster Schock über die sprechenden Tiere verdaut ist, lässt sich der schüchterne Tierpfleger von den Tieren auch bei der Eroberung seiner Traumfrau tatkräftig unterstützen. Chaos ist dabei natürlich vorprogrammiert.

Seitdem Kevin James neun Jahre den gemütlichen Lieferwagenfahrer Doug Heffernan in der Comedyserie „King of Queens“ verkörpert hat, ist er einer der absoluten Topstars der amerikanischen Comedy-Szene. Nach der erfolgreichen TV-Karriere ist ihm der wirkliche Durchbruch auf der großen Leinwand aber bislang verwehrt geblieben. 2005 konnte er in „Hitch“ an der Seite von Will Smith noch einen Achtungserfolg feiern. Die darauffolgenden Filme wie der zotige „Chuck & Larry“ oder der infantile „Kindsköpfe“ fielen vor allem bei den Kritikern gnadenlos durch.
Auch der neue Film von Regisseur Frank Coraci („Klick“) wird nicht sehr viel zur Verbesserung seiner Vita beitragen. An sich ist „Der Zoowärter“ eine sehr simpel gehaltene Familienkomödie, die die sprechenden Tiere für die Kleinen und die Liebesgeschichte für die Großen beinhaltet. Produzent Adam Sandler, der nebenbei noch dem Kapuzineräffchen Donald seine Stimme (im Deutschen: Mario Barth) lieh, schafft es mal wieder, sein seit Jahren anhaltendes Gespür für missglückte Drehbücher auch bei diesem Werk beizubehalten.

Gelangweilte Darsteller, spannende Tierstimmen

Leider schafft es das Drehbuch zu dieser nicht allzu anspruchsvollen Geschichte nicht, dramaturgische Lücken hinaus und wirkliche Komik in die Handlung herein zu bekommen. Gerade die Szenen, wo man durch die netten Liebestipps der Tiere einen Anflug von einem Grinsen verspürt, werden nicht konsequent weitergeführt, da regelmäßig Kevin James zappelige Reaktionen auf die Tipps folgen. Die wirken wenig lustig, wenig glaubwürdig und oft nicht einmal souverän und sorgen dafür, dass die gesamte Szenerie den Zuschauer eher peinlich berührt als unterhält. Währenddessen scheinen seine Mitspieler wie Rosario Dawson (Gail aus „Sin City“), Ken Jeong (Mr. Chow aus den „Hangover“- Filmen) und Donnie Wahlberg (Vincent Gray aus „The Sixth Sense“) absolut von ihren Rollen gelangweilt zu sein. Anders ließe sich das lustlose Heruntersagen ihrer Texte, welches mit lebloser Körpersprache kombiniert wird, nicht weiter erklären.

Den Tiefpunkt dieses Films bildet allerdings ein Cameo-Auftritt von Thomas Gottschalk als Mode-Designer. Die Szene, in der sich der Bamberger breit grinsend eine sinn- und belanglose Schimpfwortkannonade von Kevin James anhört, dürfte eine der aufgesetztesten Szenen sein, die man in den letzten Jahren im Kino erleben musste. Bei all dem Negativen, was dieser Film beinhaltet, gibt es aber auch einige Lichtblicke. Im englischen Original sprechen Cher und Sylvester Stallone (im Deutschen: Jan Josef Liefers) das Löwenpaar, Billy Crystal das Lama und Nick Nolte lieh dem traurigen Gorilla Bernie seine Stimme. Die prominenten Stimmen sorgen dafür, dass die Tiere fast menschlicher und glaubwürdiger wirken, als ihre menschlichen Kontrahenten. So kommt es auch, dass Kevin James in der Ausflugszene mit dem Gorilla Bernie das einzige Mal im ganzen Film seinen liebenswerten Doug Heffernan–Charme abruft. Das sympathische Miteinander von James und dem Gorilla ist zweifellos das Highlight des Films. Leider ist die Stimmung dieser Szene ebenso schnell wieder zugunsten des blödsinnigen Gezappels verschwunden, wie sie aufgetaucht war.

Dieses kurze Aufblitzen von Kevin James‘ Potenzial zeigt deutlich, dass bei einer vernünftigen Inszenierung auch die relativ flache Ausgangsgeschichte durchaus unterhaltsam hätte sein können. Da es Coraci aber, ähnlich wie in „Klick“, nicht gelingt, die vorhandenen Möglichkeiten der Schauspieler auszuschöpfen, entsteht das oben beschriebene geist- und witzlose Geblödel, das weder seine Figuren noch den Verstand der Zuschauer zu respektieren scheint.

1,5 von 5 Punkten

Bild: Das Bild im 16:9-Format wirkt teilweise leicht unscharf, bietet ansonsten aber solides DVD-Niveau.

3 von 5 Punkten

Ton: Das dieser Film kein Soundeffekt-Festival werden würde, ist anhand der Handlung abzusehen gewesen. Wenn der Dolby Digital 5.1-Ton einmal gefordert wird (z.B. Löwengebrüll), kann er sowohl bei der deutschen als auch bei der englischen Tonspur überzeugen.

4 von 5 Punkten

Extras: Die Extras die aus Takeouts und den Kurzdokus „Bernie der Gorilla“, „Die pelzigen Hauptdarsteller“ und „Die Entstehung der visuellen Effekte“ bieten unterhaltungstechnisch allenfalls Mittelmaß und schaffen es auch nicht mehr, den Film noch zu retten.

3 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten

 

Hier geht es zur offiziellen Homepage von Der Zoowärter

Quelle: Sony Pictures Germany, Youtube

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