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Review: Die nackte Kanone

Das Plakat von “Die nackte Kanone” (© Paramount Pictures, 2025)

Inhalt: Für Lt. Frank Drebin Jr. (Liam Neeson, „Honest Thief“) gab es nie eine andere Option, als wie der Vater Polizist zu werden. Auch wenn er Ergebnisse liefert, hinterlässt er an den Orten seiner Ermittlungen immer eine Spur der Verwüstung, was ihn auf die Abschussliste seiner Chefin (CCH Pounder, „NCIS New Orleans“) befördert. Das ist auch bei seinen letzten Einsätzen im Zuge eines Bankraubs und eines angeblichen Suizids nicht anders. Obwohl er strengstes Ermittlungsverbot hat, lässt er sich von der verführerischen Beth Davenport (Pamela Anderson, „Baywatch“) – ihres Zeichens Schwester des Selbstmörders – in die Theorie einspannen, dass beide Fälle in Verbindung stehen. Tatsächlich führen bald alle Spuren in Richtung des Tech-Milliardärs Richard Cane (Danny Huston, „Wonder Woman“), der ganz finstere Pläne schmiedet.

 

Kritik: In den 80er- und 90er-Jahren war Leslie Nielsen der Superstar der Parodien und Spoof-Filme. Seine größte Rolle dürfte aber wohl ohne Zweifel Lt. Frank Drebin in den drei „Die nackte Kanone“-Filmen gewesen sein. Ein Reboot der bis heute beliebten Reihe stand unter keinem guten Stern, weshalb es über zehn Jahre und zahllose Personalwechsel brauchte, ehe mit Liam Neeson vor und Akiva Schaffer hinter der Kamera die richtigen Zugpferde für eine Umsetzung gefunden waren. Die Trailer ließen auch eher einen Fehlschlag globalen Ausmaßes erwarten. Deshalb ist es wirklich erleichternd festzustellen: Die 2025er-Version von „Die nackte Kanone“ ist wirklich lustig.

Lt. Drebin im Undercover-Outfit (© Paramount Pictures, 2025)

Getragen von einem Liam Neeson, der die Rolle in seinem allseits bekannten „96 Hours“-Stil anlegt, entsteht dazu konträr wunderbar absurde Blödelei, die irgendwo zwischen Slapstick, bösen (teils auch selbstreferenziellen) Seitenhieben auf Kultur und Gesellschaft und bis zur Grenze der Erträglichkeit geführten Running Gags extrem unterhaltsam ist. Dabei trifft der Film den Ton seines Originals, ohne dabei zu sehr zu kopieren. Nach einer großartigen Start-Viertelstunde nimmt die Gagdichte und Trefferquote ein wenig ab, weil sich viele Witze dann doch etwas abnutzen und manche Popkultur-Referenzen schlicht merkwürdig wirken – ein nicht enden wollender Joke zu den Black Eyed Peas ist da nur ein prominentes Beispiel. Dennoch landen in dem eher behelfsmäßigen Handlungsgerüst immer noch so viele Pointen, dass es auch im Rest der angenehm handlichen 85 Minuten mehr als ausreichend Lacher gibt.

Ein bewusst unlustiger Liam Neeson harmoniert in dieser absurden Welt wunderbar mit seinen Co-Stars. So gibt Paul Walter Hauser den schusseligen Partner an Drebins Seite, Pamela Anderson vergnügt sich als völlig überzeichnetes Love Interest und Danny Huston spielt als schmierige Musk-Kopie eine Paraderolle.

Selbst wenn hier nicht alles Gold ist, was glänzt, darf dieses Reboot doch als sehr positive Überraschung gewertet werden. Mit erstaunlich viel geglückten Gags liefert „Die nackte Kanone“ mehr als vergnügliche Unterhaltung, die der Spoof-Comedy neues Leben einhaucht und für Fans des Originals und des Subgenres absolut empfehlenswert ist.

3,5 von 5 Punkten

Der Film ist ab dem 29.09.25 als Download,  ab dem 20.10.25 als Video on Demand, sowie ab dem 13.11.25 auf DVD, Blu-ray und in 4K UHD erhältlich.


Quelle: Paramount Pictures, YouTube

Die nackte Kanone

Originaltitel:The Naked Gun
Regie:Akiva Schaffer
Darsteller:Liam Neeson, Pamela Anderson, Paul Walter Hauser
Genre:Komödie
Produktionsland/-jahr:USA, 2025
Verleih:Paramount Pictures
Länge: 85 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Kinostart: 31.07.2025

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Paramount Pictures

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 13.11.2025
Review: Die nackte Kanone (Kino)

Thomas

"Alle bleiben cool! DU - bleib cool!" (Seth Gecko,"From dusk till dawn")

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