Es herrscht miese Stimmung in Block C (© Plaion Pictures, 2026)
Das Poster von “Ghost in the Cell” (© Plaion Pictures, 2026)
Inhalt: Der unscheinbare Journalist Dimas (Endy Arfian) soll seinen Chef brutal ermordet haben, weshalb er in ein Hochsicherheitsgefängnis kommt. Dort geht es für ihn schnell ums nackte Überleben. In der Clique des gradlinigen Anggoro (Abimana Aryasatya) findet er Schutz. Doch die skrupellosen sowie physisch überlegenen Mithäftlinge und Wärter sind nur ein Problem. Eine finstere Macht scheint das Gefängnis heimgesucht zu haben, die verschiedene Insassen auf äußerst blutige Weise aus dem Leben reißt. Als langsam klar wird, was hier gespielt wird, schließen sich verschiedene Gangs zusammen, um dem übernatürlichen Gast Paroli zu bieten.
Kritik: Der ehemalige Journalist Joko Anwar hat vor rund 20 Jahren ins Filmbusiness gewechselt und hält seitdem hauptsächlich mit ruhig erzähltem Horror das indonesische Kino in Aufruhr. Dem Genre bleibt er auch bei seinem neuesten Werk „Ghost in the Cell“ treu – Ruhe ist hier aber vom ersten Moment an nicht zu finden. Neben einer gar nicht so subtilen Kritik an um sich greifender Korruption im Staatsdienst steht der Film nur auf dem Gaspedal. So wird bereits in den ersten Minuten ein unsympathischer Chefredakteur äußerst unsanft ins Jenseits befördert. Das bewusst klischeehafte Grusel-Knast-Umfeld, bei dem Charaktere wie der von Aming Sugandhi herrlich überdreht gespielte Psychopath Tokek zum Zug kommen, ist der perfekte Nährboden für diesen wilden Film.
Es herrscht miese Stimmung in Block C (© Plaion Pictures, 2026)
Schon bald mehren sich die handgemachten Setpieces im „Evil Dead“-Stil, in denen zornige Gefängnisinsassen ihre äußerst blutige Strafe erhalten. Diese morbiden Sequenzen sind gemeinsam mit gut choreographierten und bewusst ins Absurde geführten Kampfszenen das Herzstück von „Ghost in the Cell“. Tiefgründige Charakterstudien oder ein Plot, der über die reine Zweckdienlichkeit rausgeht, sind hier nicht zu entdecken. Endy Arfian als ängstlicher Neuankömmling in Sondersituation und Abimana Aryasatyaals gutmütiger Cliquenchef, dessen Idealismus ihn immer in Schwierigkeiten bringt, sind dennoch überzeugende Hauptfiguren, die das Geschehen gut tragen.
Ein bisschen Humor, ein bisschen Grusel, ein überzeichnetes Gefängnis, viel Blut, Gekröse und Klopperei: Das sind die Zutaten, die „Ghost in the Cell“ zu einem keinesfalls herausragenden, aber sehr unterhaltsamen Werk machen, das für den einen oder anderen gelungenen, bierlastigen (Heim-)Kinoabend sorgen wird.
3,5 von 5 Punkten
Der Film gehört zum Programm des Fantasy Filmfest 2026.
Quelle: Fantasy Filmfest, YouTube
| Originaltitel: | Ghost in the Cell |
| Regie: | Joko Anwar |
| Darsteller: | Abimana Aryasatya, Almanzo Konoralma, Aming Sugandhi |
| Genre: | Horror, Action, Gefängnisfilm |
| Produktionsland/-jahr: | Indonesien/Südkorea, 2026 |
| Verleih: | Plaion Pictures |
| Länge: | 106 Minuten |
| FSK: | tba |
Mehr Informationen findet ihr auf der Seite des Fantasy Filmfest
Verfasst von Thomas.
Zuletzt geändert am 30.08.2026
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