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Review: Splinter (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von “Splinter” (Quelle: Ascot Elite)

Inhalt: Eigentlich wollen Holly (Jill Wagner, „Blade – Die Jagd geht weiter“) und Seth (Paolo Constanzo, „Joey“) nur ihren Jahrestag feiern und campen gehen. Als sie für die Anhalter Dennis (Shea Whigham, „Take Shelter – Ein Sturm zieht auf“) und Lacey (Rachel Kerbs) stoppen, beginnt ein Albtraum: Die beiden Anhalter sind gesuchte Verbrecher, die Holly und Seth als Geiseln nehmen und mit ihnen über die Grenze fahren wollen. Auf der Fahrt überfährt Holly versehentlich ein kleines, merkwürdiges Tier, weswegen das unfreiwillige Quartett einen Halt an einer verlassenen Tankstelle einlegen müssen.

Kaum da angekommen, werden sie von einem schrecklich entstellten Mann angegriffen, der überall mit Stacheln besetzt ist und dessen Knochen in alle Himmelsrichtungen abstehen. In Panik verschanzt sich die Gruppe im Shop der Tankstelle. Bald finden sie heraus, dass ein gefährlicher Parasit hinter der Attacke steckt und dieser hat Hunger auf Blut und sucht neue Wirte, in denen er sich fortbewegen kann. Nun müssen sie einen Ausweg suchen, um sich unbemerkt von der Tankstelle zu entfernen.

Kritik: Im Jahr 2008 inszenierte Toby Wilkins („Der Fluch – The Grudge 3“) mit kleinem Geld seinen damals ersten Langfilm, der zu einem achtbaren Erfolg wurde. Auf dem Screamfest gab es gleich sechs Auszeichnungen für „Splinter“, darunter auch „Bester Film“. Tatsächlich ist das geringe Budget aufgrund der wenigen Locations deutlich zu sehen, was es umso erstaunlicher macht, das trotzdem eine durchgehend spannende und effektive Genre-Variation gelungen ist. Das stachelige Monster ist immer nur für wenige Momente zu sehen, was den mentalen Horror noch anheizt. Die vom Parasit besetzten Opfer sehen wunderbar bizarr aus und erinnern an John Carpenters „Das Ding aus einer anderen Welt“.

So geht es in 82 kompakten, sehr unterhaltsamen Minuten dahin, bei denen es nicht zum Problem wird, das fast der ganze Film an der einen Tankstelle entstanden ist. Während dieser Zeit beweist Wilkins, welch guter Horrorfilm-Regisseur in ihm steckt. Es geht recht blutig zu, ohne das der Zuschauer mit zu krassen Ekeleffekten überrumpelt wird. Wenn abgetrennte Gliedmaßen eigenständig weiterlaufen, wirkt das eher belustigend.

Eindimensionale Charaktere werden gut umgesetzt

Holly und Seth haben panische Angst (Quelle: Ascot Elite)

Die Figuren sind zunächst nicht mehr als wandelnde Klischees: Das taffe Final Girl, der schlaue, aber hilflose Nerd, die Drogensüchtige und der harte Gangster mit dem weichen Kern. Den Schauspielern gelingt es aber, daraus sympathische, menschliche Figuren zu formen, mit denen der Zuschauer gerne mitfiebert. Besonders Shea Whigham, der sich mittlerweile zu einem der beliebtesten Nebendarsteller Hollywoods gemausert hat, liefert eine überzeugende Vorstellung ab. Auch Jill Wagner, Paolo Constanzo und Rachel Kerbs machen einen guten Job. Außerdem sind die Schauspieler nur Zaungast neben dem parasitären Hauptdarsteller, der einen sehr nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Wilkins nutzt seine Erfahrungen aus einigen Special Effects-Schmieden hier hier deutlich aus.

„Splinter“ erfindet das Horrorgenre nicht gerade neu und ist sogar recht vorhersehbar. Trotzdem herrscht immer Spannung, die Schauspieler machen ihre Sache vergleichsweise gut, das Monster ist stark in Szene gesetzt und die kurze Laufzeit verhindert, das auch nur eine Sekunde Langeweile aufkommt.

Mit Dennis ist nicht zu spaßen (Quelle: Ascot Elite)

Ab dem 21.05.2013 ist der Film auch auf Blu-ray erhältlich.

3,5 von 5 Punkten

Bild: „Splinter“ wurde mit HD-Kameras gedreht, weswegen diese späte Blu-ray-Veröffentlichung doch etwas verwundert. Die Bilder sind scharf und detailreich und verfügen über eine überraschend gute Tiefenwirkung. Die Farben sind nicht die Schönsten, was aber hauptsächlich an der Neonbeleuchtung in der Tankstelle liegt. Die Kontraste sind gut und der Schwarzwert ist ordentlich, wenn auch nicht perfekt eingestellt.

4 von 5 Punkten

Ton: Die deutsche und die englische DTS-HD MA 5.1-Tonspur ist deutlich besser, als es von einem günstig produzierten Film dieser Art zu erwarten ist. Die Dialoge sind sowieso immer verständlich. Die Effekte, die geboten werden, unterstützen die unruhige Spannungsatmosphäre. Die Geräusche des Splinters kommen eindringlich und räumlich daher, der unruhige Score zehrt an den Nerven.

4 von 5 Punkten

Extras: Die kurzen Featurettes „Die Splinter-Kreatur“ (4 Minuten), „Die Konstruktion der Tankstelle“ (2 Minuten), „Wie macht man einen Splinter-Kürbis?“ (2 Minuten), „Der Zaubermeister“ (1 Minute), „Digitaler Dreh“ (2 Minuten), „Das Wetter in Oklahoma“ (2 Minuten), „Regisseur Toby Wilkins über „Splinter“ (5 Minuten) und „Die Entwürfe der Kreatur“ (2 Minuten) sowie der Originaltrailer und eine Trailershow liefern solides Bonusmaterial. Leider haben die Featurettes keine Untertitel, was etwas störend ist.

2,5 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: Ascot Elite,YouTube

Splinter

Originaltitel:Splinter
Regie:Toby Wilkins
Darsteller:Charles Baker, Jill Wagner, Paulo Costanzo, Shea Whigham
Genre:Horror
Produktionsland/-jahr:USA, 2008
Verleih:Ascot Elite
Länge:82 Minuten
FSK:ab 16
Jahren

 

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 21.05.2013
Review: Splinter (Blu-ray)

Thomas

"Alle bleiben cool! DU - bleib cool!" (Seth Gecko,"From dusk till dawn")

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