Review: Ambulance (Kino)

Das Plakat von "Ambulance" (© Universal Pictures)

Das Plakat von “Ambulance” (© Universal Pictures)

Inhalt: Kriegsveteran Will Sharp (Yahya Abdul-Mateen II, „Candyman“) befindet sich seit längerem erfolglos auf Jobsuche. Dabei braucht er dringend Geld, um die experimentelle Krebstherapie für seine Frau Amy (Moses Ingram), mit der er ein gemeinsames Kleinkind hat, bezahlen zu können. In seiner Verzweiflung wendet er sich an seinen kriminellen Adoptivbruder Danny (Jake Gyllenhaal, „Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis“), der Wills Talente als Fahrer in Kriegsgebieten sehr zu schätzen weiß: Er lädt ihn zu einem Banküberfall ein, der knackige 32 Millionen Dollar Beute verspricht. Nachdem die ganze Aktion zunächst gut verläuft, überschlagen sich die Ereignisse. Mit reichlich Glück schaffen es die Brüder bis zu einem nahegelegenen Krankenwagen, in dem die mit allen Wassern gewaschene Rettungssanitäterin Cam (Eiza González, „From Dusk Till Dawn“) einen angeschossenen Polizisten (Jackson White) umsorgt. Das Fahrzeug wird kurzerhand gekapert. Das ist der Startschuss für eine lebensgefährliche Verfolgungsjagd, bei der dem unfreiwillig zusammengewürfelte Quartett bald die Polizei von ganz Los Angeles und das FBI auf den Fersen ist.

 

Kritik: Auch wenn er immer mal wieder Filme wie „Pain & Gain“ einschiebt, ist „Transformers“-Regisseur Michael Bay vorrangig der Mann der Explosionen und Zeitlupen. Da klingt es auch erst einmal merkwürdig, wenn dieser Filmemacher das Remake eines dänischen 80-Minüters aus dem Jahr 2005 dreht, der komplett in einem Fahrzeug spielt. Wer jetzt Sorgen hat, der gute Mann würde auf die alten Tage weich: Sein „Ambulance“ ist tatsächlich ein ziemlich klassischer Bay und weit besser als zuletzt sein ziemlich unerträglicher „6 Underground“. Strotzt die Geschichte nur so vor Pathos und Logiklücken? Ja. Sind die Dialoge stellenweise grenzdebil? Aber sicher. Hat der Film irgendeinen Grund, eine satte Überlänge von 136 Minuten aufzufahren? Ganz bestimmt nicht.

Drei Leute und ein Auto (© Universal Pictures)

Drei Leute und ein Auto (© Universal Pictures)

Dennoch bietet „Ambulance“ reichlich rasante, handgemachte Heist- und Verfolgungsaction, die nicht nur eingefleischten Fans des Regisseurs Freude machen dürften. Da ist es zumeist egal, wenn folgende Cops wohl selbst bei „Police Academy“ durchgefallen wären und zahlreiche Sequenzen im direkten Widerspruch zueinander stehen. Auch die oft nicht ohne Schwindelanfälle durchzustehende Wackelkamera ist hier wieder ein Dauergast. So lange bei vollem Tempo und ohne Ausrüstungen Notoperationen durchgeführt werden und wahrlich skurrile Ablenkungsmanöver zum Erfolg führen, ist der Film dennoch eine wunderbare Ergänzung zum notwendigen Popcorn (oder alternativ Bier).

Der bei überzeugendem Material sicherlich gute Yahya Abdul-Mateen II soll hier den tragischen Helden mimen. Eine sagenhafte Ansammlung von Klischees und eine Abwesenheit erkennbarer Sympathiewerte steht ihm hierbei im Weg. Jake Gyllenhaal muss sicherlich nicht an seine darstellerischen Grenzen gehen, hat aber erkennbar Spaß, den Fiesling zu mimen. Eiza González ist als taffe Rettungssanitäterin cool genug, um nicht auf das (Bay-typische) Eye-Candy reduziert zu werden. Von den Nebenfiguren ist allenfalls Charakterkopf Garret Dillahunt als rabiat-exzentrischer Polizei-Captain erwähnenswert.

Selbst wenn der Film gegen Ende eine Kurve zu viel in Richtung absolutem Nonsens nimmt, liefert Michael Bay mit „Ambulance“ hanebüchenes, aber grundehrliches Blockbuster-Kino, das weit unterhaltsamer ist, als man als Zuschauer wahr haben möchte.

3 von 5 Punkten


Quelle: Universal Pictures, YouTube

Ambulance

Originaltitel:Ambulance
Regie:Michael Bay
Darsteller:Jake Gyllenhaal , Yahya Abdul-Mateen II , Eiza Gonzalez
Genre:Action, Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2021
Verleih:Universal Pictures
Länge:136 Minuten
FSK:ab 16 Jahren
Kinostart:24.03.2022

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Universal Pictures

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 24.03.2022
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