Kino

Review: It’s Never Over, Jeff Buckley (Kino)

Das Plakat von “It’s Never Over, Jeff Buckley” (© Piece of Magic Entertainment, 2026)

Inhalt: Als Sohn von zwei Künstlern wird Jeff Buckley 1966 geboren. Er wächst ohne seinen Musiker-Vater auf, entdeckt aber bald seine eigene Liebe zur Musik. Schnell wird seinen Weggefährten klar, dass Buckley ein Ausnahmetalent ist. In den 90ern erhält er dank seiner außergewöhnlichen Stimme sowie großartigen Gitarren- und Songwriting-Skills einen großen Plattenvertrag. Darauf folgt 1994 seine Debütalbum „Grace“, welches nicht nur von der Kritik gefeiert wird und ihn zum absoluten Weltstar macht. Doch Buckley hat mit dem Ruhm zu kämpfen. Als er gerade wieder in die Spur kommt und an seinem zweiten Album arbeitet, setzt ein Badeausflug im Mai 1997 seiner Karriere und seinem Leben ein viel zu frühes Ende.

 

Kritik: Der Name Jeff Buckley ist für viele Fans und Künstler bis heute prägender Natur, obwohl der in Anaheim geborene Künstler zu Lebzeiten nur ein einziges Album veröffentlicht hat. Die amerikanische Dokumentarfilmerin Amy Berg, die unter anderem wegen „Erlöse uns von dem Bösen“, einer radikalen Abrechnung mit den Missbrauchsskandalen der katholischen Kirche, zu internationalem Ansehen gekommen ist, taucht mit „It’s Never Over, Jeff Buckley“ in das Leben und Wirken des Musikers ein. Sie entscheidet sich für eine Mischung aus Interviews mit Familie, Freunden, Partnerinnen und Weggefährten sowie Archivaufnahmen Buckleys aus dem privaten Umfeld, von Auftritten auf der Bühne und im TV. Herausgekommen ist ein ungewöhnliches Porträt eines unkonventionellen Künstlers, was fast 30 Jahre nach seinem Tod extrem unmittelbare Einblicke in den Kopf des Titelhelden ermöglicht.

Dabei gelingt es dem Film, die melancholische Tragik, die den Musiker umgab, perfekt einzufangen, gleichzeitig aber seine trotz kurzer Schaffensperiode immense Bedeutung für die Musiklandschaft nachvollziehbar zu transportieren. Im Gegensatz zu vielen anderen Musik-Dokumentationen und speziell Biopics hat man während und nach „It’s Never Over, Jeff Buckley“ wirklich das Gefühl, mehr über den Protagonisten zu erfahren und ihn besser kennenzulernen. Ein Sonderlob verdient die Dokumentation für die Tatsache, dass sie immer Buckley auf dem Fahrersitz seiner eigenen Geschichte lässt und als Highlights immer wieder legendäre Live-Auftritte – natürlich auch von seinem sagenumwobenen „Hallelujah“-Cover – einstreut.

Diese mit trauriger Eleganz erzählte Dokumentation gehört ohne Zweifel zu den stärksten Musik-Filmen der letzten Zeiten. „It’s Never Over, Jeff Buckley“ ist eine fesselnde und extrem intime Aufarbeitung des viel zu kurzen Wirkens seiner Hauptfigur, die für Fans, Musik-Interessierte und experimentierfreudige Kinogänger eine überzeugende Erfahrung liefert und dafür sorgt, dass Jeff Buckley im Kopf aller Zuschauer weiterlebt.

4 von 5 Punkten


Quelle: Magnolia Pictures & Magnet Releasing, YouTube

It’s Never Over, Jeff Buckley

Originaltitel:It’s Never Over, Jeff Buckley
Regie:Amy Berg
Darsteller:Jeff Buckley, Ben Harper, Mary Guibert
Genre:Dokumentation, Musik
Produktionsland/-jahr:USA, 2025
Verleih:Piece of Magic Entertainment
Länge: 106 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Kinostart: 09.04.2026

Mehr Informationen zum Sänger findet ihr auf der Seite JeffBuckley.com

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 09.04.2026
Review: It’s Never Over, Jeff Buckley (Kino)

Thomas

"Alle bleiben cool! DU - bleib cool!" (Seth Gecko,"From dusk till dawn")

Recent Posts

Review: Ready or Not

Inhalt: Die attraktive, schlagfertige Grace (Samara Weaving, „Picnic At Hanging Rock“) könnte kaum glücklicher sein,…

2 Tagen ago

Review: House of Gucci (Blu-ray)

Inhalt: Die lebenslustige Patrizia Reggiani (Lady Gaga, „A Star Is Born“) kommt aus eher einfachen…

6 Tagen ago

Review: Zoolander 2

Inhalt: Eigentlich haben Derek Zoolander (Ben Stiller, „Gefühlt Mitte Zwanzig“) und sein ewiger Widersacher Hansel…

2 Wochen ago

Gewinnspiel Sicario

Spätestens mit den „Dune“-Filmen hat sich Denis Villeneuve unter den wenigen Regisseuren in Hollywood etabliert,…

2 Wochen ago

Review: The Lost City (Blu-ray)

Inhalt: Obwohl sie einst große wissenschaftliche Ambitionen hatte, verdingt sich die zurückgezogen lebende, verwitwete Loretta…

2 Wochen ago

Review: 30 and Wild (Kino)

Inhalt: Das Abitur ist bereits einige Jahre her. Dennis (Stefan Merten) wird 30 und will…

3 Wochen ago