Review: Lamb (Film Festival Cologne)

Das Kinoplakat von "Lamb" (© Koch Films)

Das Kinoplakat von “Lamb” (© Koch Films)

Inhalt: Abseits von Stadt und Gesellschaft leben Maria (Noomi Rapace, „The Secrets We Keep – Schatten der Vergangenheit“) und Ingvar (Hilmir Snær Guðnason) als Schafzüchter. Sie träumen davon, ein eigenes Kind zu bekommen. Eines Tages wird auf ihrem Hof ein besonderes Lamm geboren, das die Weltsicht des Ehepaars deutlich verändert. Während sich beide dem Glück nah fühlen, kommen aber auch immer mehr finstere Aspekte in den Alltag von Maria und Ingvar.

 

Kritik: Originalität ist im heutigen Kino ein rares Gut. Doch genau die wurde bei „Lamb“, dem Regiedebüt von Spezialeffekte-Experte Valdimar Jóhannsson („Rogue One – A Star Wars Story“), beim Cannes Festival ausgezeichnet. Man kann ohne Zweifel sagen, dass die Fantasy-Horror-Drama-Mixtur bei der Arthaus-Schmiede von A24 perfekt aufgehoben ist. So ist das toll bebilderte Folk-Märchen ein Film, den man in keinem Fall so schnell vergisst. Ob „Lamb“ deshalb ein guter Film im klassischen Sinne ist, wird wohl jeder für sich selbst beantworten müssen. Jóhannsson taucht in seiner Geschichte in die allumfassenden Themen Elternschaft, Liebe und die menschliche Natur ein.

Maria und Ingvar gewöhnen sich langsam an ihre neue Normalität (© Koch Films)

Maria und Ingvar gewöhnen sich langsam an ihre neue Normalität (© Koch Films)

Trotz skurriler, teils verstörender (Fantasy-)Elemente, die Erinnerungen an „Eraserhead“ wecken, werden sehr ruhige und jederzeit hoch ernsthafte Töne angeschlagen. Die Mischung ist sicherlich ungewöhnlich, geht aber dabei zu selten wirklich auf. Abseits von Momenten, die sich wirklich im Kopf des Zuschauers einnisten, ist „Lamb“ vor allem ein stilles, tristes Familiendrama, bei dem tatsächlich relativ wenig passiert. Eine zusätzlich angedeutete Dreiecksromanze wirkt wie reines Füllmaterial. Obwohl speziell Noomi Rapace, aber auch ihre Co-Stars Hilmir Snær Guðnason und Björn Hlynur Haraldsson sehr gut spielen, bleibt der Film zu selten wirklich nahbar.

Selbst mit einer visuell herausragenden, dramaturgisch belanglosen Schlusspointe an der Hand gelingt es zu selten, die schräge Ausgangslage wirklich vielfältig zu nutzen. So ist „Lamb“ schlussendlich ein überzeugend gefilmtes und gespieltes, dabei aber ausgesprochen träges und sperriges Grusel-Märchen, das seinen Vorschusslorbeeren nur gelegentlich gerecht wird.

3 von 5 Punkten


Quelle: KinoCheck, YouTube

Lamb

Originaltitel:Lamb
Regie:Valdimar Jóhannsson
Darsteller:Noomi Rapace, Hilmir Snær Guðnason, Björn Hlynur Haraldsson
Genre:Drama, Fantasy, Horror
Produktionsland/-jahr:Island, 2021
Verleih:Koch Films
Länge:106 Minuten
FSK:tba
Kinostart:06.01.2022

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Central Film

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 28.11.2021
Review: Lamb (Film Festival Cologne)

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