Review: The Requin – Der Hai (DVD)

Das DVD-Cover von "The Requin" (© 2022 Leonine Studios)

Das DVD-Cover von “The Requin” (© 2022 Leonine Studios)

Inhalt: Nach einer schweren Phase möchte das Ehepaar Jaelyn (Alicia Silverstone, „The Killing Of A Sacred Deer“) und Kyle (James Tupper) während eines romantischen Urlaubs in Vietnam wieder zueinander finden. Als ein Sturm aufzieht, bereuen die beiden bald, eine schwimmende Ferienhütte gemietet zu haben: Sie wachen ohne Aussicht auf Rettung mitten auf dem Meer auf. Mangels Vorräten und Hoffnung herrscht Panik. Da sich das rettende Floß immer mehr verabschiedet und hungriges Meeresvolk auf Jaelyn und Kyle wartet, spitzt sich der Überlebenskampf bald zu.

 

Kritik: Im Jahr 2019 brachte es der vietnamesische Filmemacher Le-Van Kiet mit „Furie“ zu internationaler Bekanntheit. Nun durfte er als Autor und Regisseur den Survival-Thriller „The Requin – Der Hai“ umsetzen. Wer darauf hofft, ein bisschen frischen Wind im Subgenre zu erleben, wird schnell ernüchtert sein. Der erste Akt dient eigentlich nur dazu, dem Film eine entsprechende Laufzeit und den beiden Hauptdarstellern einen schönen Urlaub zu verschaffen. In optisch anspruchslosen Ferienaufnahmen hält „The Requin“ ein Trauma (das keinen Zusammenhang mit der weiteren Handlung hat), einen gefühlt minutenlangen Schnorchelgang von der Güteklasse „Windows-Bildschirmschoner“, ein noch längeres, inhaltsarmes Telefonat mit Jaelyns Mutter und allgemein Dialoge, für die der Begriff hölzern noch beschönigend wirken würde, bereit.

Den Schwimmurlaub hat sich das Paar ein wenig anders vorgestellt (© 2022 Leonine Studios)

Den Schwimmurlaub hat sich das Paar ein wenig anders vorgestellt (© 2022 Leonine Studios)

Letzterer Punkt führt auch bis zum Abspann dazu, dass man als Zuschauer jeden Moment zu schätzen lernt, in dem die Figuren unter Wasser sind (und nicht reden können). Der einzige Aspekt, der dem äußerst drögen Geschehen einen gewissen Wiedererkennungswert gibt, ist der unfreiwillige Comedy-Faktor, der von grauenhaft melodramatischer Musik verstärkt wird. Ein guter Teil des Überlebenskampfes stammt daher, dass die Hauptfiguren ziemliche Idioten sind. So ist die weise Entscheidung, die schwimmende Behausung trotz Angebot der Ferienanlage nicht über Nacht gegen ein Hotelzimmer zu tauschen, nur eine von zahlreichen Fehlentscheidungen, die „The Requin“ im Verlauf einigermaßen unterhaltsam machen. Wer auf Spaß durch Hai-Action hofft, wird in den ersten beiden Dritteln des Films komplett in die Röhre gucken. Auch das letzte Drittel kann mit einem wirren Zusammenschnitt von realen Tier-Aufnahmen und billigen Effekten nur sehr bedingt punkten.

Zusätzlich liefern zwei Schauspieler, die ihre Qualitäten schon mehrfach nachgewiesen haben, lausige Auftritte. Alicia Silverstone findet irgendwo zwischen überdrehter Hysterie und gelangweiltem Understatement die Mischung, um das ohnehin schwache Ausgangsmaterial noch aktiv zu verschlimmern. Auch James Tupper – zuletzt immerhin als Stammdarsteller in der HBO-Serie „Big Little Lies“ zu sehen – wirkt hier nicht, als ob er sein Handwerk professionell betreiben würde.

Im Universum des Hai-Genres gibt es vom simplen Trash bis zum knallharten Drama eine komplette Palette. „The Requin – Der Hai“ nimmt sich unfassbar ernst und scheitert mit dem Ansatz auf ganzer Linie. So bleibt fast schon drollig inkompetente Thrillerkost, die trotz Phasen konsequenter Langeweile dem einen oder anderen „Bad Movie“-Liebhaber durchaus ein Lächeln ins Gesicht zaubern könnte.

Es wird sehr eng (© 2022 Leonine Studios)

Es wird sehr eng (© 2022 Leonine Studios)

Der Film ist seit dem 29.04.2022 auf DVD, Blu-ray und digital erhältlich.

1,5 von 5 Punkten

 

Bild: Auch optisch hat „The Requin“ nicht viel zu bieten. Mieses, schwammig wirkendes CGI trägt in Kombination des Titelmonsters mit besser transportiertem Stock Footage von echten (wenn auch viel kleineren) Haien zum nicht vorhandenen Spannungslevel des Films bei. Auch ansonsten stechen detailarme Computerhintergründe aus einem durchschnittlichen Bild negativ hervor. Bei echten Aufnahmen an den Locations sind Schärfe und Detaildarstellung zumindest ordentlich. Die Farbpalette ist etwas blass und kränklich, insgesamt aber solide. Kontraste und Schwarzwert hätten ebenfalls eine Ecke kräftiger ausfallen dürfen. Dafür ist das Bild immer relativ ruhig und sauber.

3 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische Dolby Digital 5.1-Ton bieten zumindest solide Kost. Wirklichen Einsatz der äußeren Boxen gibt es nur selten – dann aber ordentlich (Sturm). Allgemein sind beide Abmischungen sauber und die Dialogpriorisierung problemlos. Allerdings wirken im Original die Stimmen natürlicher und besser eingebunden, während die Synchronisation arg steril erscheint.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Bis auf ein paar Trailer gibt es kein Bonusmaterial.

1 von 5 Punkten

Gesamt: 2 von 5 Punkten


Quelle: Leonine, YouTube

The Requin - Der Hai

Originaltitel:The Requin - Der Hai
Regie:Le-Van Kiet
Darsteller:Alicia Silverstone, James Tupper, Deirdre O'Connell
Genre:Thriller
Produktionsland/-jahr:USA/Vietnam, 2022
Verleih:Leonine
Länge:86 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Leonine Studios

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 05.05.2022
Review: The Requin – Der Hai (DVD)

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