Review: The Black Phone

Das Plakat von "The Black Phone" (© 2022 Universal Pictures)

Das Plakat von “The Black Phone” (© 2022 Universal Pictures)

Inhalt: Das Leben der Geschwister Gwen (Madeleine McGraw) und Finney (Mason Thames) aus einer Kleinstadt in Colorado könnte leichter sein, als es im Jahr 1978 der Fall ist. Während Finney in der Schule regelmäßig gemobbt und verprügelt wird, muss Gwen, die wie ihre verstorbene Mutter in Träumen die Zukunft voraussehen kann, die Gewaltexzesse des Alkoholiker-Vaters (Jeremy Davies, „Justified“) ertragen. Hinzu kommt, dass ein in den Medien als „Der Greifer“ (Ethan Hawke, „Maggies Plan“) bekannter Mann bereits verschiedene Kinder des Dorfes verschleppt hat. Eines Tages schnappt sich „Der Greifer“ Finney und sperrt ihn in seinem schalldichten Keller ein. Dort hängt ein altes Telefon an der Wand, das mit durchgeschnittenem Kabel nicht wie die große Hoffnung auf Rettung wirkt. Doch dann erlebt Finney eine handfeste Überraschung: das Telefon klingelt.

 

Kritik: Wer die Bestandteile von „The Black Phone“ – finstere Erwachsene und verzweifelte Kinder, die in einer brutalen, mit Fantasy-Elementen unterlegten Welt über sich hinauswachsen müssen – sammelt, würde sich wohl nicht wundern, hier die neueste Adaption eines Stephen-King-Romans zu sehen. In der Tat war es Kings Sohn Joe Hill, der die Vorlage geschrieben hat. Und er ist nicht der einzige prominente Name hinter der Kamera: „Sinister“-Regisseur Scott Derrickson kehrt nach seinem durchaus erfolgreichen Ausflug ins Popcorn-Metier mit „Doctor Strange“ zu seinen Horrorwurzeln zurück. Dabei gelingt ihm einer der wahrscheinlich stärksten Genre-Filme der letzten Zeit. „The Black Phone“ nimmt sich zu Beginn Zeit, um die Welt und ihre Figuren mit allen Eigenarten einzuführen – was sich im Verlauf mehr als auszahlt.

Der Greifer hat sich Finny geschnappt (© 2022 Universal Pictures)

Der Greifer hat sich Finny geschnappt (© 2022 Universal Pictures)

Sobald „Der Greifer“ dann persönlich die Bühne betritt, entwickelt sich ein extrem atmosphärischer, spannender und ausgesprochen unterhaltsamer Horror-Thriller, der trotz all seiner Finsternis immer die Zeit für ein gewisses Augenzwinkern hat. Mit wohl getimeden und dosierten Jumpscares zeigt Derrickson, wie man auch aktuelle (Un-)Mode im Genre vernünftig nutzen kann. Ein sehr rundes, von ihm und Hill geschriebenes Drehbuch, dem man sogar ein paar Klischees verzeiht, bildet neben handwerklichem Regie-Geschick die Grundlage für das Gelingen von „The Black Phone“. Hinzu kommen wirklich mehr als brauchbare Darstellerleistungen. Ethan Hawke, der sich große Teile des Films hinter einer verstörenden Teufelsmaske versteckt, gibt als „Greifer“ einen der gruseligsten Horror-Fieslinge der vergangenen Jahre. Die Jung-Darsteller Mason Thames und Madeleine McGraw schaffen es, den Film zu tragen. Der ständige Wechsel zwischen ihren ziemlich gleichwertigen Geschichten hilft dabei, das Tempo des Films hoch zu halten.

Selbst wenn der Film wohl kaum für seinen Innovationsfaktor Erwähnung finden dürfte, ist „The Black Phone“ clever geschriebenes und inszeniertes Horrorkino, das Scott Derrickson wohl endgültig in den Herzen der Genre-Fans verewigen dürfte.

4 von 5 Punkten

Ab dem 08.09.2022 auf DVD, Blu-ray und digital erhältlich.


Quelle: Universal Pictures, YouTube

The Black Phone - Sprich nie mit Fremden

Originaltitel:The Black Phone
Regie:Scott Derrickson
Darsteller:Mason Thames, Madeleine McGraw, Ethan Hawke
Genre:Horror, Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2021
Verleih:Universal Pictures
Länge:102 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Universal Pictures

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 08.09.2022
Review: The Black Phone (Kino)

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